Für jeden etwas dabei
Nachdem ich mir von den Erzählungen von Anton Tschechow mehr erhofft hatte, bin ich etwas zwiegespalten an die Erzählungen von Alexander Puschkin herangegangen, wurde jedoch eines Besseren belehrt. Meine Lieblingserzählung ist ganz klar „Der Schuss“, aber auch die anderen haben trotz ihrer Kürze einen bemerkenswerten Tiefgang. Vom schwarzen Humor über eine Romanze bis hin zur Rache – und noch vieles mehr – wird in seinen Erzählungen thematisiert und wunderbar dargestellt. Warum ich dennoch nur vier Sterne statt fünf vergebe, liegt wahrscheinlich auch an meinem persönlichen Geschmack und meinem literarischen Verständnis. Ich verstehe, was der Autor ausdrücken möchte, aber ich finde, dass es teilweise in einem Stil geschrieben ist, der zwar verständlich ist, mich jedoch nicht immer mitreißt – so war es auch bei Puschkin. Aber das ist letztlich Geschmackssache. Ich finde Puschkin auf jeden Fall einen guten Einstieg in die russische Literatur für alle, die daran Interesse haben. Von daher kann ich dieses Buch klar empfehlen. Für mich persönlich war es das wahrscheinlich mit Kurzgeschichten. Da ich mich autorenübergreifend durch mehrere Bücher dieser Art gelesen habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass sie meinen Geschmack nicht vollständig treffen – anders als bei dem ein oder anderen zeitgenössischen Autor. Daher werde ich, was russische Klassiker angeht, wieder zu längeren Romanen wechseln. Dennoch bin ich mir sicher, dass es – neben den bestehenden Liebhabern – viele Leser geben wird, die daran ihre Freude finden.


