Beinahe ein Kammerspiel in einem Gerichtssaal, in dem der Mief und Klüngel einer kleinen Gemeinde und die Verstrickungen der Mitglieder randständig und doch zentral thematisiert werden. Die Absurdität von Steuer- und Verwaltungsrecht sowie das Eigenleben von Institutionen wird sehr gewitzt und konträr dargestellt. Max Weber hätte sicher seine helle Freude. Anfangs mit Einführung aller Protagonisten ein wenig zäh, nimmt die Erzählung im Verlauf Fahrt auf. Die Ironie steckt auf jeder Seite. Die Gegenüberstellung und Verstrickung von Kunst und Bundeswehr ist einfach grandios.
Einen Tag dauert die Verhandlung vor dem Amtsgericht, bei der darüber entschieden werden soll, was mit Vater und Sohn, die einen Geländewagen der Bundeswehr abgebrannt haben, passieren soll. Und diese Verhandlung wird zum Familien- und Bekanntentreffen, alle Geladenen sind irgendwie miteinander verwandt oder befreundet. Da ergeben sich wirklich teils groteske Gespräche und Meinungsverschiedenheiten werden - leider ganz anders als in der Realität - friedlich und zivilisiert ausgeredet. Eine Humoreske, die (wie man im Nachwort erfährt) aus einer wahren Begebenheit entstanden ist, die Heinrich Böll erzählt worden war. Leider hat es meinen Geschmack nicht wirklich getroffen, mir war es über einige Strecken zu langatmig und den vorherrschenden Protokollstil empfand ich als ein wenig mühsam.

