3. Feb.
Rating:4

Dieses Buch ist 2014 das erste Mal erschienen und eigentlich für ein Lesealter von 14 bis 17 Jahren geeignet, dennoch finde ich es durchaus spannend, dass die Themen, die vor einigen Jahren bereits präsent waren, heute wichtiger sind denn je. Da dieses Buch sich vor allem mit psychischen Krankheiten, Mobbing und Vorurteilen auseinandersetzt. Auf den ersten Seiten lernen wir unsere Protagonistin Nelly und ihre beste Freundin Pina kennen, deren Freundschaft auf den ersten Blick durch nichts zu zerstören ist. Wäre da nicht die neue Mitschülerin, die aus London in Nellys Klasse gekommen ist oder die erste große Liebe. Wird ihre Freundschaft diesen Veränderungen standhalten? Die Geschichte ist gezeichnet von verschiedenen Vorkommnissen, die größtenteils Nellys Mitschüler betreffen. Vor allem diejenigen, welche Nelly gegenüber abfällige Kommentare äußern, geschieht kurz darauf etwas Schreckliches, was auch schnell hätte tödlich enden können. Doch auch Nelly geschehen schreckliche Dinge wie eine zerschnittene Jacke. Schnell stellt sich hier die Frage, wer ist Opfer und wer Täter – was nicht nur im Auge des Betrachters liegt. Jeder Aktion folgt eine Reaktion. Und der Kreislauf beginnt von vorn. Auf den ersten Blick scheint hier kein entkommen aus dieser Spirale. Lediglich Elias versucht etwas Licht ins Dunkel zu bringen und bleibt trotz einigen Abweisungen immer an Nellys Seite. Das Buch regt definitiv zum Nachdenken an und veranschaulicht nicht nur, wozu das menschliche Gehirn fähig ist, um sich selbst zu schützen. Es zeigt jedoch auch, dass es Konflikte gibt, über die wir Menschen ungern reden oder die oftmals hinter verschlossenen Türen und so lange unentdeckt bleiben, bis sie gewisse Grenzen überschreiten. Bis auf kleinere Logikfehler ist es also durchaus ein sehr gelungenes Buch, wenn man sich mit den eingangserwähnten Gebieten beschäftigen mag.

Tausend Mal gedenk ich dein
Tausend Mal gedenk ich deinby Heike Eva SchmidtBoje