Ein Plädoyer fürs Lesen und Schreiben. Unterfüttert mit wissenschaftlichen Studien, Zitaten und eigenen Erfahrungen. Lohnenswert vor allem für Lehrkräfte und alle, denen dieses Thema wichtig ist.
Dieses Buch ist ein dünnes Schwergewicht.
Das sehr ansprechend und handlich gestaltete kleine Büchlein ist in fünf übersichtliche Abschnitte gegliedert. Wir begleiten den Autor entlang seiner Argumentationskette, diese ist blitzgescheit arrangiert, anschaulich belegt und wird von den allerschönsten Zitaten über das Lesen und Schreiben geschmückt. Initial konstatiert er, dass das Lesen so viel mehr als bloße Informationsweitergabe oder als eine Voraussetzung dafür sei, sich im öffentlichen Raum zurecht zu finden. Lesen inspiriere, rege zum Perspektivwechsel an, gebe Impulse dazu, selbst zu schreiben und fördere so Selbstwirksamkeit und Partizipation. Das digitale Zeitalter habe unseren Kommunikationsstil nachhaltig verändert, wir verlören uns im „Bann von unterhaltsamen, schockierenden und irritierenden Endlosschleifen“. Diesen Zeit- und Aufmerksamkeitsdieben gelte es bewusstes und ausdauerndes Lesen und Schreiben entgegenzusetzen. Eine Verkürzung unserer Sprache komme einer Limitierung unserer Welt gleich. Wer keine weitere und komplexere Sicht mehr kennen lerne, würde nicht wissen, dass sie beschnitten sei. Vereinfachte, verkürzte und oberflächliche Antworten auf komplexe Fragestellungen spielten letztlich Populismus ebenso in die Hände wie eine mangelhaft erlernte Kompetenz des Perspektivwechsels. Dadurch berge die Lesekrise auch große Gefahr für die Demokratie. Dabei stellt Blume auch klar, dass diese Problematik mit düsterer Ermahnung nicht zu lösen sei. Vielmehr sei es wichtig, den lustvollen Aspekt an den Techniken des Lesens und Schreibens zu betonen, in Bildungseinrichtungen, im Familienleben und in der Gesellschaft allgemein. Das kleine Büchlein rundet er mit zahlreichen ganz konkret praktischen Tipps dafür ab, wie uns das gemeinsam gelingen kann. Dieses Buch ist ein dünnes Schwergewicht. Trotz seiner lediglich 80 Seiten ist es so randvoll mit wunderschönen Zitaten, die ich am liebsten auswendig lernen würde. In seinem Grundton ist der Text für mich sehr zugänglich und in der Stimmung zuversichtlich. Er weckt die Lust auf Gestaltung und Partizipation und wird allen, die gern lesen, Worte für ihre Leseliebe schenken. Er wird aber auch jenen, die sich initial nicht angesprochen fühlen, vor Augen führen, welches Potential darin liegt, sich mittels Schreiben mitzuteilen, anderen aufrichtige Fragen zu stellen, eine konstruktive Lesehaltung einzunehmen und Dank des Lesens 1000 Leben leben zu können. Dieses Plädoyer für mehr Miteinander ist auch ein ermutigender Appell für längere Aufmerksamkeitspannen, allgemein für mehr Lang-Mut. Es stellt die Techniken Lesen und Schreiben als lustvolle Tätigkeiten in den Fokus, die letztlich den Schlüssel zur Bewahrung und Weitervermittlung unserer menschlichen Kultur darstellen, gerade in Zeiten der künstlich generierten Intelligenz.
Ich schwebe vor Glück
Mein Herz klopfte immer noch. Ein Buch mit wenigen Seiten. Doch für mein Buchhändlerinherz ein Segen, ein Glück. Lesen, schreiben ...alles gehört zu mir. Dies muss wirklich jeder lesen!


