26. Mai
Rating:4.5

Sehr angenehm zu lesen

Ich hab das Buch nach einer kurzen Lesung gekauft, da mich die Autorin überzeugt hatte. Mir gefällt die Art und Weise wie sie unaufgeregt schreibt und ich mich beim Lesen fast beruhigt fühle. Und trotz Sachbuch schafft, einen angenehmen Lesefluss herzustellen. Weil es nicht nur eine Aneinanderreihung von Fakten ist. Auch gibt es ein paar Anregungen oder Übungen, aber ich fühlte mich nicht erschlagen von der Menge wie sie in anderen Büchern vorkommt. Ich würde nicht sagen, dass alles neu war. Vielleicht weil das Thema auch für mich nicht neu war. Aber es waren viele gute Impulse und Gedanken drin und war einfach gut zu lesen und mitzunehmen.

Lass mal über Anxiety reden
Lass mal über Anxiety redenby Pauline StockmannBeltz Verlagsgruppe GmbH & Co. KG
8. Apr.
Rating:4

sehr hilfreich und ermutigend für leute, die mir anxiety zu kämpfen haben

das buch kam für mich gerade zur richtigen zeit. ich höre ab und zu den podcast von pauline und mochte daher auch sehr, dass sie das buch selbst eingesprochen hat. es gab ein paar aha-momente, übungen, die ich mir mitgenommen habe und wertvolle tips, um mit anxiety umzugehen. ich werde es sicher noch einmal hören, um mir das gesagte noch stärker zu verinnerlichen.

Lass mal über Anxiety reden
Lass mal über Anxiety redenby Pauline StockmannBeltz Verlagsgruppe GmbH & Co. KG
2. Apr.
Rating:4

Für viele von uns liegt ein biografischer Bruch in den Jahren der Pandemie. Prägende Lebensphasen, die eigentlich für Aufbruch, Orientierung und Selbstfindung stehen, waren plötzlich von Isolation, Unsicherheit und einem diffusen Unwohlsein geprägt. Auch ich habe mein Studium in einer neuen, fremden Stadt in genau dieser Zeit begonnen und vieles von dem, was dieses Buch beschreibt, fühlt sich weniger wie Theorie, sondern wie ein Wiedererkennen an. Was Stockmann gelingt, ist nicht weniger als eine begriffliche und emotionale Klärung: die Differenzierung zwischen Angst und Anxiety. Während Angst oft konkret ist, greifbar, adressierbar – bleibt Anxiety ein Nebel. Ein Zustand. Eine latente Anspannung, die sich nicht immer sofort erklären lässt. Gerade für eine Generation, die gesellschaftliche Krisen nicht als Ausnahme, sondern als Dauerzustand erlebt, ist diese Unterscheidung mehr als nur semantisch – sie ist politisch. Anxiety ist kein individuelles Versagen. Sie ist auch ein Symptom struktureller Überforderung, von Leistungsdruck, Unsicherheiten und einer Welt, die jungen Menschen permanent Verantwortung zuschreibt, ohne ihnen gleichzeitig Sicherheit zu geben. In dieser Lesart wird das Private unweigerlich politisch. Der Schreibstil ist dabei bemerkenswert nahbar, fast intim und gleichzeitig fundiert. Wissenschaftlich, ohne distanziert zu wirken. Es ist genau diese Balance, die das Buch so „heilsam“ macht. Man fühlt sich weder belehrt noch allein gelassen, sondern ernst genommen. Besonders wertvoll: Die praktischen Tools. Keine toxische Selbstoptimierung, sondern echte Angebote zur Selbstwahrnehmung. Kleine Interventionen, die nicht darauf abzielen, Anxiety „wegzumachen“, sondern sie zu verstehen. Ihr zuzuhören. Und genau darin liegt eine leise, aber kraftvolle Form von Selbstermächtigung. Und vielleicht ist genau das der feministische Kern dieses Buches: die radikale Erlaubnis, Gefühle nicht zu pathologisieren, sondern sie als Wissen über uns selbst und unsere gesellschaftliche Realität zu begreifen.

Lass mal über Anxiety reden
Lass mal über Anxiety redenby Pauline StockmannBeltz Verlagsgruppe GmbH & Co. KG