
Leopardenstern ist eine Aluhut-tragende Idiotin
Dass jemand Korrektur gelesen, das merkt man aber teilweise nicht. Gibt das Gefühl, man hätte es dabei ein bisschen eilig gehabt. Am Anfang fallen gleich Fehler in der Hierarchie auf, und immer wieder im Buch Tipp-Fehler (waum statt warum), falsche Groß- und Kleinschreibung (Der Junge Krieger), verkackter Satzbau, und so weiter; gegen Ende ist ein ganzer Abschnitt ohne ersichtlichen Grund kursiv; es ist ehrlich gesagt nicht sooo wild, aber so viele Fehler sind mir bisher bei keinem Buch aufgefallen, dass ich bisher gelesen hab und wirkt ein bisschen lieblos. Ich hab das Gefühl, Leopardenfell navigiert nicht ihre eigene Geschichte. Anders als bei anderen Special Editions, deren Geschehnisse nicht während der Hauptstaffel spielen, ist dieses Buch chronologisch in der ersten Staffel platziert. Zwar passieren die ein oder anderen Dinge, die einzigartig für Leopardenfells' Leben sind, navigiert sie irgendwie vor allem die Geschehnisse der ersten Staffel. Zwar ist die andere Perspektive auf alles hierbei interessant, dennoch passiert wenig neues. Leopardenfell ist ehrgeizig und ambitioniert, verhält sich dabei aber andauernd unreflektiert und dumm. Fehler zu machen ist natürlich die eine Sache, aber es hat das halbe Buch gedauert, bis Leopardenfell Verantwortung übernimmt. Irgendwann kommt sowas wie Einsicht, aber ihr ganzes character development verschwindet sofort, als sie Anführerin wird. Erfrischend an ihr ist: ihre Geschichte ist, anders als bei vielen anderen Kätzinnen in der Serie, nicht ans Kinder-kriegen geknüpft. Ihre positiven Eigenschaften, wie ihr Ehrgeizig, ihre Stärke, und dass sie sich nichts sagen lässt, könnten sie herausstechen lassen, leider kommt sie für mich die meiste Zeit unsympathisch und nervig und naiv rüber. Schade. Das kippt erst erst nach der Hälfte des Buches, für kurze Zeit zumindest, wo sie scheinbar über ihre vergangenen Fehler reflektiert und sich entschließt, in Zukunft anders zu handeln. Ihre Trauer macht sie zu einem Lernmoment. Wenig später wiederholt sie aber genau die gleichen Fehler wieder. Es wurde nicht gut dargestellt, wie Leopardenfell Tigerkralle gegenüber empfand. Im letzten Drittel des Buches erwähnt sie, sie habe sich einmal wirklich zu ihm hingezogen gefühlt. Das kommt aber total aus dem Nichts, ihre Begegnungen vorher waren kurze Unterhaltungen, die nicht viel über ihre Empfindung erschließen ließen. Bis zu diesem Punkt hin hätte alles genauso gut bedeutungslos sein können. Man hätte seine Manipulation mehr ausbauen sollen, so wirkt es nur unglaubwürdig und Leopardenstern wie ein naives Kind. Das ganze Buch über hat sie Unmengen an Misstrauen und Verdachts und fürchtet Intrigen - doch sobald Tigerstern ihr nur ein kleines bisschen Honig ums Maul schmiert, fällt sie sofort drauf rein. Auch wenn das natürlich seine Manipulationstaktim war, ist es einfach unglaubwürdig, weil eben diese Taktik im Verlauf des Buches schlecht gezeigt worden ist und schlecht aufgebaut worden ist. Schade, da hätte mehr sein könnne. Weniger Fokus auf das, was man schon kennt (den Plot der ersten Staffel) und mehr Fokus auf Manipulation und tatsächlich sinnvollen Aufbau ihres Charakters hättens mehr gerissen.











