Ich finde es schwierig so einem Buch eine "Bewertung" zu geben. Es ist tragisch was alles passiert ist. Was ich jedoch bewerten kann ohne an den Inhalt zu gehen: es lässt sich sehr gut lesen, man kann alles nach empfinden und kann viel mitnehmen. Ich lege jedem dieses Buch wärmstens ans Herz. Das alles darf nicht in Vergessenheit geraten.
Ein intensives Buch über den Überlebenskampf von 44 Kindern zwischen 10 Monaten und 16 Jahren im KZ Bergen-Belsen. Ein so wichtiges, bewegendes Buch über die schlimme Zeit des Nazi-Regimes. Leute,werdet vernünftig, wählt vernünftig! Das darf sich nicht wiederholen!!!
Mama und Papa aßen ebenfalls ihre Kartoffeln, mit etwas Salz, das Mutter aus dem Koffer geholt hatte. Wie schwiegen, während wir in der jetzt verlassenen Baracke oben auf dem Bett saßen und aßen. Aber was war das? Ich schaute Mama überrascht an. Ich hatte nur eine halbe Kartoffel gegessen, als ich keinen Bissen mehr runterbrachte. Ich war satt. Mein Magen konnte nichts mehr aufnehmen. Dabei hätte ich geschworen, eine ganze Kuh aufessen zu können, so hungrig war ich gewesen.“ Bücher wie „Wir Kinder von Bergen-Belsen“ von Hetty E. Verolme sind schon seit vielen Jahren ein fester Bestandteil meines Lebens als begeisterte Leserin. Wie der Titel nicht anders erwarten lässt, ist dies ein Buch wie so viele der Erfahrungsberichte von Überlebenden des Holocaust, das nur schwer zu ertragen ist. Was Hetty und ihre Brüder zusammen mit ca. 40 weiteren Kindern im Konzentationslager von Bergen-Belsen erleben, durchleben mussten, getrennt von ihren Eltern, war einfach nur schrecklich und hat einen dicken Kloß in meinen Hals, meinem Buch, meinem Herzen hinterlassen. Bücher wie dieses, egal ob Erfahrungsberichte von Überlebenden oder Romane über die Zeit des zweiten Weltkriegs sind so wichtig, gerade weil die Stimmen der Zeitzeugen nach und nach verstummen und kürzlich mit Margot Friedländer eine so wichtige Stimme verloren haben. Aber dieses Buch ist auch von der schriftstellerischen Leistung hervor zu heben, denn die Autorin hat ungemein fesselnd, intensiv und erschütternd ihrer Geschichte erzählt. Ich war sehr nah an Hetty dran, konnte den Hunger spüren, die Angst. Das gelingt bei weitem nicht bei jedem Erfahrungsbericht. Es ist sicherlich nicht einfach als Überlebende*r des Holocaust die eigenen Erfahrungen niederzuschreiben, da ist eine gewisse Distanziertheit, Nüchternheit durchaus verständlich. Hier war es für mich aber wie gesagt anders. Ich habe dieses Buch, so schwer es inhaltlich auch war, in wenigen Tagen beendet, da ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte. Ein wichtiges, gut erzähltes aber hartes Buch

