Man kann es lesen - aber ein Muss ist es sicher nicht
Ich hatte mich ob der Beschreibung auf das Buch gefreut, schien es doch etwas ganz anderes als "Der Gott des Waldes" (das fand ich tatsächlich nicht so toll) zu sein.
Und der Anfang gefiel mir sehr. Ich hoffte, in eine zwischenmenschliche Geschichte mit Gesellschaftszeichnungen schauen zu können. Die Figur Arthur ließ sich auch gut an, aber dann wurde es für meine Begriffe zäh und zäher, der Twist blieb aus, insbesondere die Geschichte über und um Kel zog sich. Kennt ihr das? Wenn ihr etwas im Mund habt und kaut und kaut, aber statt dass es weniger im Mund habt wird es mehr? So kam mir das vor. Dafür verlor sich die Geschichte von Arthur irgendwie zwischen den Seiten. Zwischendurch hatte ich immer mal wieder den Eindruck, die Autorin weiß nicht so recht, wo sie überhaupt hin will. Dazu kam noch ein Abschnitt, in dem mit den Tempi wild hin und her gesprungen wurde. Was aber in der Gesamtbetrachtung dann nicht mehr wirklich ins Gewicht fiel.
Insgesamt ein Buch, das hinter meinen Erwartungen und dem, was der Stoff hergeben kann, zurück bleibt. Immerhin ist es mit seinen 376 Seiten nicht gar so dick wie sein Nachfolger "Der Gott des Waldes". Man kann es mal lesen, aber es ist ganz sicher kein Muss. 3 von 5 Punkten.
Ich habe mich sehr auf neue Bücher der Autorin gefreut, da mir "Der Gott des Waldes" so gut gefallen hat. Leider konnte mich das Buch nicht zu 100% überzeugen.
Es ist kein schlechtes Buch, nur konnte es mich nicht so packen, wie es wahrscheinlich hätte tun sollen -das Thema Einsamkeit spielt hier die entscheidende Rolle.
Im übrigen hat mich das Buch anfangs ein wenig an den Film The Whale erinnert :)
...der Schluss. Im Vergleich zum Tiefgang des sonstigen Buches recht flach. Nicht, weil er offen bleibt, sondern, weil er nicht mehr so tief geht.
Trotzdem - insgesamt: klare Empfehlung!
Wenn der Schmerz der Einsamkeit weniger Angst macht, als sich zu öffnen
Nach dem Lesen kreist bei mir vor allem eine Frage im Kopf: Wie viele Menschen in meiner direkten Umgebung sind eigentlich einsam, ohne dass man es ihnen wirklich ansieht? Arthur, Kel und Charlene zeigen auf ganz unterschiedliche Weise, wie leise Einsamkeit sein kann. Nicht immer ist sie offensichtlich. Manchmal steckt sie hinter Schweigen, Scham, Wut oder dem Versuch, irgendwie weiterzumachen.
Arthur hat mich dabei am meisten berührt. Vielleicht, weil bei ihm so viel unter der Oberfläche liegt. Er hat sich aus der Welt zurückgezogen, aber er wirkt dabei nie kalt oder abweisend. Im Gegenteil. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass da ein sehr lieber, freundlicher Mensch ist, der sich selbst im Weg steht und trotzdem eigentlich gesehen werden möchte. Gerade das hat ihn für mich so nahbar gemacht.
Kel war für mich genauso präsent, aber auf eine ganz andere Art. Während Arthur eher ruhig, abgeschlossen und fast wie in seiner eigenen kleinen Welt wirkt, ist Kel wütender, unruhiger und noch viel näher am Anfang seines Lebens. Eigentlich liegt noch alles vor ihm, aber gleichzeitig wirkt es manchmal so, als hätte er sich schon damit abgefunden, dass nicht mehr viel kommen wird. Das fand ich traurig, weil er Menschen um sich hat und trotzdem innerlich oft sehr allein bleibt.
Besonders beschäftigt hat mich das Schweigen zwischen Arthur und Charlene. Beide hätten vielleicht weniger einsam sein können, wenn sie ehrlich miteinander gesprochen hätten. Gleichzeitig versteht man, warum sie es nicht konnten. Beide haben sich in ihren Briefen eine kleine Fantasiewelt gebaut, in der sie so sein konnten, wie sie gerne gewesen wären. Das war traurig, aber auch sehr menschlich.
Yolanda mochte ich sehr, weil sie Wärme in Arthurs Welt bringt. Ohne sie wäre das Buch deutlich schwerer geworden. Sie öffnet Arthurs Leben ein Stück und zeigt, dass da doch noch etwas möglich ist.
Das Ende fand ich richtig gut. Gerade weil nicht alles erklärt wird. Es bleibt offen, ob Arthur und Kel wirklich einen gemeinsamen Weg finden, was aus Kel und seiner Freundin wird und ob Yolanda dauerhaft Teil von Arthurs Leben bleibt. Genau diese Offenheit mochte ich sehr, weil sie sich echter anfühlt als eine saubere Lösung für alles.
Für mich ist es kein einfach trauriges Buch über Einsamkeit. Eher ein hoffnungsvolles. Es zeigt, wie Menschen sich in ihren eigenen Kokon zurückziehen können, aber auch, dass es immer wieder kleine Öffnungen gibt. Vielleicht muss man dafür neue Verletzungen riskieren. Aber am Ende bleibt bei mir vor allem der Gedanke, dass Einsamkeit nicht für immer bleiben muss.
Liz Moore schreibt einfach richtig schön, unaufgeregt und einfühlsam.
Der andere Arthur hat mir richtig gut gefallen, ich konnte mich in Kel und Arthur richtig gut einfühlen und habe sehr mit beiden mitgelitten.
Die Geschichte ist so ruhig, aber trotzdem total traurig mit einem Schimmer von Hoffnung auf vielen Seiten.
Bewertung: Highlight bis Must Read
Der andere Arthur ist mein erstes Buch von Liz Moore und wird nicht das letzte sein. Ich bin ohne große Erwartungen rangegangen und habe den Roman an einem Abend verschlungen. Der Roman wird aus zwei Perspektiven erzählt, die unterschiedlicher nicht sein konnten: Arthur Opp, stark übergewichtiger ehemaliger Literaturprofessor, der seit 10 Jahren sein Haus nicht verlassen hat und Kel Keller, Highschool Schüler, der seine kranke alleinerziehende Mutter versorgen muss und von einer Karriere als Baseballspieler träumt. Die Leben sind ganz anders und doch ist das verbindende Element die Einsamkeit der beiden Protagonisten und der Nebenfiguren. Arthur lebt allein und ist einsam, Kel ist beliebt und nie allein und dennoch einsam. Es geht in den Roman um Einsamkeit, Scham, Isolation und um Verbindung.
Es wird leise erzählt und hat mich emotional so mitgenommen. Ich habe mit den Figuren mitgefühlt und so manche Tränen vergossen. Das Ende hat mir gut gefallen, ich fand es stimmig für die Geschichte.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die langsam erzählte Geschichten mit Tiefgang mögen.
Jetzt bin ich gespannt auf den Gott des Waldes und ob das Buch auch so überzeugen kann…
Wenn man „Der Gott des Waldes“ gelesen hat, erwartet man sicher eine andere Geschichte. Trotzdem ist das Buch wieder ein Meisterwerk. Liz Moore schafft es auf eine unnachahmliche Weise ihren Figuren Leben einzuhauchen. Diese Story ist die Geschichte zweier Menschen die es immer in ihrem Leben sehr schwer hatten . Aus ganz unterschiedlichen Gründen, haben beide kein Vertrauen zu ihren Mitmenschen, zu sich selbst. Beide leben am Rand der Gesellschaft, ohne echte Freunde und hadern mit zerbrochen Lebensentwürfen und der Zukunft. Beide sind miteinander verbunden ohne es zu wissen und finden dann doch zueinander.
Zum Inhalt:
Arthur hat seit über 10 Jahren aufgrund seines starken Übergewichts nicht mehr sein Haus verlassen.
Cal lebt mit seiner Mutter Charlene zusammen. Das Zusammenleben ist mit Schwierigkeiten verknüpft.
Arthur und Cal verbindet etwas Entscheidendes, das beider Leben beeinflussen wird.
Arthur beginnt stark, gefühlvoll und berührend. Die Sprache ist eingehend, aber leicht. Als Leser fliegt man praktisch durch die Seiten. Es wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Arthur und Cal erzählt und es entsteht ein guter Einblick in das Leben des jeweils anderen, auch die Persönlichkeit kommt deutlich zum Ausdruck. Die Themen sind teilweise nicht ohne, das Gefühl von Traurigkeit und Wehmut ist allgegenwärtig. Jedoch hat die Handlung ab einem gewissen Zeitpunkt etwas Hoffnungsvolles und Herzerwärmendes, das einen auch als Leser positiv stimmt und die eher drückende Stimmung wett macht.
Für mich hat der Roman stark angefangen, jedoch schnell nachgelassen. Es entwickelte sich in eine andere Richtung als gedacht. Es war schön Arthurs und Cals Fortschritte mitzuerleben, vor allem wenn man ihr bisheriges Leben kennt. Mir fehlte ab einem gewissen Zeitpunkt allerdings der Tiefgang, es fühlte sich eher wie ein seichter Mutmach-Roman an. Was keineswegs verkehrt ist! Mir aber einfach zu wenig war.
"Der andere Arthur" ist trotz der Schwere des Themas ein kurzweiliger Roman, der Mut macht und die Kraft der eigenen Willensstärke sowie die Bedeutung von Freundschaft und Neuanfängen aufzeigt.
Gut zu wissen:
Wer "Gott des Waldes" gelesen hat und begeistert war, wird hier wahrscheinlich wie ich eher enttäuscht werden. Dieser hier ist komplett anders und nicht miteinander zu vergleichen.
Gehört jetzt schon zu meinen absoluten Jahreshighlights! ✨
Arthur Opp, einst Literaturprofessor, lebt seit Jahren isoliert in seinem Haus in Brooklyn und kämpft mit extremer Einsamkeit. Der 17-jährige Kel dagegen setzt alles auf ein Sportstipendium, um seiner schwierigen Lebenssituation zu entkommen. Als sich ihre Wege durch Kels Mutter kreuzen, entsteht eine ungewöhnliche Verbindung.
Der Schreibstil ist ungewöhnlich, aber richtig gut. Das Buch wird aus zwei POVs erzählt: Arthur Opp und Kel. Statt vieler kurzer Kapitel gibt es eher längere Abschnitte mit klaren Brüchen, wenn die Perspektive wechselt. Trotzdem ließ sich alles total leicht lesen. Gerade schwierige Gefühls- und Lebenssituationen verständlich zu transportieren, gelingt ja nicht jedem Autor, hier aber durchgehend. Auch mit den verschiedenen Vergangenheitsformen kam ich problemlos zurecht.
Arthur Opp hat mich dabei stark an den Protagonisten aus dem Film „The Whale“ erinnert. Nur mit einem deutlich hoffnungsvolleren Ende. Durch seine selbstgewählte Isolation und die Scham über sein extremes Übergewicht lebt er fast komplett zurückgezogen. Seine einzige wirkliche soziale Verbindung über Jahre hinweg ist der Briefwechsel mit Charlene. Besonders stark fand ich, wie nahbar beschrieben wird, wie die beiden sich kennenlernen und wie schwer es Arthur generell fällt, Menschen wirklich an sich heranzulassen. Das hängt vor allem mit seinem schwierigen Verhältnis zu seinem Vater zusammen, das ihn seit der Kindheit prägt.
Ich mochte sehr, wie man nach und nach sowohl Arthur als auch Kel immer besser kennenlernt und wie organisch die Geschichten der Nebenfiguren eingebunden werden. Yolanda (die Arthur über eine Reinigungsagentur kennenlernt und die ihm eigentlich im Haushalt helfen soll) erinnerte mich stellenweise an die junge Charlene. Fast so, als würde man ihre Geschichte gleichzeitig in der Gegenwart erleben und rückblickend erzählt bekommen. Gleichzeitig zeigte Kel teilweise ähnliche Züge wie Arthur Opp. Dadurch wurde deutlich, wie ähnlich Lebenswege trotz großer Distanz verlaufen können. Dabei wirkt Kel anfangs eigentlich wie das komplette Gegenteil von Arthur Opp. Bis auf das schwierige Verhältnis zu seinen Eltern natürlich. Zumal auch am Ende offenbleibt, wer eigentlich sein Vater ist. Besonders hängen geblieben ist mir ein Moment, in dem Kel sagt, dass er einfach nur noch zuhause bleiben, sich einschließen und sich alles per Post liefern lassen möchte. Da merkt man plötzlich, wie nah er Arthur in diesem Moment eigentlich ist.
Bemerkenswert fand ich generell, wie unterschiedlich das Buch mit dem Thema innerer Leere umgeht. Arthur zieht sich komplett zurück, schämt sich und lässt Hilfe nur ganz langsam zu selbst als er Yolanda kennenlernt. Kel hingegen stößt in einer eher impulsiven Reaktion zwar kurzzeitig alle von sich weg, sucht sich dann aber vergleichsweise schnell Hilfe und nimmt diese auch an. Insgesamt vermittelt das Buch sehr schön, dass man Hilfe annehmen darf und nicht alles allein bewältigen muss.
Für mich ist das Buch ein absolutes Highlight, welches ich gerne weiterempfehle!
eine traurig schöne und hoffnungsvolle Geschichte, bei der ich mit jedem der Charaktere mitfühlen konnte.
"Letztendlich war es die Einsamkeit, die uns zueinander führte und miteinander verband."
Ein leises einfühlsames Buch über die Einsamkeit, Trauer und Zuversicht. Am liebsten hätte ich Arthur und Kel ganz fest umarmt und hätte sie mitgenommen ins Leben! Phasenweise war alles etwas zu ausführlich. Das Ende hat mich leider enttäuscht. Hätte mir mehr Aufklärung gewünscht.
„Der einzige Fremde in einem Raum, in dem alle einander kannten“
Arthur Opp hat mit dem Leben abgeschlossen. Seit zehn Jahren hat er sein Haus nicht mehr verlassen und lebt von Lieferdiensten und Online-Shopping. Der Grund: Er ist sehr stark übergewichtig, beschämt und unfassbar einsam. Sein einziger Lichtblick ist die Brieffreundschaft, die ihn immer noch mit einer seiner ehemaligen Studentinnen verbindet. Als diese eines Tages unverhofft vorschlägt, sich doch einmal persönlich zu treffen, um ihm ihren Sohn vorzustellen, stürzt das Kartenhaus aus Lügen und Halbwahrheiten jedoch in sich zusammen und Arthur muss sich endlich der Realität seines Lebens stellen…
Liz Moore, die spätestens seit letztem Jahr durch ihren Bestseller „Der Gott des Waldes“ internationale Aufmerksamkeit besitzt, nimmt uns in ihrem mittlerweile schon vierzehn Jahre alten Debüt mit nach New York. Die Geschichte, die sie uns hier erzählt, ist aber ganz anders, als man es erwarten könnte, insbesondere, wenn man „Der Gott des Waldes“ gelesen hat. An anderen Stellen ist die Autorin eher für kühle, komplexe Familiengeschichten bekannt, die zur Hälfte aus Thrillern bestehen.
„Der andere Arthur“ passt da so gar nicht ins Bild und war eine willkommene Überraschung. Zunächst lernen wir Arthur kennen, einen Mann kurz vor sechzig, der sich komplett aufgegeben hat und nicht glaubt, dass sich seine Umstände noch einmal ändern werden. Sein Weg, sich seinen Ängsten und auch seiner Vergangenheit zu stellen, ist schwer und steinig, aber er nimmt die Herausforderung an – stückchenweise. Dabei muss er auch gezwungenermaßen wieder Menschen in sein Leben lassen, beginnend mit einer Putzhilfe, die sein heruntergekommenes Haus wieder auf Vordermann bringen soll und mit der er nach einigen Startschwierigkeiten eine holprige Freundschaft schließt.
Allerdings muss er auch lernen, dass er nicht der Einzige war, der die Umstände seines Lebens beschönigt hat. Stück für Stück deckt das Buch nämlich eine Lüge nach der anderen auf. Überraschenderweise wird die Geschichte dabei nur zur Hälfte von Arthur selbst erzählt. Die andere Hälfte übernimmt der Sohn seiner Brieffreundin: Kel. Ein Junge, der zwischen den Welten erwachsen wird, der mehr Sorgen auf seinen Schultern lasten hat, als ein Teenager sollte, der von seiner Zukunft träumt und sich nicht von seiner Gegenwart lösen kann.
Seine Perspektive schenkt dem Buch eine komplett andere Dimension, zunächst fast ohne Überschneidungspunkte zu Arthurs Geschichte. Liz Moore erzählt uns durch seine Augen eine traurige, aber auch typisch amerikanische Coming of Age-Geschichte, von Verantwortung und dem Traum von Freiheit gleichermaßen, und auch wenn in diesem Teil vielleicht schon fast ein wenig Klischee innewohnt, hat sie den Ton gut getroffen. Eine kurze Anmerkung zum Schreibstil muss aber nun doch noch sein: In den Teilen, die aus Kels Perspektive erzählt werden, fehlen der wörtlichen Rede jegliche Anführungszeichen. Stilmittel hin oder her, das ist extremst verwirrend.
Was letztendlich alle Teile der Handlung verbindet, ist die Einsamkeit, die alle Protagonisten durchleben und die die Autorin leise, aber einfühlsam beschreibt, die Sehnsucht, anzukommen, irgendwo hinzugehören und gesehen zu werden. Dieser Aspekt schenkt diesem Buch seine Seele und macht es dem Leser beinahe einfach, mit all den grundverschiedenen Protagonisten mitzufühlen, die alle alles andere als perfekt sind, die unendlich viele Ecken und Kanten haben und nicht immer Sympathiepunkte sammeln. Am Ende berühren ihre Schicksale doch, vereint in der Hoffnung, Teil eines größeren Ganzen zu sein.
„Der andere Arthur“ ist ein leises, zurückhaltendes Buch, das sich für seine Geschichte Zeit nimmt und nicht von Spannung, sondern von Empathie lebt. Die Autorin hat Charaktere geschaffen, die realistisch und unvollkommen sind, die man umarmen, aber auch kräftig durchschütteln will, mit denen man sich manchmal identifizieren kann und es manchmal gar nicht möchte. Das Buch ist immer wieder traurig und deprimierend, aber am Ende schenkt es uns doch noch ein wenig Optimismus, den wir wohl alle gut gebrauchen können.
Arthur Opp hat sein Haus seit Jahren nicht mehr verlassen, sein Gewicht hindert ihn daran. Seinen Job als Literaturprofessor hat er nach einem Vorfall an den Nagel gehangen. Kel Keller ist in seinem letzten Schuljahr und hofft auf die große Baseball-Karriere und einen Platz am College. Doch die finanzielle Ausgangslage ist prekär. Kels Mutter aber hat den Kontakt zu ihrem alten Prof nie ganz abreißen lassen und bittet ihn um Hilfe, nichts ahnend, was sie damit auslöst. Aber wird sie die Einsamkeit überwinden können?
“Ich war fast zwanzig Jahre lang Dozent. Ich hatte
einen Job, und ich war normal. Ich ging oft auf Konzerte. Ich ging oft ins Kino. Dann lernte ich Charlene kennen und verliebte mich in sie, und dann verschwand Charlene. Ich wanderte ziellos umher. Ich unternahm lange Spaziergänge durch das Viertel, sogar spät in der Nacht. Ich lag auf dem Fußboden, die Arme und Beine ausgebreitet wie ein Seestern…”
Ich habe die ganze Zeit auf das große Aha-Moment gewartet, es kam und kam aber nicht. Na gut, mein persönlicher Aha-Moment war, als das Wort “Lupus” auftauchte, aber das war nicht der Sinn des Buches. Keine Figur war mir sympathisch, außer Charlene wegen ihres Lupus ;) Mit keinem habe ich mitgefiebert, gehofft, gelacht, geweint. Es war einfach nicht mein Buch. Diese ganzen kurzen Sätze gingen mir auf den Keks. Ständig fingen Sätze mit dem gleichen Wort an, ständig und/und dann, das hat mich aggressiv gemacht. Eigentlich hatte ich mich riesig auf das Buch gefreut, aber es sollte wohl nicht sein. Ja, das Thema Einsamkeit wird eindrücklich beschrieben, aber meines Erachtens zu wenig daraus gemacht. Hätte ich “Der andere Arthur” vor “Der Gott des Waldes” gelesen, wäre es sicherlich anders gekommen, so war ich einfach enttäuscht. Nach so vielen guten Büchern in den letzten Wochen musste wohl der Tag mit dem einen kommen, das mir nicht gefällt.
Der ehemalige Lehrer Arthur Opp wiegt mittlerweile 250kg und hat seit 10 Jahren nicht mehr das Haus verlassen.
Sein Leben ist geprägt von Essen, Fernsehen und Lesen.
Kel Keller ist 18 Jahre alt und geht aufs College. Seine Mutter ist krank und sie versucht ihre Symptome mit Alkohol zu übertönen.
Eine melancholische, leise Geschichte über Einsamkeit, Krankheit, Kämpfen, Aufgeben, aber auch Neuanfang.
Die Story hat mir gut gefallen und auch zum Nachdenken angeregt.
Ich muss sagen, dass ich anhand des Klappentextes eine andere Erwartung an den Verlauf der Geschichte hatte. Es ist doch ganz anders gekommen. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig. Es geht die meiste Zeit um die Einsamkeit der Figuren und naja... Irgendwie hatte ich etwas anderes v.a. auch gegen Ende erwartet.
Vielleicht bin ich nicht das richtige Publikum.
Ich muss sagen, dass mich die erste Hälfte sehr erfreut hat zu lesen. So mochte ich besonders die Chemie zwischen Arthur und Yolanda. Ich weiß nicht, was danach passiert ist, aber der Wechsel der Sichten zwischen Arthur und Kel haben mich dann etwas rausgebracht. Trotzdem ein lesenswertes Buch.
Einsamkeit - lesenswert, aber in meinen Augen ist der Hype nicht ganz berechtigt
Einsamkeit ist ein zentrales Thema hier. Geschrieben aus zwei Perspektiven: Arthur, der sehr dicke ehemaliger Professor, der seit über 10 Jahren sein Haus nicht verlassen hat; und der 18 jährige sportliche Kel, der eine kranke Mutter hat und aus ärmlichen Verhältnissen stammt, jedoch auf eine privilegierte Schule geht.
Der gemeinsame Nenner der beiden ist Charlene, die Mutter von Kel und ehemalige Studentin und später Brieffreundin von Arthur. Aber ebenso überraschende Parallelen in der familiären Dynamik.
Der Schreibstil von Liz Moore ist wie auch schon in "Der Gott des Waldes" langsam, aber durchaus besonders und präzise. Mit den langen Ausführungen über Sport und das Training konnte ich persönlich wenig anfangen. Die Kel-Teile wurden jedoch mit der Zeit besser und deeper.
So ganz konnte mich das Buch leider nicht überzeugen, aber es war ein interessantes Leseerlebnis.
Arthur Opp hat seit über 10 Jahren sein Haus nicht verlassen, er wiegt über 250 Kilo und isst den ganzen Tag.
Ein Hilferuf seiner ehemaligen Studentin stellt Arthurs Leben komplett auf den Kopf. Was er nicht weiß ist das auch Charlene, mit der er sich über Jahre hinweg nur noch über Briefe ausgetauscht hat, mit einer schweren Sucht kämpft.
Ein wunderbares, herzerwärmendes Buch über Einsamkeit, Sucht, Familie & Freundschaft.
Ich habe es sehr, sehr gerne gelesen, hin und wieder eine Träne verdrückt. Wie sehr würde ich mir eine Fortsetzung wünschen, um zu erfahren wie es mit Arthur und Kel weiter geht!
Es fällt mir schwer, hier etwas zu schreiben. Vielleicht weil ich gedacht habe, die beiden würden sich früher treffen und sich dadurch in ihrer Persönlichkeit weiter entwickeln.
Auch wenn es nun anders war, haben mich beide Charaktere berührt und ich musste in den Lesepausen immer wieder an sie denken.
Am Ende ist da Hoffnung, es könnte sich was Gutes ergeben, das offene Ende lässt Zuversicht zu. Aber davor ist es sehr lange sehr traurig, die Einsamkeit und Verzweiflung der beiden Protagonisten ist so ergreifend beschrieben.
Eigentlich kommt wenig ganz unvorhergesehen, trotzdem haben mich manche Szenen richtig kalt erwischt. Das liegt natürlich an der mitreißenden Geschichte, aber auch zu einem großen Teil an der sehr geraden, in die Tiefe gehenden Sprache. Da hat mich nichts unberührt gelassen.
Ein Buch, das keine Wohlfühlmomente beschert, aber ein Genuss ist. Klare Empfehlung!
2 mal Arthur, 2 mal das Entdecken der Liebe zu sich selbst
Oh wow, das war mein Buch – Der andere Arthur – mit wunderschönen Charakteren! Ein Buch vielleicht darüber, dass man im Leben nicht alles geschehen lassen sollte – oder aber auch, dass man bestimmte Momente oder Zeiten, die man nicht ändern kann, mit einem liebevollen Blick akzeptieren sollte?
Anders, als erwartet…
…und trotzdem voller Einfühlungsvermögen im ruhig erzählten Schreibstil 🫶🏼.
Arthur und Kel verbindet vor allem eins: Einsamkeit. Bei dem einen offensichtlicher als bei dem anderen.
Zu beiden Charakteren habe ich gut Zugang gefunden, bei Arthur direkt, bei Kel hab ich eine Weile gebraucht. Eine Verbindung der beiden wird durch eine Schlüsselfigur, nämlich Kel‘s Mutter, geschaffen.
Zum Inhalt möchte ich gar nicht viel schreiben, da mir eine kurze Zusammenfassung diesbezüglich echt schwer fällt 🙈. Entdeckt das Buch einfach selbst, wenn ihr mögt 🙂.
Das Ende habe ich mir anders vorgestellt, bin im Nachhinein aber Fein damit!
Ein Buch über die Einsamkeit der Menschen. Ich habe sie in jedem Satz gefühlt. Trotzdem hat mich das Ende etwas ratlos zurück gelassen. Es war irgendwie zu glatt.
Ich habe erst jetzt gesehen, dass dieses Buch bereits 2012 erschienen ist. Vielleicht liegt es daran, dass mir die Komplexität fehlte die mich beim Gott des Waldes so gefesselt hatte.
Trotzdem ein tolles Buch auf das man sich einlassen muss.
📖 Der andere Arthur von Liz Moore
Auf dieses Buch bin ich vor ein paar Tagen zufällig gestoßen und weil „Der Gott des Waldes“ der Autorin ein Highlight war, habe ich direkt in die Leseprobe reingelesen und (das ist sehr selten bei mir) die hat mich direkt restlos überzeugt. Ich wäre schwer enttäuscht gewesen, hätte das Buch das nicht auch getan – aber das hat es und „Der andere Arthur“ ist definitiv ein Jahreshighlight! ❤️
Arthur, ein extrem übergewichtiger ehemaliger Literaturprofessor, hat seit Jahren sein Haus nicht mehr verlassen und versucht, seine Einsamkeit mit Essen zu füllen. Kontakt hat er nur zu seiner ehemaligen Studentin, mit der er unregelmäßig Briefe austauscht. Nachdem sie ihm eröffnet, ihr Sohn Kel brauche dringend Hilfe, sieht er sich gezwungen, sein Leben zu überdenken.
Auch Kel, der auf ein Sportstipendium hofft, fühlt sich einsam und verlassen. Aus Sorge um seine kranke Mutter wagt er es kaum, eigene Zukunftspläne zu schmieden und flüchtet sich in die Hoffnung, seinen leiblichen Vater zu finden.
Verbunden durch Kels Mutter beginnt für beide ein schwieriger Weg aus der Einsamkeit.
„Der andere Arthur“ ist ein ganz besonderes Buch: leise und unaufgeregt erzählt, begleiten wir die beiden Protagonisten in einer herausfordernden Zeit ihres jeweiligen Lebens. Liz Moore beschreibt sehr einfühlsam und bewegend, was in ihnen vorgeht, sodass man intensiv mit ihnen mitfühlt und ihre Einsamkeit mit voller Wucht zu spüren bekommt. 💔
Beim Lesen kommen mir so gut wie nie Tränen, aber hier war es beinahe so weit 🥹 Arthur und Kel scheinen beide liebenswerte Menschen zu sein, die ein glückliches Leben verdienen, und es erscheint so unfair, dass ihnen das nicht vergönnt ist. Vor allem Arthur ist ein starker Charakter, zu dem man direkt eine Verbindung hat.
Die Atmosphäre ist zugleich beklemmend wie auch heimelig schön. Trotz aller Tragik ist es dennoch ein Buch voller Hoffnung, das einen mit einem guten Gefühl zurücklässt, und mit dem Wunsch, Arthur und Kel noch ein bisschen länger begleiten zu dürfen.
⭐⭐⭐⭐⭐/5
Ein Buch, das einen definitiv länger beschäftigt und nicht mehr loslässt!
Zwei Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch auf eine leise, berührende Weise durch dieselbe Frau miteinander verbunden sind.
Zwei Perspektiven von Einsamkeit:
Ein verwahrloster, übergewichtiger Mann und ein sportlich erfolgreicher junger Mann. Beide kämpfen – jeder auf seine ganz eigene Art.
Während der eine durch ein tragisches Ereignis in eine tiefe Lebenskrise stürzt, beginnt beim anderen etwas zu wachsen, das lange gefehlt hat: Lebensfreude, Hoffnung und Selbstwertgefühl.
Ich wollte beide beim Lesen einfach nur in den Arm nehmen.
Das Ende ist eher offen, aber genau das macht es so realistisch – kein großes, überzogenes Happy End, sondern leise und glaubwürdig.
Mein zweites Buch von Liz Moore – Der Gott des Waldes hat mir im direkten Vergleich zwar noch ein kleines bisschen besser gefallen, aber auch dieses hier hat mich sehr berührt.
Ich mag ihren ruhigen, unaufgeregten Schreibstil und wie sie ihren Figuren echte Tiefe verleiht. Auch in diesem Buch wird wieder deutlich, wie groß die „Klassenunterschiede“ und somit die Chancen in den USA sind.
Wie Einsamkeit den Menschen prägt und wie man sich ihr widersetzt
🏠 Fast ein Drittel in Deutschland ist betroffen – als „unsichtbare Pandemie“ ergreift Einsamkeit unsere Gesellschaft mit schwerwiegenden Folgen. Diesem Thema widmet sich Liz Moore und zeigt am Beispiel zweier Protagonisten, dass Einsamkeit viele Facetten hat: Arthur ist stark übergewichtig, begibt sich aus Scham freiwillig in Isolation und verlässt sein Haus nicht. Kel wiederum ist oft unterwegs, beliebt und eigentlich doch immer umgeben von Freunden – doch mit seinen Gedanken ist er allein. Niemand weiß, dass seine Mutter zu Hause alkoholkrank ist und er ständig um ihr Leben fürchtet. Auch er verlässt sein gedankliches Haus nicht, offenbart seine Gefühle niemandem. Im Buch tauchen noch viele weitere Menschen auf, die von Einsamkeit geplagt sind. Hausbeschreibungen nehmen einen großen Teil der Handlung ein, weil die Inneneinrichtung den seelischen Zustand wiederspiegelt – der Ort, wo sich die Protagonisten fast ausschließlich aufhalten.
Dieses Buch ist ein Gegenstück zu ihrem Erfolg „Gott des Waldes“: Es beschränkt sich auf zwei Perspektiven, hat wenig Cliffhanger, ist atmosphärisch und hat ein langsames Pacing. Die Charaktere sind gut ausgebildet, da Moore immer verständnisvoll, aber nie mit herablassendem Mitleid auf Arthur und Kel schaut. Sie beleuchtet aber insgesamt eher die Ursachen als die tatsächlichen psychischen Auswirkungen von Einsamkeit.
(Ab hier Spoiler)
Im Laufe der Handlung treten immer Menschen in das Leben der Protagonisten ein und beide Figuren lernen ihr „geschlossenes Haus“ zu öffnen. Arthur geht auf Drängen der sympathisch unbeschwerten Haushaltshilfe Yolanda spazieren und zeigt sich der Welt draußen. Dadurch reflektiert er auch sein durch Scham geprägtes Verhältnis zum Vater. Kel wiederum gibt seine Emotionen preis und erlaubt sich Verletzbarkeit. Er akzeptiert seine Identität, die er weniger in der sterilen Welt der Eliten sieht, sondern in den leicht schmuddeligen Yonkers.
Das Ende hingegen hat zu wenig Höhepunkte und enthält keine finale Botschaft – es scheint eher locker auszuklingen. Irritierend ist deshalb auch der Klappentext, der andeutet, dass die Interaktion zwischen Arthur und Kel im Fokus steht – tatsächlich treffen sich die beiden im gesamten Buch nie. Somit ist das Buch nett zu lesen, aber (von den sympathischen Charakteren einmal abgesehen) ohne wirklich bleibenden Eindruck. Dazu gibt es nichts wirklich Neuartiges, was angesichts der drängenden Thematik schade ist.
[Nicht maßgeblich für die Bewertung, da es nicht die Schuld der Autorin ist: Ich finde das Layout durch die unregelmäßigen Absätze und häufigen halbleeren Seiten bei einem neuen Abschnitt äußerst unruhig. Das hat das Leseerlebnis leider auch beeinträchtigt.]
Super schwer eine Rezension zu schreiben, ohne zu spoilern.
Die Handlung hat mich überrascht. Ebenso der Schreibstil. Ruhig, einfühlsam und doch ganz besonders.
Ich mochte den Schreibstil unheimlich gerne!
Die Geschichte selbst beschreibt, wie schmerzhaft und tragisch sich Einsamkeit anfühlt. Tragik, Trauer, Schmerz! Was wäre wenn….
Das Ende hat mich überrascht. Ich hatte etwas anderes erwartet! Und doch sitze ich hier und denke über das Ende nach… male mir das Ende aus….
Aber ich habe auch noch unbeantwortete Fragen! Mehr als Antworten…🙊.
Wem geht es genauso?
Es fällt mir schwer dieses Buch in Worte zu fassen, ohne zu viel vorweg zu nehmen, daher halte ich mich kurz.
„Der andere Arthur“ hat mein Herz im Sturm erobert.
Diese doch sehr traurige Geschichte wird so einfühlsam und berührend erzählt, dass ich gar nicht anders konnte als Arthur in mein Herz zu schließen.
Es ist eines der Bücher, die bei mir noch lange nachhallen werden und dessen Charaktere ich wirklich aufrichtig vermisse. Ein ganz, ganz tolles Buch.
Wunderschön stimmungsvoller Roman, bei dem es um Einsamkeit geht und um das Wunder von unerwarteten Freundschaften
Mein erstes Buch von Liz Moore und bestimmt nicht mein letztes! 🥰
„In den zehn Jahren, bevor sie mich diesen Herbst anrief und bevor Yolanda zu mir kam, zehn Jahre, die ich ganz allein mit mir verbrachte, hatte ich Mittel und Wege gefunden, mich zu trösten. Einerseits natürlich mit Essen, aber darüber hinaus hatte ich die Vorstellung, dass es eine Überseele der Einsamkeit gibt. Etwas, das alle Einsamen dieser Welt miteinander verbindet und an das ich mich wenden kann, wenn ich besonders niedergeschlagen bin.“
Ein tiefgehendes Buch über Einsamkeit und das aneinander vorbeileben.
Starke Charaktere, welche beide unabhängig voneinander ihre ganz eigenen Päckchen zu tragen haben und dann in Kontakt kommen.
Gerne hätte ich das Aufeinandertreffen von Kel und Arthur mitbekommen.
Das Hausmädchen von Arthur tat ihm richtig gut und man merkt wie die Einsamkeit langsam weniger wird und er immer mehr aufblüht.
Arthur und Kel stehen am Ende des Buches an neuen Lebensabschnitten und können einen neuen Weg einschlagen.
Tolles Buch!!!
Arthur Opp, der 58-Jährige ehemalige Literaturprofessor wiegt 250 Kilo und hat seit über 10 Jahren sein Haus nicht mehr verlassen.
Kel Keller ist 18 Jahre alt, träumt davon Profisportler zu werden und kümmert sich so gut er kann um seine an Lupus erkrankte und alkoholabhängige Mutter Charlene.
Beide stehen in sehr unterschiedlichen Positionen im Leben, aber eines haben sie gemeinsam: die Einsamkeit.
Die Erzählperspektive wechselt zwischen Arthur und Kel, wodurch man die beiden auch gut kennenlernen kann. Generell sind die Charaktere sehr nahbar. Das Erzähltempo ist meistens eher ruhig ohne viel Spannung, dadurch hat es sich teilweise etwas gezogen.
Insgesamt ein sehr schöner Roman, welcher mich häufig zum Nachdenken gebracht hat.
Dieses Buch...vom Abbrechen-wollen zum Rotz-und-Wasser-Heulen 😅
Puh....dieses Buch....ich habe mich so sehr darauf gefreut, der Klappentext klang so vielversprechend.
Ich fing an zu lesen und als allererstes fiel mir die kleine Schrift und die vollgepackten Seiten auf 😣 Ich hätte mir da lieber ein dickeres Buch gewünscht, das wäre lesefreundlicher gewesen 😅🙈
Aufgrund dessen kam ich auch erst nicht wirklich weiter....ich habe plötzlich nur halb so viel lesen können, wie sonst in einer Stunde....der Zugang fiel mir erst recht schwer.
Als der erste Switch von Arthur zu Kel kam, kam ich dann etwas besser zurecht mit dem langsamen, detaillierten Schreibstil.
Doch dann begann es sich wieder zu ziehen....irgendwann habe ich das Buch fast abgebrochen....weil ich mir anhand des Klappentextes irgendwie etwas Anderes vorgestellt habe.
Nach ein paar Tagen wollte ich dann aber doch wissen, wie es weiter geht....und dann hatte mich die Story gepackt....
Ab ca etwas über der Hälfte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen....und dann weinte ich Rotz und Wasser....
Liz Moore schafft es die Einsamkeit der Protagonisten so toll und filigran zu zeichnen, ebenso den Charakter...
Ich kann jeden verstehen, der mit dem Buch nicht warm wird, da es wirklich seeeehr ruhig geschrieben ist.
Trotzdem bin ich heilfroh, dass ich es beendet habe und finde auch das Ende passend.
Arthur und Kel und auch Charlene und Yolanda werde ich sicher nicht so schnell vergessen ❤️
Ein langsamer Roman über zwei sehr einsame Menschen.
Nicht leicht zugänglich – aber am Ende warmherzig und berührend.
In „Der andere Arthur“ kreuzen sich die Wege des jungen Kel Keller und des zurückgezogen lebenden Arthur Opp. Kel wächst in schwierigen Verhältnissen auf, Arthur lebt allein in seinem Haus und hat sich seit Jahren aus der Welt zurückgezogen.
Langsam entstehen Verbindungen, die für beide etwas verändern.
Liz Moore erzählt von Einsamkeit – auf sehr unterschiedliche Weise. Kel ist jung, orientierungslos und oft auf sich allein gestellt. Arthur dagegen trägt die Einsamkeit eines ganzen Lebens mit sich herum. Seine Körperfülle, seine Ängste und seine Zurückgezogenheit haben ihn immer weiter von anderen Menschen entfernt. Der Roman zeigt, wie schwer es sein kann, sich auf andere einzulassen. Und wie viel Mut darin liegt, trotzdem einen Schritt auf jemanden zuzugehen.
Ich habe lange gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden. Der Roman erzählt ruhig und nimmt sich viel Zeit. Anfangs war mir das fast zu viel. Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr haben mich die Figuren erreicht. Vor allem Kel und Arthur. Ihre Einsamkeit ist so unterschiedlich – und doch verstehen sie einander auf eine Weise, die sehr berührt. Am Ende war ich mit der Geschichte versöhnt. Gerade weil sie sich Zeit nimmt. Und weil sie zeigt, dass Menschen einander manchmal genau dann finden, wenn sie es am wenigsten erwarten.
⭐️⭐️⭐️⭐️
Weil Der andere Arthur nicht sofort überzeugt – aber am Ende genau deshalb funktioniert.
#DerAndereArthur #LizMoore #Einsamkeit #ArthurOpp #KelKeller #Freundschaft #4Sterne
Liz Moore hat sich hiermit zu meiner Lieblingsautorin geschrieben. Auch das dritte Buch hat mich direkt wieder in den Bann gezogen und mich aus meiner Mini Leseflaute befreit. Das zentrale Thema Einsamkeit ist auf jeder Seite spürbar, manchmal so arg, das ich kurz innehalten musste.
In „Der andere Arthur“ geht es um Einsamkeit, um Unsicherheit im sozialen Leben. Und um zwei Menschen, in verschiedenen Stadien ihres Lebens, die doch eines eint: Unsicherheit und Einsamkeit.
Arthur Opp, Literaturprofessor und adipositös, hat seit Jahren sein Haus nicht mehr verlassen und lebt durch Erinnerungen und die Medien. Seinen einzigen Kontakt zur Außenwelt erfährt er auf dem kurzen atemraubenden Weg zur Haustür um den Lieferdienst zu empfangen.
„Seit ich mein Haus nicht mehr verlassen kann, habe ich oft das Gefühl, dass es zu einer physischen Manifestation von Platons Höhlengleichnis geworden ist, und das ich der Mann bin, der in der Höhle sitzt.“
Nur wenige Kilometer entfernt lebt Kel, der um ein Baseballballstipendium ringt, der sich aber gleichzeitig um seine kranke Mutter sorgt. Die Mutter wiederum verbindet eine Beziehung mit Arthur Opp. Sie entschließt sich ihm einen Brief zu schreiben, und ihn um Hilfe für ihren Sohn bei den Collegebewerbungen zu bitten. So setzt sie unwissentlich Denkprozesse bei Arthur in Gang, und zwar in eine Richtung, in die er es Jahrelang vermieden hat zu denken.
Liz Moore hat mit ihrem Roman über zwei einsame Seelen und ihren Weg heraus aus der Einsamkeit, ein eindrucksvolles Frühwerk geschrieben, über Angst, Gründe, die in die Einsamkeit führen (ob selbstverschuldet oder von außen instruiert). Aber sie hat auch zwei Charaktere skizziert, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Arthur ist klug und gebildet, hat seinen Tagesablauf und weiß, in welcher Situation er sich befindet. Aber erst der Brief zwingt ihn zum Handeln. Ich hatte manchmal das Gefühl, die Einsamkeit hat ihn gelähmt. Er ist der Protagonist, den wir als erstes in dem Buch kennen lernen und viel über seine Situation erfahren. Erst später im Roman kommt Kels Erzählstimme hinzu - und sie ist anders gefärbt. Er erzählt uns von der Schule, von seinem Schwarm, vom Baseball - hoffnungsvoll, und von seiner Beziehung zu seiner Mutter, zwischen Liebe und Hoffnungslosigkeit. Das schmerzt, denn tief im Inneren kennt auch er die Einsamkeit und die Angst. Diese beiden gegenläufigen Plotlinien faszinieren. Sie werden mit leisen Worten erzählt, beinahe strategisch werden die Protagonisten seziert.
„Wenn ich mir etwas wünsche, dann muss ich dem mit ganzem Herzen hinterher rennen, weil ich Angst habe, dass es sonst weggeht um mich zu bestrafen.“
Manchmal hat es regelrecht geschmerzt, von ihren Gedanken und Gefühlen zu lesen. Ein winziges Stück davon, von der Einsamkeit und von der Angst, hat wohl jeder schon einmal erlebt. Ich glaube, darüber habe ich mir bei der Lektüre dieses Buches am meisten Gedanken gemacht. Wieviel von Arthur und Kel stecken in mir?
Liz Moore lässt den Leser aber nicht nur mit negativen Emotionen zurück. Sie gibt den Protagonisten Rettungsleinen in die Hand.
„Ich glaube, wir können uns mit Menschen umgeben, die wir gern haben und bewundern, und dass die so etwas wie unsere Familie werden können.“
Es gab Passagen, da hat mich das Buch ein bisschen runtergezogen. Ich haderte mit dem Schicksal der Protagonisten, gerade weil sie so viel Projektionsfläche geboten hat. Dann gab es wieder Passagen, in dem die Handlung gefühlt stagniert hat. Ich kenne Liz Moores Stil mittlerweile, weiß auch, dass sie diese Pausen gerne setzt - fand sie aber in ihren späteren Büchern besser eingesetzt.
Ein Buch, das gleichsam über Einsamkeit und Hoffnung erzählt, mit zwei starken Erzählstimmen. Für mich hat das Tempo nicht ganz gestimmt. Deshalb vergebe ich vier Sterne.
„Wahrscheinlich wollte ich nichts kaputtmachen, was für mich gut und wichtig ist. Genau das war das Gefühl, das mich davon abgehalten hat, Ms Warren von meinen tollen Neuigkeiten zu erzählen. Wenn man Dinge laut ausspricht, dann werden sie gefährlich.“
Die ersten 130 Seiten waren wirklich super. In meinen Augen hätte das Buch auch nur über Arthur Opp sein können. Die Kel Passagen waren mir oft zu lang. Aber was sollte bitte das Ende? 🫠
Hat sich jedoch gut und schnell gelesen. Werde mir mal mehr von der Autorin geben, war mein erstes Werk von ihr.
Niemand ist wirklich „unsichtbar“ – jeder kann für jemanden wichtig werden.
Arthur Opp ist ein stark übergewichtiger, zurückgezogen lebender Mann, der seit Jahren sein Haus nicht verlässt. Sein Leben ist geprägt von Einsamkeit und Schuldgefühlen.
Parallel dazu wächst der junge Kel Keller in schwierigen Verhältnissen auf. Er ist klug und talentiert, hat aber kaum Chancen, sein Potenzial zu entfalten.
Ein ruhiger, emotionaler Roman mit starker Botschaft.
Ich mochte den Schreibstil und auch die Geschichte.
Was den Hype dieses Buches betrifft, hatte ich etwas mehr erwartet, bin aber froh es gelesen zu haben.
Der andere Arthur von Liz Moore, erschienen bei C.H. Beck, ist ein zartes und zugleich tief trauriges Buch über Einsamkeit und die Kraft menschlicher Verbindungen. Ich habe es mit großer Freude gelesen und konnte mich intensiv in die einzelnen Figuren hineinfühlen. Besonders gefallen hat mir der wiederkehrende Bezug zum Essen, der der Geschichte eine zusätzliche, sehr menschliche Ebene verleiht.
Liz Moore beobachtet genau und spürt einfühlsam in die Lebenswelten von Menschen hinein, die am Rande der Gesellschaft stehen. Im Vergleich zu „Gott des Waldes“ ist dies ein völlig anderer Stil – keineswegs spannend im klassischen Sinne, aber gerade darin liegt seine besondere Stärke und Schönheit.
„Ich dachte daran, wie vielen Menschen es so ging wie mir und wie viele Menschen vor Einsamkeit verzweifeln. Ich nehme an, das geschieht jeden Tag. Jeden Tag verliert jemand den Anschluss an die Welt und wird zum edlen Einsiedler, stellt stattdessen eine Verbindung zu sich selbst her, die Schlange frisst ihren Schwanz, und dann muss er ständig zur einsamen Überseele schauen, um Hilfe zu bekommen;…“
Ich habe „Der andere Arthur“ von Liz Moore mit 3 Sternen bewertet, vor allem, weil ich aufgrund des Klappentextes etwas anderes erwartet hatte. Ich bin davon ausgegangen, dass der Fokus stärker auf der Beziehung und dem gegenseitigen Einfluss der beiden Protagonisten liegt. Tatsächlich bleibt das eher subtil und im Hintergrund.
Was das Buch aber sehr gut macht: Es ist angenehm zu lesen, fast schon leise. Die Figuren sind fein gezeichnet und wirken authentisch, ohne überladen zu sein. Besonders gelungen fand ich den Perspektivwechsel zwischen den beiden Erzählsträngen. Der Schreibstil passt sich spürbar den jeweiligen Protagonisten an, was der Geschichte eine zusätzliche Tiefe gibt.
Thematisch bewegt sich der Roman viel um Einsamkeit, Orientierungslosigkeit und das Gefühl, im eigenen Leben festzustecken, ohne dabei hoffnungslos zu wirken. Es schwingt immer eine gewisse Wärme mit.
Für mich war es insgesamt ein gutes, zugängliches Buch mit starken Momenten, aber nicht ganz das, was ich erwartet hatte. Wer ruhige, charaktergetriebene Geschichten mag, wird hier definitiv etwas finden.
Ganz nett, aber overhyped, meiner Meinung nach. Habe mir ganz was anderes vorgestellt. Dennoch würde ich ein zweiten Teil lese , da soo viele unbeantwortet Fragen zu klären sind.
„Der andere Arthur“ erzählt die Geschichte zweier Außenseiter in New York.
Arthur Opp ist ein ehemaliger Literaturprofessor und hat seit 10 Jahren sein Haus nicht mehr verlassen. Er ist einsam und findet nur Trost im Essen. Daher ist Arthur auch extrem übergewichtig, was ihn noch mehr isoliert. Sein einziger Kontakt nach draußen sind Briefe, die er sich mit seiner ehemaligen Studentin Charlene schreibt, für die er einst Gefühle hegte. Sie ist auch die Verbindung zu dem anderen Außenseiter Kel Keller. Kel ist ein 17jähriger Junge, dessen großer Traum ein Sportstipendium ist, der ohne Vater aufwächst und der sich nirgendwo zugehörig fühlt. Seine Mutter Charlene ist krank, möchte aber für Kel ein besseres Leben und schickt ihn auf eine sehr gute Schule. Unter den wohlhabenden Schüler*innen fühlt Kel sich fremd. Ihn belastet die familiäre Situation, er schämt sich und sucht nach seinem Platz im Leben.
Als Charlene eines Tages Arthur bittet Kel bei seinem Schulabschluss zu helfen, beginnen sich eingefahrene Muster zu bewegen. Die junge Putzhilfe Yolanda bringt zusätzlichen neuen Schwung in Arthurs Leben, während Kel in Lindsay eine wahre Freundin findet.
Mir hat besonders gut gefallen, wie zart und feinfühlig die authentischen Charaktere ausgearbeitet wurden. Es ist ein ruhiger Roman, der zwischen zwei Erzählperspektiven wechselt. Beide Erzählstränge vereint die Einsamkeit, die Perspektivlosigkeit und die Ausgegrenztheit. Dabei hatte ich beim Lesen aber nie das Gefühl von Hoffnungslosigkeit, sondern empfand eine positive Grundstimmung. Sowohl Arthur als auch Kel benötigen erst einen Schubs von einer anderen Person, um eine Änderung in ihrem Leben herbeizuführen.
Dies erzählt Liz Moore sehr liebevoll und empathisch in einem wunderbaren Schreibstil. Sie kreiert eine warmherzige Stimmung, so dass ich gerne noch ein bisschen länger der Geschichte gefolgt wäre. Das Ende kam für mich ein bisschen abrupt, ist aber stimmig.
Die Geschichte ist schön und auch interessant zu lesen. Nichts desto trotz ist es in Summe zu sehr in die Länge gezogen. Große Überraschung gab es nicht. Das Ende war eher langweilig. Die Idee der Geschichte, besser verpackt - das wäre es. Der Hipe ist eher zu hoch angesetzt.