20. Apr.
Rating:5

Was für ein wertvolles Buch

Eine Zeitreise und eine Familiengeschichte. Wie liebevoll recherchiert. Eine tolle Frau , die sich durch schwere Zeiten kämpfte und eine Geschichte die aufzeigt, wie gut es wir jetzt haben, aber es leider für selbstverständlich halten und wie dankbar wir unseren Großmüttern, Müttern sein müssen!, dass wir Frauen so leben können wie wir es jetzt tun! Doch viele wissen das nicht zu schätzen. Auch frage ich mich, was bleibt von mir?

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
12. Apr.
Rating:5

Wir alle sterben zwei Tode...

In diesem Roman beschreibt der Autor seinen Versuch, aus Bruchstücken des Lebens seiner Urgroßmutter ein Ganzes zu erschaffen. Er findet Bilder, betreibt Ahnenforschung, besucht Orte, liest sich in die Geschichte unseres Landes ein. Versucht, die Lebensrealität der Jahre um 1900 zu verstehen und muss sich dabei immer wieder eingestehen, dass er dies bloß mit der Brille, dem Wissen, der Hybris unserer heutigen Zeit tun kann und niemals ohne. Niemals vorurteilsfrei, niemals ohne Mutmaßungen und Interpretationen und Bewertungen aus heutiger Sicht. Die Mischung aus historischem Wissen und der eigenen Kreation des Lebens seiner Vorfahren hat mich gefesselt und berührt, erinnert sie mich doch daran, dass auch ich über das Leben meiner Urgroßeltern - sogar über den Großteil des Lebens meiner Großeltern - nur mutmaßen kann. Hätte ich sie mehr danach fragen sollen? Seine Umschreibungen der Vergänglichkeit, der Dinge, die von uns bleiben, der Fotos, aus denen wir heute lesen was wir lesen wollen sowie der zwei Tode, die jeder von uns stirbt, hat mich noch lange beschäftigt. ☆☆☆☆☆ 5 Sterne für Anna, von der wir gewiss sagen können, dass sie eine faszinierende Frau war, obgleich wir ihr Leben, Lieben und Leiden nicht annähernd greifen können.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
31. März
Rating:3.5

Eine persönliche Reise durch die Zeit

Angenehm zu lesen und unaufgeregt geschrieben begleitet man Anna auf ihrer Lebensreise. Dabei durchbricht der Autor immer mal wieder den Lesefluss, um die Lesenden mit der Nase darauf zu stoßen, dass es sich bei Anna zwar um eine reale Person handelt, die Geschichten, die er erzählt, jedoch durchaus subjektiv gefärbt sein müssen, da er sich als ihr Biograf aufgrund spärlicher Informationen einiges selbst zusammenreimen musste. Mir hat es Freude bereitet, Anna auf ihrem Weg zu begleiten.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
28. Feb.
Rating:5

Ich fand das Buch ganz großartig! Besonders beeindruckt haben mich der einfühlsame Schreibstil und die Art, wie die Ereignisse dargestellt werden. Das Leben von Anna wird sehr persönlich und einfühlsam gezeigt, sodass man das Gefühl bekommt, ihr wirklich nahe zu sein. Der Autor hat es geschafft, die Biografie seiner Urgroßmutter so zu erzählen, als ob er sie mir direkt persönlich erzählt hätte. Ihr Verhalten und ihre Entscheidungen zeigen, wie stark und zielstrebig sie als Frau war. Anna ist eine beeindruckende Frau, die genau wusste, was sie wollte, und deren Persönlichkeit einen noch lange begleitet. Gleichzeitig hat das Buch auch nachdenklich gestimmt. Es regt dazu an, über die eigenen Angehörigen und ihre Geschichten nachzudenken – etwas, worüber man als Kind selten nachdenkt. Erst wenn man bewusst darüber nachdenkt, wird einem klar, wie wenig man über die Zeit und das Leben der eigenen Verwandten weiß. Dieses Gefühl von Nachdenklichkeit und auch ein wenig Traurigkeit bleibt nach der Lektüre zurück. Alles in allem ist „Anna oder: was von einem Leben bleibt“ ein großartiges, bewegendes Buch, das sowohl durch Anna als auch durch die einfühlsame und persönliche Darstellung ihres Lebens überzeugt.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
12. Feb.
Nicht das was ich typischerweise lese, aber ich konnte es nicht aus den Fingern legen!
Rating:5

Nicht das was ich typischerweise lese, aber ich konnte es nicht aus den Fingern legen!

Der Autor schafft es, einen Spannungsbogen zu ziehen, sodass man erst aufhören kann, wenn man weiß wie die Geschichte von Anna ausgeht. Spannend, voller Schicksal und verwoben mit anderen Geschichten, weiß man nicht was sie erwartet, bangt und hofft.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
9. Feb.
Rating:5

Wunderbar geschrieben…

Und leicht lesbar. So könnte Geschichtsunterricht auch aussehen. Mir hat gut gefallen, dass Henning Sussebach die Geschichte seiner Urgroßmutter in den geschichtlichen Kontext eingebettet hat und nichts dazu gedichtet hat. Die Art und Weise, wie er sich ihrem Leben versucht zu nähern, ohne viel Informationen zu haben, hat mich sehr beeindruckt. Ich dachte auch erst, wie schade. Aber wenn ich nur an meine Großeltern denke, weiß ich so gut wie nichts über deren Leben. Und eine Generation davor— nichts. Durch die Verknüpfung zu wichtigen Ereignissen zu dieser Zeit, bekommt man eine leise Ahnung wie es vielleicht auch in der eigenen Familiengeschichte ausgesehen haben könnte.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
2. Feb.
⭐️⭐️⭐️⭐️(⭐️) Absolut lesenswert!
Rating:4.5

⭐️⭐️⭐️⭐️(⭐️) Absolut lesenswert!

"Jeder Mensch stirbt zweimal." Schon mit diesem ersten Satz hatte mich der Autor. Er erklärt, dass es neben dem natürlichen Tod noch den "sozialen" Tod gibt - der des Vergessens in der sozialen Gemeinschaft. Wenn sich niemand mehr an einen Menschen erinnert, ist er zum zweiten Mal gestorben. Und so versucht Henning Sussebach, anhand weniger Belege, Fotos und persönlicher Aufzeichnungen, das Leben seiner Urgroßmutter Anna nachzuvollziehen und für die Leser erlebbar zu machen. Dinge, die nicht historisch zu belegen sind, schmückt er mit liebevollem Blick auf seine Ahnin aus: "ich wünsche Anna, dass es ein großes, fröhliches Fest gab" oder so ähnlich. Und so können die Leser ein Leben nachvollziehen, das absolut gewöhnlich für die damalige Zeit war und doch recht ungewöhnlich anhand der Umstände, die Anna zu bewältigen hatte und der Entscheidungen, die sie dabei traf. Gleichzeitig lässt uns der Autor teilhaben an den großen und kleinen Entwicklungen jedes Jahres - in der Welt und in Annas Wohnort. Ich habe Henning Sussebach sehr gern auf seiner Spurensuche begleitet und freue mich sehr, dass er Anna mit diesem Buch ein verdientes Denkmal gesetzt hat - stellvertretend für all die tüchtigen Frauen ihrer Generation!

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
5. Jan.
Rating:3.5

Ein kurzweiliger Roman, der es schafft mit kurzen Jahreszusammenfassungen den Leser/die Leserin in die Welt der Urgroßmutter zu holen. Dabei bemächtigt sich der Autor einer Sprache, die mit alten Wörtern zur Wortschatzerweiterung beiträgt. Das Buch macht den Zeitraum 1880-1930 lebendig, jedoch liest es sich eher wie ein Geschichtsbuch und weniger wie ein Roman, da aufgrund der fehlenden Infos über das Leben viel offen bleibt und nur vermutet werden kann.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
31. Dez.
Berührend und wissenswert gleichzeitig
Rating:3.5

Berührend und wissenswert gleichzeitig

Ich habe viel über die Geschichte und die Ereignisse der Jahre gelernt, in denen Anna gelebt hat. Das hat mir wirklich gut gefallen. Auch war Annas Leben sehr ereignisreich, bewegend und berührend. Nach dem Klappentext habe ich allerdings andere Erwartungen gehabt. Ich hatte gehofft, dass es mehr gesicherte Erkenntnisse über ihr Leben gibt, dabei waren es doch zum großen Teil Vermutungen.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
28. Dez.
Rating:4

Unerwartet gut!

Der Autor beschreibt sehr berührend das Leben seiner Urgroßmutter Anna. Die zwischendurch erwähnten geschichtlichen Ereignisse in der Welt fand ich erfrischend zu lesen, da das eigene schulische Wissen wieder hervorgeholt wurde bzw . man auch Neues erfuhr. Hätte nicht gedacht, dass mich diese Erzählweise - wie z.B. die Gedanken des Autors - fesseln wird. Einige seiner Gedanken über die damalige Zeit, als auch die Gegenüberstellung mit der heutigen Zeit, haben mich zum Nachdenken angeregt. Man macht sich Gedanken über sein eigenes Leben und ob man Spuren seines Lebens hinterlässt, sodass man nie in Vergessenheit gerät...

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
28. Dez.
Rating:4

Was weißt du eigentlich über deine (Ur-)Urgroßeltern?

„Anna oder: was von Leben bleibt“ ist ein Versuch der Erinnerung. Oder auch ein Versuch der Rekonstruktion. Es stellt die Frage an den Lesenden, was diese*r eigentlich über die eigenen Vorfahren weiß. Ich kann für mich sagen, väterlicherseits nichts. Ich kenn ja noch nicht mal die Rolle meines Vaters in der DDR, oder genauer der Stasi. Geschweige den weiß ich, warum meine Großeltern ihren Geburtsort verlassen haben nach dem zweiten Weltkrieg und dann in Frankfurt/Main gelebt haben, um irgendwann in den 60er Jahren in die DDR zurückzukehren. Von mütterlicherseits weiß ich eben so wenig. Ich kenne meine Urgroßeltern noch, aber die Erinnerungen sind schwach. An meine Urgroßmutter erinner ich mich nur in einem kleinen Moment. Bei meinem Urgroßvater sieht es anders aus. Er hat beim Halma spielen oft vom ersten Weltkrieg erzählt. Zum zweiten hat er hingegen immer geschwiegen. Bei beiden Familienstämmen weiß ich quasi nichts. Hat es mich nicht interessiert? Nein, das würde ich nicht sagen, ich würde eher sagen, Fragen wurden ignoriert. Oder abgetan. Mich hat das Buch in vielen Momenten an das kurz zu vor gelesene Buch „Treppe aus Papier“ erinnert. Es ist ein Versuch der eigenen Geschichte auf den Grund zu gehen. Zu schauen, woher kommt man. Welches Leben haben die Vorfahren gelebt. Welche Hürden müssten sie überwinden. Es ist aber auch eine Erinnerung daran, was uns heute alles möglich ist. Eine Erinnerung daran das eigene Leben mehr zu schätzen, ihm mit mehr Demut zubegegnen. Ich habe lang gebraucht um mit dem Buch und was es mir sagen möchte ins reine zu kommen. Geschwankt zwischen es gefällt mir gar nicht und es gefällt mir einfach zu gut. Es ist es Buch das Zeit braucht. Das Zeit möchte. Für die eigenen Gedanken. Für Gespräche. Es ist eine etwas andere Biografie. Und vielleicht gerade deswegen so lesenswert.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
22. Dez.
Rating:4

Eine starke Frau, wie jede andere ihrer Zeitepoche und doch einzigartig...

Ich habe die Geschichte als Hörbuch genossen. Am Anfang fand ich den Schreibstill total merkwürdig, es hörte sich an, als würde die Sprecherin eine Enzyklopädie der deutschen Geschichte vorlesen. Aber... ... mit der Zeit wird Anna und ihr Leben in diesen historischen Kontext eingebettet und man versteht die Intention des Autors viel klarer. Denn er hat keine direkte Informationen über seine Urgroßmutter, sondern stellt sich Anna inmitten der historischen Ereignisse vor und spinnt sich vorsichtig ihre Lebensgeschichte zusammen. Die Idee fand ich grandios.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
21. Dez.
Rating:4

Ein ungewöhnliches Buch. Die Geschichte wird erzählt, nicht in Romanform, vieles ist unbekannt und wird nur vermutet. Parallel stellt Autor Ereignisse der Weltgeschichte vor..Vieles war mir neu. Trotz dieser ungewöhnlichen Erzählungart hat mich dieses Buch gefesselt und ich habe es in wenigen Tagen gelesen.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
23. Nov.
Rating:4.5

Das Cover, ein Gemälde von Leon Giran-Max (1867 - 1927), hat mich zunächst an die Jahreszeiten Winter, Frühling, Sommer und Herbst erinnert. Es trägt jedoch den Namen:" Frau im Mohnfeld", wobei ich die Frau nicht entdecken konnte. Trotzdem ist das Bild sehr passend, denn die Urgroßmutter von Henning Sußebach von der das Buch erzählt, lebte in einem ähnlichen Zeitraum von 1866 bis 1932. Jene Urgroßmutter wurde als Anna Kalthoff geboren und kam mit 20 Jahren als Lehrerin in das Dorf Cobbenrode. Ein kleiner Ort mit 83 Häusern und 507 Einwohnern die, aber mit Post, Kirche und Gaststätte. Und mit einem großen Haus, in dem Clemens Vogelheim lebte, der vier Jahre jünger als Anna war und der ihr Mann werden sollte, denn Lehrerinnen hatten ledig zu sein und zu bleiben. Jeder Mensch stirbt zweimal sinniert der Autor. Einmal biologisch beim letzten Atemzug und einmal sozial, wenn er auch in den Erinnerungen der Mitmenschen nicht mehr vorkommt. Diese Gedanken habe ich auch des öfteren, denn aus meiner Familie sind bereits einige mir sehr nahestehende Personen zumindest den ersten Tod gestorben. An dem zweiten hindern sie noch meine Erinnerungen, die ich auch meinen Töchtern weiter gebe. Henning Sußebach hat das Gedenken an seine Uhr mit einem Schreibstil zwischen Klarheit und Poesie verfasst. Dadurch ist das Buch sehr angenehm zu lesen. Die Dokumente und Fotos unterstreichen dieses. Da es nicht so viele direkte Niederschriften über Anna Kalthoff, später Vogelheim und noch später Raesfeld gibt, füllt der Autor die Lebensjahre zwischen dem Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts mit Daten der Weltgeschichte wie dem 1. Weltkrieg, der Spanischen Grippe und den Beginn des Nazitums. Oder mit Geschehnissen an Annas Wohnort. Und auch die Entwicklung der Emanzipation spielt eine Rolle. Mir hat das Buch gut gefallen, es ist ein persönliches Geschichtsbuch. Da meine Großmutter von 1900 bis 1994 gelebt hat, war gerade auch die Anfangszeit von Anna sehr interessant für mich. Ich empfehle "Anna oder: Was vom Leben bleibt" für alle, die sich für persönliche und allgemeine Geschichte begeistern können.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
22. Nov.
Rating:4

Berührende Spurensuche mit tollem historischen Hintergrund

Das Buch ist eine faszinierende Mischung aus Biografie und Geschichtsstunde, bei der der Autor dem Leben seiner Urgroßmutter Anna nachspürt. Man lernt viel über das Sauerland im ausgehenden 19. Jahrhundert und vor allem über die Rolle der Frau in dieser Zeit. Anna erscheint als eine für ihre Zeit sehr moderne, widerständige Frau. Trotz der guten Recherche und des flüssigen Schreibstils ist es für mich ein Buch, das ich nach der letzten Seite zufrieden zuklappe. Es hat nicht diesen "Sog", der einen das Buch Jahre später nochmal aus dem Regal ziehen lässt. Ein lesenswertes, ruhiges Buch für alle, die sich für deutsche Familiengeschichten und historische Zusammenhänge interessieren.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
20. Nov.
Wenn kleine Dinge große Leben erzählen
Rating:5

Wenn kleine Dinge große Leben erzählen

Was für ein Fund: Henning Sußebach gräbt in einer Schachtel mit Fotos, Poesiealbum-Einträgen und einem alten Verlobungsring und zaubert daraus das Porträt einer Frau, die mehr war als ihre Zeit erlaubte. Anna Kalthoff ist keine historische Ikone, sondern eine lebendige Widergängerin — jemand, der man gern einen Kaffee hinstellt, um anschließend stundenlang zuzuhören. Der Autor bleibt nah an den kleinen Dingen: ein Kaffeeservice, eine Postkarte, ein Satz in einem Heft — und plötzlich erzählt das Alltägliche von Mut, Trotz und einem feinen, fast frechen Selbstbestimmungswillen. Das Buch lebt von dieser Zärtlichkeit für Details und von Sußebachs klarer Stimme. Statt in verstaubten Archivbegriffen zu versinken, erzählt er mit einem Augenzwinkern und mit dem Ehrgeiz, eine Frau wieder sichtbar zu machen, die sonst im Familiengedächtnis verschwunden wäre. Die Sprache ist warm, manchmal direkt, immer persönlich — so als würde einem ein Bruder oder ein guter Freund die Familiengeschichte beichten. Emotional wird es dort, wo eigene Lebenslinien auftauchen: die Erkenntnis, dass Entscheidungen von Vorfahren sich wie verschlungene Straßen in das eigene Leben legen. Manche Stellen könnten noch tiefer graben, ein paar Zusammenhänge bleiben absichtlich offen — das ist aber eher künstlerische Zurückhaltung als Mangel. Insgesamt ein berührendes, kluges Buch über Selbstbestimmung, Liebe und die Kunst, die eigene Vergangenheit zu retten. Empfehlenswert für alle, die Familiengeschichten nicht als trockene Archivalien sehen, sondern als lebendige Erzählungen, die Mut machen.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
17. Nov.
Rating:4

Henning Sußebach nähert sich dem Leben seiner Urgroßmutter an. Das gelingt in einem schönen Gleichklang aus Fakten und gleichzeitig dem Versuch viele Lücken zu füllen. Ein interessanter und wohlwollender Einblick in das Leben einer Frau zur Jahrhundertwende - ohne Pathos, sondern mit sehr viel Einfühlungsvermögen und geschichtlicher Einordnung.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
22. Okt.
Unfassbar tolles Buch für einen Einblick in die Vergangenheit
Rating:5

Unfassbar tolles Buch für einen Einblick in die Vergangenheit

So leicht zu lesen und sehr interessant wie das Leben damals für viele Frauen war. Die Einblicke in die Vergangenheit, als wenn man einfach ein Fenster öffnet und einen Ausschnitt sieht. Besonders gut gelungen finde ich, sind die Jahresausschnitte immer im Vergleich was in der Welt so passiert und zu Cobbenrode. Trotzdem gibt es einem ein Gefühl vom Eintauchen in die damalige Zeit. Ein besseres Verstehen, wie es damals war.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
9. Okt.
Rating:4

Henning Sussebach setzt sich mit dem Leben von Anna, seiner Großmutter auseinander. Anhand von einem Poesiealbum, ein paar Fotos und Postkarten resümiert er ihr Leben. Er spekuliert, setzt Teile aus Fotos, Postkarten und mündlichen Überlieferungen zusammen. Anna war für ihre Zeit eine moderne Frau. Erst war sie Lehrerin, durfte wegen des Berufes nicht heiraten. Als sie später mit ihrer großen Liebe zusammen findet, hält das Glück nicht lange an. Anna hatte es nicht leicht, war mutig, hat sich durchgebissen. Der Roman ist kein gewöhnlicher Roman. Der Autor packt alle Überlieferungen und Dokumentationen zusammen und rekonstruiert so die Geschichte seiner Großmutter. Hart ist ihr Leben aber zart und poetisch die Worte, die der Autor für sie findet. Er möchte, dass sie nicht vergessen wird, ein Teil von ihr für immer bleibt. Mittendrin werden interessante Fakten aus der aktuellen Zeit geliefert. Fast eine kleine Geschichtsstunde ist dieses Buch. Sehr interessant fand ich hier die Erwartungen und Ansprüche an die Frauen dieser Zeit. Auch die Auswirkungen der politischen Hintergründe auf das Leben von Anna und ihrer Familie ist ganz toll. Manchmal war ich Anna ganz nah, in anderen Abschnitten war sie mir eher fern. Ein Leben, das heute unvorstellbar erscheint und es doch so wichtig ist, sich zu erinnern, zu wissen wie unsere Vorfahren gelebt haben und dadurch vielleicht auch etwas mehr Dankbarkeit für das Heute zu empfinden. Mich hat das Buch sehr berührt und deshalb empfehle ich es euch gern weiter.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
3. Okt.
Lasst euch ein auf diese Reise in die Vergangenheit, lest über eine außergewöhnliche Frau, die ihrer Zeit voraus war

Lasst euch ein auf diese Reise in die Vergangenheit, lest über eine außergewöhnliche Frau, die ihrer Zeit voraus war

🌳ANNA ODER: WAS VON EINEM BLEIBT - Die Geschichte meiner Urgroßmutter von Henning Sußebach🌳 erschienen im C.H. Beck Verlag, 205 Seiten ✨Leseempfehlung!✨ Stimmen zum Buch: „Sußebach holt exemplarisch die Erinnerung an seine Urgroßmutter hervor, stellvertretend für die vielen Frauen, die Großes geleistet haben“ hr2 Kultur Am Morgen Worum geht’s? Ahnenforschung, Liebe, Verlust, Emanzipation, Hoffnung und die Irrungen, Wirrungen und Schicksalsschläge des Lebens Autorenportrait: Henning Sußebach, Jahrgang 1972, ist Redakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT. Für seine Reportagen wurde er mit einigen der wichtigsten deutschen Journalistenpreise ausgezeichnet, darunter der Deutsche Reporterpreis, der Theodor-Wolff-Preis, der Henri-Nannen-Preis und der Egon-Erwin-Kisch-Preis. Mein Leseeindruck: Henning Sußebach hat hier ein berührendes, sorgfältig recherchiertes Buch über das Leben seiner Großmutter verfasst. Eine Biografie von Anna Kalthoff, einer starken, unangepassten Frau ihrer Zeit, 1866 geboren. Zunächst wird sie zur Lehrerin in einer Klosterschule ausgebildet und erhält im Anschluss eine Anstellung in dem kleinen Ort Cobbenrode, wo sie ihren Ehemann kennen lernt. Doch das Glück wärt nicht lange, sie wird viel zu früh Witwe. Anna führt ein bewegtes Leben mit vielen Schicksalsschlägen. Sußebach erzählt die Geschichte einfühlsam, lebendig und eindringlich, wie sie ausgesehen haben könnte, mit echtem Bildmaterial belegt. Gerne empfehle ich dieses wunderbare Buch weiter. Schreibstil, Titel, Cover und Kapitellänge waren für mich stimmig und haben mich überzeugt. Fazit: Lasst euch ein auf diese Reise in die Vergangenheit, lest über eine außergewöhnliche Frau, die ihrer Zeit voraus war Eure, Claudia #leseliebe #lesecommunity #Buchempfehlungen#Buchtipp #neuerscheinungen

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
23. Sept.
„Dieses Buch ist der Versuch, eine Erinnerung zu retten.“
Rating:5

„Dieses Buch ist der Versuch, eine Erinnerung zu retten.“

Das Buch hat mich berührt und ich finde es sehr lesenswert! Habe gar nicht damit gerechnet, dass es mich so mitreißen würde. Der Autor macht sich auf die Spuren seiner Urgroßmutter Anna. Er hat nicht sehr viele Quellen zur Verfügung, einiges überlegt er sich, wie es gewesen sein könnte, anhand der gesellschaftlichen und politischen Situation in Deutschland rund um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert. „Anna war dabei, als die Welt sich weitete, die Räume für eine Frau wie sie aber eng blieben.“ Aber nicht mit Anna, sie ist ihren Weg gegangen und hat sich nicht unterkriegen lassen. Zweimal heiratete sie aus Liebe (jeweils einen jüngeren Mann, damals undenkbar 🤭), leitete die örtliche Poststelle und lebte ein volles Leben. Ich habe das große Glück, meine Urgroßeltern mütterlicherseits gut gekannt zu haben 🫶🏻, vielleicht hat das Buch deshalb so mit mir räsoniert. Früher oder später werden wir alle eine Generation sein, die viele Generationen zurückliegt. Der Autor kämpft mit seinem Werk gegen die Zweidimensionalität, die länger verstorbenen Menschen oft anhaftet. Was hat sie angetrieben? Was haben sie gefühlt? Wer waren sie außerhalb von politischen Umbrüchen? Es geht nicht immer um die großen geschichtlichen Ereignisse, sondern um die kleinen Dinge des Alltags. Sehr tolles, berührendes und emphatisches Buch! Macht Euch gern ein eigenes Bild! 5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
29. Aug.
Rating:5

Dieses tolle Buch innerhalb eines Tages gelesen 🥰

Ich konnte es nicht aus der Hand legen 😌 Anna war leibhaftig vor mir, mit mir und immer neben mir.,So toll geschrieben und ganz besonders toll: Nebenbei nochmal kurz Nachhilfe in Geschichte. In Literatur, Kunst und Politik - aber besonders auch die Geschichte der Frauen! Jede Frau sollte dieses Buch lesen, absolute Empfehlung.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
13. Aug.
Rating:5

Urenkel arbeitet Leben seiner Urgroßmutter auf - sehr gelungen

Der Autor beginnt sein Buch mit der Frage, was von einem Menschen 3 Generationen später noch übrig ist und begibt sich auf Forschungsreise zum Leben seiner Urgroßmutter. Dabei setzt er die wenigen Hinterlassenschaften in Relation zu den jeweiligen geschichtlichen Ereignissen und fügt Bildmaterial bei. Ich fand das Buch sehr interessant und spannend.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
12. Aug.
Rating:5

Was für ein fantastisch gut geschriebenes Buch

Ich hatte dieses Buch entdeckt und es hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Die etwas andere Erzählweise, mit den so unglaublich toll aufgelisteten historischen Ereignissen, hat mich nicht mehr losgelassen. Ich war sehr gerührt und es hat mich an vieles aus meiner Familie erinnert. Dieses Buch hat es mir angetan und ich kann Henning Sussebach und allen fleißigen Helferinnen und Helfern nur danken, dieses tolle Buch zusammen getragen und geschrieben zu haben. Klare Leseempfehlung und sogar eher ein Muss.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
29. Juli
Rating:5

Zutiefst berührend: Henning Sussebach hat das Leben seiner Urgroßvater Anna, geboren 1866, gestorben 1932, erforscht, anhand weniger Fotos, zwei Poesiealbums, einer Handvoll Briefe und Dokumente, einem Verlobunsgrung, einem Kaffeeservice. Anna war eine ungewöhnliche Frau, die ihren Lebensunterhalt als Lehrerin in einem kleinem sauerländischem Dorf verdiente, zwölf Jahre warten musste, bis sie ihren Geliebten heiraten konnte, schnell wieder Witwe wurde und eine Gastwirtschaft und eine Poststelle führte. Menschen sterben zwei Tode, stellt Henning Sussebach fest: einen biologischen und einen sozialen. Schnell wird man vergessen, es bleiben nur Bruchstücke der Erinnerung, Fakten, eine biografischen Hülle ohne Wesenskern. Mit seinem Buch setzt er der starken, selbstbewussten, dem Frauenbild ihrer Zeit trotzenden Anna ein zartes, liebevolles literarisches Denkmal. Ich war beim Lesen oft sehr angerührt.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
24. Juli
Rating:5

Sternebewertung fiktiv

Was bleibt von einem Leben, wenn niemand mehr erzählt? Kann man aus wenigen Spuren ein ganzes Leben rekonstruieren, mit Herz, Tiefe und historischem Feingefühl? Henning Sußebach kann. „Anna oder: Was von einem Leben bleibt“ Ich habe mich gefragt: Was weiß ich eigentlich über meine Urgroßeltern? Über ihre Gedanken, Entscheidungen, ihr kleines großes Leben? Henning Sußebach stellt sich genau dieser Frage und schreibt das Leben seiner Urgroßmutter Anna auf, obwohl kaum mehr als ein paar Archivvermerke, Fotos und Erinnerungsfetzen geblieben sind. Und er macht daraus ein bemerkenswertes Buch. Der Einstieg hat bei mir etwas gedauert vielleicht, weil alles so leise beginnt. Doch dann absolute Sogwirkung. Anna, Dorflehrerin mit Haltung, Jahrgang 1887, wohnhaft im sauerländischen Cobbenrode. Eine Frau mit eigenen Überzeugungen, die für ihre Zeit zu modern denkt, zu stark auftritt, zu wenig schweigt. Und genau deshalb so faszinierend ist. Sußebach erzählt nicht einfach Geschichte, er verwebt sie. Persönlich, recherchiert, reflektiert. Zwischen den Zeilen spürt man nicht nur Annas Welt, sondern auch die Welt, die verloren geht, wenn niemand sie erinnert. Politische Umbrüche, gesellschaftlicher Wandel alles fließt in dieses schmale Buch ein, das in Wahrheit so viel mehr erzählt als nur ein Leben. Besonders stark waren die Integration alter Fotos, Dokumente, Zeitzeugnisse. Keine große Show, aber große Wirkung. Ich mochte dieses Buch. Sehr. Weil es mich berührt hat und weil es mir einmal mehr gezeigt hat, wie wertvoll Erinnern sein kann. Wer aus seiner Familiengeschichte ein Buch schreiben würde, über wen würdest du schreiben? Und warum? Schreib’s mir in die Kommentare. #henningsußebach #annaoderdasleben #chbeck #buchliebe #instabook #lesetipp #deutschegeschichte #frauenleben #literaturempfehlung #leseliebe #biographischesbuch #bücherliebe #familiengeschichte #lesenverbindet

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
12. Juli
Auf den Spuren der Großmutter
Rating:3

Auf den Spuren der Großmutter

"Jeder Mensch stirbt zweimal." Mit "Anna oder: Was von einem Leben bleibt" nimmt uns der Redakteur und Autor Henning Sußebach mit auf die Spuren seiner Urgroßmutter. Es ist ein Buch über gesellschaftliche Konvention und die Rolle der Frau im Wandel jener Zeit. Einer Zeit, die zwar den industriellen Fortschritt brachte, jedoch einen gesellschaftlichen Rückschritt. Wir beobachten wie Sußebach respektvoll und sehr sensibel, Stück für Stück versucht, die Frau hinter den Familienannekdoten zusammenzusetzen. Viel steht ihm dabei nicht zur Verfügung, denn außer ein paar wenigen Fotos, einem Poesiealbum und ein paar Postkarten hat nichts von ihr die Zeit überdauert. Und so bleibt viel im Dunkeln und allein Sußebachs Vorstellungen von seiner Urgroßmutter überlassen. Anna, eine Frau, die früh gegen Konventionen verstieß und alle ihr vorbestimmten Pfade verließ. Der Einstieg ins Buch mit der Erklärung zu dem oben genannten Zitat und was es mit diesen zwei Toden auf sich hat, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Sußebach findet hier wunderschöne Worte. Und ich staune auch über die Sorgfalt und Mühe, die er sich mit diesem Buch gemacht hat, gerade auch, weil es kaum Zeugnisse von seiner Urgroßmutter gibt. Da kann ich nur meinen Hut vor ihm ziehen. Letztlich konnte er mich persönlich jedoch nicht richtig abholen. Das liegt mit Sicherheit daran, dass seine Urgroßmutter mir noch ferner ist, als ihm selbst - es ist nicht meine Urgroßmutter - was mich dadurch emotional einfach nicht erreicht hat. Ich blieb außen vor und war eigentlich nur ein Voyeur.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
22. Juni
Rating:5

Hommage an die starke Großmutter

Henning Susebach hat ein seiner Uroma ein besonderes Buch gewidmet. Er hat versucht, ihr Leben ins Jetzt zu holen und ihren Alltag, ihre Gefühle und ihr Leben zu schildern. Das schafft er, indem er akribisch die damalige Zeit studiert hat und in lokalen Archiven gesucht hat. Trotz allem bleibt das Leben seiner Vorfahrin vage, es existieren zu wenige überlieferte Quellen von ihr. Dies thematisiert er auch und gibt zu, dass alles auch anders gewesen sein könnte. Klar wird, dass sie eine starke Frau war, die wohl manchmal unangepasst war. Seite 120: „In einer Notiz wird Anna als Donnerwetter beschrieben, als ehemalige Lehrerin zielbewusst, rechthaberisch, berechnend, egoistisch. Eventuell verhält sie sich bloß wie ein Mann.“ Dieses Hineinversetzen in ihre Gefühle und ihre möglichen Gedanken macht der Autor sehr gekonnt und poetisch. Anna wurde so plastisch und menschlich vor meinem Auge. Dazwischen bettet der Autor in knappen Sätzen historische Ereignisse eben diesen Jahres. Eine schöne Einordnung!

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
22. Juni
Rating:4

Sehr interessant, aber....

Zuerst einmal: Das Buch hat mir gut gefallen, allerdings ist es ganz anders, als ich es erwartet habe. Ich habe eine Geschichte erwartet aber eher einen Bericht bekommen, wie der Autor die Spurensuche nach seiner Urgroßmutter angegangen ist. Nachdem ich mich darauf eingelassen habe, konnte ich mit dem Autor auf die Reise in die Vergangenheit begeben. Da es nur wenige konkrete Anhaltspunkte gibt, die sich auf die im Buch beschriebene Anna beziehen, konnte man häufig denken, dass auch die eigenen Verwandten in ländlicher Umgebung ähnlich gelebt haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass Buch als Leitfaden und Anregung zur eigenen Ahnenforschung zu nutzen. Der Autor schreibt sehr liebevoll über "seine" Anna und schafft es, das Bild einer starken, ihrer Zeit vorausschauenden Frau zu zeichnen, die Ohren Weg mutig und geradlinig geht, auch wenn es sicher nicht immer einfach war.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
16. Juni
Rating:4

Wie mag es wohl gewesen sein? Eine Spurensuche.

An allererster Stelle sei gesagt, dass es von meiner Seite wieder ein großes Kompliment an die Cover- und Buchgestaltung für den Verlag gibt. Ganz sicher hätte ich auch im Buchladen zu diesem Schmuckstück gegriffen. Aber auch der Inhalt konnte mich wirklich berühren und überzeugen. Wir begleiten Anna, die im Sauerland Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Weg geht. Wir wandeln auf den Spuren eines Frauenlebens, das wie das vieler ihrer Zeitgenossinnen mutig und tatkräftig gelebt wurde. Anna geht ihren Weg für die damaligen Verhältnisse wirklich fortschrittlich und dass wir heute etwas über sie erfahren dürfen, obwohl niemand mehr verblieben ist, der sie noch persönlich gekannt hat, liegt im Engagement ihres Urgroßenkels und Autors Henning Sussebach begründet. Er hat eine Sammlung aus Zeitzeugnissen zusammengestellt und rekonstruiert anhand derer das Leben dieser besonderen Frau, die stellvertretend für so viele steht, deren Geschichte unerzählt bleiben wird. Der Schreibstil ist dabei flüssig und mühelos zu lesen und es bereitet Freude, gemeinsam mit dem Autor zu mutmaßen, welche Begebenheiten sich aus den unterschiedlichen Schriftstücken und Kleinoden ableiten lassen. Ich habe initial kurz inne gehalten und mich gefragt, was das eigentlich für ein Genre ist, in dem aus Zeitzeugnissen Geschichten kreiert werden und ob mich dieser der Fantasie entsprungene Aspekt stört. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass er das nicht tut und ich dadurch einen sehr nachvollzieh- und nachfühlbaren Einblick in längst vergangene Alltagsstrukturen erhalten konnte. Dabei wächst die Achtung für die Leistung, die es bedeutet in der damaligen Zeit ein Frauenleben zu leben. Und ebenso blüht auch der Wunsch, noch mehr solcher Frauen im Rahmen von Erzählungen ein Denkmal zu setzen. Eine kurzweilige Lektüre, die meinen Horizont erweitert hat und für die ich eine Empfehlung aussprechen möchte. HINWEIS: Kostenloses Exemplar bei vorablesen gewonnen. Ihr lest hier meinen unabhängigen Leseeindruck.

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
11. Juni
Eine bewegende Geschichte über eine Frau des 19./20.Jahrhunderts
Rating:5

Eine bewegende Geschichte über eine Frau des 19./20.Jahrhunderts

🌄Das Buch "Anna oder: was von einem Leben bleibt" von Henning Sussebach ist das Porträt seiner Urgroßmutter, die zwischen 1867 und 1932 gelebt hat. Der Autor versucht seiner Urgroßmutter Anna eine Stimme zu schenken, indem er aus den wenigen Überbleibseln von ihr eine Geschichte kreiert, die er mit historischen Fakten und seinen eigenen Vorstellungen ergänzt. 🌄Da ich das Thema Ahnenforschung total spannend finde, hat mich die Geschichte über Anna sehr fasziniert. Ich mochte den Schreibstil des Autors sehr, sodass ich seine Urgroßmutter bildlich vor Augen hatte, obwohl der Autor gar nicht so viele Erinnerungsstücke von ihr besitzt. Er lässt eine Person weiter in unseren Erinnerungen leben, die sonst längst vergessen wäre. Anna war für die damalige Zeit eine sehr moderne Frau, die mit vielen Schicksalsschlägen und historischen Umbrüchen zu kämpfen hatte. Es war interessant in die Vergangenheit einzutauchen, meine Geschichtskenntnisse etwas aufzufrischen und dabei den Lebensweg von Anna von ihrer Kindheit bis zu ihrem tragischen Tod mitzuerleben. 🌄Das Buch hat mich stark berührt, da es zeigt, wie wertvoll ein jedes Leben ist und dass jede Lebensgeschichte es Wert ist, erzählt zu werden. Ich empfehle das Buch allen, die sich für Ahnenforschung und Geschichte interessieren. Meine Lieblingszitate "Wir erschließen uns vergangene Leben meist in Anlehnung an die Vorstellungen, die wir von der betreffenden Epoche haben. Das bedeutet: Wir passen Individuen dem Bild an, das wir uns vom Damals machen - was dem Einzelnen die Einzigartikeit nimmt." (Seite 107) "Die Zeit gleitet wie die Lichtleiste eines Kopierers über die Generationen hinweg: Auf Dunkel folgt kurz hell, dann wird es wieder dunkel. Es geht schnell." (Seite 196)

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck
4. Juni
Rating:5

Was für ein Leben!

Was für ein interessantes Leben, das Anna, die Urgroßmutter von Henning Sußebach, geführt hat. Und verrückt, was nach so einem bewegten Leben am Ende übrig bleibt... Ihr Leben und der Kontext ihrer Zeit wurden vom Autor anschaulich aufgearbeitet und in den passenden Kontext gesetzt. Spannend, was parallel zu solch einem "normalen" Leben alles passiert ist. Allerdings war Annas Leben sicher alles andere als normal, wenn man die Konventionen der Zeit betrachtet und wie viele davon Anna Reasfeld, geborene Kalthoff, verwitwete Vogelheim im Laufe ihres Lebens gebrochen hat. Auch die Gedanken, Gefühle und Ansichten, die der Autor seiner Vorfahrin zuschreibt, passen sehr gut, es ist aber auch immer mit einem "vielleicht" versehen, weil sie dazu niemand mehr befragen kann. Das Cover gefällt mir gut und lässt ein wenig die Landschaft erahnen, in der Henning Sußebachs Urgroßmutter gelebt hat. Wer sich für Geschichte und wahre Lebensläufe interessiert, findet hier eine passende Lektüre!

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Anna oder: Was von einem Leben bleibtby Henning SußebachC.H.Beck