15. Aug.
Rating:5

Absolut empfehlenswert

Die Erzählungen sind inhaltlich und sprachlich sehr divers. Teils dürfen wir in magischen Wäldern eintauchen, begleiten Liebende oder finden uns auf dem Friedhof mit zwei Trauernden wieder. Charlotte Mew kommt aus einer kinderreichen Familie, indem zwei ihrer Geschwister an Schizophrenie erkrankten. Gemeinsam mit ihrer Schwester entschied sie sich gegen eine eigene Familie, um das Erbgut nicht weiterzugeben. Nach dem Tod der Schwester, nimmt sich Charlotte Mew selbst das Leben. Der Tod ist in den Erzählungen allgegenwärtig und wirkt zeittypisch als etwas Erstrebenswertes als bedrohlich. Mein Lieblingszitat: „Die schönsten menschlichen Pläne liegen jedoch in den Händen des Schicksals und der Unordnung, die es anrichtet, […]“ S. 181 (Schicksalshafte Treue). Verlust, Einsamkeit, Liebe und viele Versionen der Nacht, um einige von vielen Themen des Werkes zu benennen, werden zum Teil in einer hervorstechenden Prosa. Hervorzuheben ist das Nachwort, um die biografischen Bezüge in den Erzählungen zu erkennen. Charlotte Mew‘s Schreibstil kommt für mich dennoch mystisch und undurchdringbar daher, welcher viel Raum für Interpretation lässt. Mit viel Anerkennung für die Autorin verbleibe ich wehmütig und voller Achtung dem Tod und der Liebe zurück mit der Frage: Geht Liebe über den Tod hinaus? Fazit: Ein sehr gelungenes Werk und absolut empfehlenswert für Alle, die die hohe Kunst der Literatur mögen.

Einige Arten zu lieben
Einige Arten zu liebenby Charlotte MewC.H.Beck