Ein fiktives aber plausibles Szenario über einen begrenzten russischen Angriff auf die NATO (vor allem im Baltikum).
Das schmale Buch spielt im Stil eines politisch-militärischen Szenarios durch, wie ein begrenzter russischer Angriff auf NATO-Gebiet aussehen könnte. Ausgangspunkt ist eine Zeit nach einem fiktiven russischen Sieg über die Ukraine. Ganz wichtig ist zu verstehen, dass der Autor hier nicht die Zukunft vorhersagen will, sondern, basierend auf bestimmten Annahmen, eine von vielen möglichen Entwicklungen durchspielen will. Konkret geht es um die politische und militärische Vorbereitung und Durchführung eines russischen Angriffs auf die estnische Stadt Narwa, vorgeblich, wie so oft, um der angeblich unterdrückten russischen Minderheit dort zu helfen. Dieses Szenario ist inzwischen gut bekannt und hat leider wenig von seiner Aktualität verloren. In Massalas Szenario bringt die NATO nicht die Widerstandskraft auf und lässt im Ergebnis die Annexion Narwas (und einiger weiterer kleinerer Ziele) durch Russland zu. Hier endet das Szenario. Für das Verständnis der Reichweite eines solchen Ausgangs wäre es gut gewesen, wenn der Autor für seine Leserschaft ausbuchstabiert hätte, welche weiteren Folgen das für uns Deutsche und andere Europäer hätte. Denn es ist mehr als absehbar, dass in einer solchen Situation große Teile der deutschen Bevölkerung den Konflikt scheuen würden, auch weil ihr nicht klar ist, welche langfristigen Folgen eine solche Nachgiebigkeit hätte. Insoweit könnte man argumentieren, das Massala das Titel-Thema nur teilweise bearbeitet. Unter dem Strich aber ein sehr lesenswertes Buch, das zum Mitdenken anregt.
































