Mit den Augen des Malers und den Worten des Schriftstellers
1958 reiste Carlo Levi im Auftrag seines Verlags nach Deutschland. Seine Eindrücke schrieb er bei seiner Rückkehr auf. Maler und Schriftsteller zugleich beschreibt Levi mit den Worten des Schriftstellers was die Augen des Malers sehen. Dadurch entsteht eine dichte, bildhafte Darstellung. Ob alles sich genau zugetragen hat, muss bezweifelt werden. Die Wahrnehmung des Kommunisten und Juden schien von Vorurteilen gefärbt zu sein. Levi findet keinen Zugang zu Deutschland. Was für ein Unterschied zu seinem Bericht über seine Verbannung nach Süditalien zwanzig Jahre zuvor. Dort fand er Zugang, wurde so stark geprägt, dass der gebürtige Turiner in Aliano begraben werden wollte. Neubauten, die im Weltkrieg zerstörte Gebäude ersetzten, bezeichnet er als seelenlos. 1975 gestorben erlebte Levi nicht mehr, dass dies in Nähe Alianos auch geschah. Vom Erdbeben 1980 zerstört, wurde das Nachbardorf Alianello aufgegeben und durch ein seelenloses Dorf ersetzt. Bleibt ein interessanter Aussenblick über das geteilte Deutschland der Nachkriegszeit.

