2. Mai
Rating:5

Für mich ein ganz tolles Buch!!! Mit vielen leisen Tönen, ganz sanft und detailliert geschrieben. Wobei es im Laufe der Seiten auch lauter wird. Schön uns schnell zu lesen, ich wollte das Buch nicht mehr weglegen. Ich habe mich in Honey verliebt und möchte in ihrem Alter auch noch so jung im Herzen sein.

Honey
Honeyby Victor LodatoC.H.Beck
16. Jan.
Honey 🫶🏻
Rating:4.5

Honey 🫶🏻

Ein ganz besonderes Buch, welches mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wir begleiten die 82 jährige Honey, die über ihr bisheriges Leben nachdenkt, über die Schattenseiten und die Liebe. Ich mochte ihre Art sehr und musste oft laut lachen, war aber mindestens genauso oft nachdenklich und habe mit Honey gefühlt. Ganz große Empfehlung ⭐️

Honey
Honeyby Victor LodatoC.H.Beck
23. Mai
Rating:3

📚 Inhalt Honey ist eine ältere Dame, 82 Jahre alt, doch jung im Herzen. Sie hat viel erlebt und ein schillerndes Leben geführt. Nun, da ihre besten Freundinnen verstorben sind, verlässt sie ihre Wahlheimat L.A. und kehrt zurück nach New Jersey, ihre Heimat, der sie für immer den Rücken kehren wollte. Eigentlich denkt Honey, dass ihr Leben nach dem Umzug in ruhigen Bahnen verlaufen wird. Was soll schon in der Kleinstadt ihrer Kindheit und Jugend passieren? Doch sie ahnt nicht, welche Herausforderungen ihr noch bevorstehen. Honey wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert – ob sie will oder nicht. Und sie muss sich entscheiden: Will sie die Vergangenheit ruhen lassen oder will sie Rache? 📖 Meinung Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Begegnet ist es mir zufällig in einer Buchhandlung am Bahnhof. Wenn ich Zeit überbrücken muss, während dem ich auf den Zug oder Bus warte, verbringe ich gerne meine Zeit in Buchläden und schaue mich um. Und das Cover ist mir direkt ins Auge gestochen. Da ich mit älteren Menschen zusammen arbeite, finde ich es sehr schön und wichtig, wenn sie Platz und Aufmerksamkeit in den Mainstream-Medien bekommen. Und Honey ist eine wirklich besondere Seniorin. Denn sie wirkt nicht bemitleidenswert, süss oder zerbrechlich, nein, sie ist einfach eine erwachsene ältere Dame, die noch ganz genau weiss, was sie will und es in der Regel auch bekommt. Alles in allem waren das eigentlich ganz gute Voraussetzungen. Aber leider muss ich sagen, dass mich das Buch nicht so ganz gecatched hat. Ich kann auch nicht wirklich sagen, was es war, aber die Geschichte konnte mich leider nicht ganz so fesseln, wie ich es mir gewünscht hätte. Und da ich wirklich einige positive Rückmeldungen zu diesem Buch gelesen habe, habe ich mich gefragt, ob es an mir liegt? Und sind wir mal ehrlich, aber was ist das für eine dumme Frage? Geschmäcker sind doch einfach unterschiedlich. Nur weil ich viele gute Rezensionen gelesen habe, muss es nicht heissen, dass mir das Buch gefallen wird. Es war wirklich okay und Honey ist wirklich eine tolle Protagonistin. Aber leider konnte es mich einfach nicht ganz erreichen.

Honey
Honeyby Victor LodatoC.H.Beck
10. März
Post image
Rating:4

Der Autor Victor Lodato hat mit dem Roman „Honey“ ein eigenständiges Werk geschrieben, in dessen Mittelpunkt die bereits 82-jährige Honey steht. Klappentext: Honey ist 82. So alt, dass Beerdigungen sich nicht mehr anfühlen wie ein Arrivederci, sondern eher wie ein A presto: ein Bis bald. Nach einem Leben als Kunstexpertin in den besten Auktionshäusern von Los Angeles ist sie nach New Jersey zurückgekehrt – in eine Heimat, die sie als Teenager gegen alle Widerstände verlassen hat. Die interessantesten Tage ihres Lebens liegen hinter ihr, glaubt sie. Aber sie irrt sich. Zurück in der Stadt ihrer Kindheit muss sich Honey ihrer Vergangenheit stellen. Und sie muss sich mit ihrer Familie auseinandersetzen, in deren Garten die Leichen nicht nur sprichwörtlich vergraben liegen. Und plötzlich ist sie sich nicht mehr sicher, was sie wirklich will – Vergebung oder Rache. Victor Lodato erzählt rasant und witzig von Gewaltstrukturen im italo-amerikanischen Milieu und von einer Frau, die mit Witz und Freiheitsliebe ihr ganz eigenes Leben gelebt hat. Ihm gelingt ein einzigartiges Porträt einer hochaltrigen Heldin, das mit seinen liebenswert schrägen Außenseiterfiguren, mit Ironie, Wortwitz und großartigen Dialogen eine Geschichte weiblicher Wut und Rache erzählt, wie man sie so noch nicht gelesen hat. Mich hat der etwas andere Schwerpunkt von diesem Buch interessiert. In diesem Roman steht eine etwas ältere, aber dennoch adrette Dame mit dem wohlklingenden Namen Honey im Mittelpunkt und lässt den Leser an ihrem Leben Anteil nehmen. Ich hatte keine konkreten Erwartungen an dieses Werk, dennoch habe ich mich voller Vorfreude in dieses Abenteuer gestürzt. Der Erzählstil von Lodato passt wahrlich perfekt zu dem Charakter der Honey. Mit viel Wortwirz wird hier das Leben von Honey, welche eigentlich Ilaria Fazzinga heißt, erzählt. Mit sarkastischem Unterton wird ihr Leben beleuchtet und zum Teil ist der Erzählstil sehr direkt, es wird nichts beschönigt. Und dann gibt es wieder blumigere Passagen, wo eher umschrieben wird – hier werden unangenehme Details schöngeredet oder zum Teil ganz verschwiegen. Mit viel Humor und einer gut in Szene gesetzten Sprachgewalt bekommt der Leser einen Eindruck in den Alltag dieser älteren Dame. Dieser Roman wird aus der Perspektive von Honey erzählt, sodass man einen vielseitigen Eindruck in ihre Gedanken und Gefühle bekommt. Auch ihre Erinnerungen werden näher beleuchtet, innerhalb des Buches gibt es ein paar Rückblenden. Dadurch erkennt der Leser, welche Anekdoten Honey geprägt haben, welche Erfahrungen sie bereits in jungen Jahren gemacht hat und wie die Bindung zu ihrer Familie, insbesondere zu ihrem Vater war. Die Erzählperspektive führt auch dazu, dass man sich der Protagonistin noch stärker verbunden fühlt. Man ist als Leser quasi direkt am Geschehen und hat das Gefühl, dass Honey die Rückblenden einem direkt erzählt, damit man die Zusammenhänge besser erkennt. Nach dem Tod ihrer zwei besten Freundinnen kehrt Honey wieder zurück in ihre Heimatstadt. Dabei lässt es sich nicht vermeiden, dass sie wieder auf ihre Familie trifft, denen sie eigentlich den Rücken gekehrt hatte. Honey muss sich mit der Vergangenheit auseinander setzten. Stück für Stück erkennt der Leser die Zusammenhänge und muss auch erkennen, dass sie aus einer mafiösen italienischen Familie entstammt, welche nicht einfach zu handhaben ist. Honey ist damals in die weite Welt gezogen, um sich den schönen Sachen des Lebens – wie Kunst oder Mode – zu widmen. Auch dachte sie, dass sie dank Psychiater all dies verarbeitet hat. Als die toughe und modebewusste Dame von Welt dann wieder auf ihre Familie trifft, muss sie einiges überdenken. Honey hat wirklich einen interessanten Blickwinkel auf die Welt, ihr eigenes Leben und das Bestreiten des Alltags und ist dabei recht weltoffen, hat sie doch selbst auch schon einiges erlebt. Allgemein hat es mir viel Freude bereitet, diese starke Frau durch ihr Leben zu begleiten. Mitzuverfolgen, wie sie die Welt sieht und dabei die ein oder andere Hürde meistert, und dabei immer auf ihr Aussehen achtet, hat mir als Leser großes Vergnügen bereitet. Gelungen fand ich hier auch die Darstellung der Nebencharaktere. Ihr Neffe der Familie Fazzinga ist ein machtgieriger Mann, der nur schwer Widerworte ertragen kann. Er möchte immer noch an alte Erfolge anknüpfen und schwört dabei auf das Familienunternehmen. An seiner Seite ist der gewaltbereite Sohn Peter, welcher wohl später seinen Platz in der Familienhierarchie einnehmen soll. Als starker Kontrast ist hier der zweitgeborene Sohn Michael. Dieser ist feinfühliger und sucht seinen Platz in der Welt und auch sich selbst. Honey erkennt seine missliche Lage erst später und gibt ihr Bestes, um Michael zu helfen. Ein wichtiger Part ist auch die Nachbarin Jocelyn. Auch sie wirkt eher verloren und sucht noch nach ihrem Platz. Leider hat sie auch einen Hang zu gewalttätigen, dominanten Männern, welche dieses Verhalten von Jocelyn ausnutzen. Die Beziehung zwischen den beiden Nachbarinnen fand ich immer recht faszinierend, wenn auch für mich nicht immer greifbar. Es ist nicht immer leicht zwischen den beiden und ab und zu haben sie ihre Differenzen. Ein ebenso wichtiger Charakter ist der Maler Nathan. Dieser ist offen und feinfühlig. Er hilft Honey in gewissen Situationen und ist für sie eine wichtige Stütze, aber auf der anderen Seite bereichert auch Honey das Leben von Nathan – es ist ein geben und nehmen. Den Umgang der beiden miteinander fand ich sehr gelungen dargestellt. Insgesamt lebt dieser Roman von seinen zwischenmenschlichen Beziehungen und im Mittelpunkt dieser steht Honey. Der Autor Victor Lodato konnte mich mit seinem Roman „Honey“ überzeugen. Im Mittelpunkt steht hier diese außergewöhnliche Frau, welche mit viel Sarkasmus und Weltoffenheit ihr Leben meistert. Ich habe mich wahrlich gut unterhalten gefühlt. Von mir gibt es 4 Sterne.

Honey
Honeyby Victor LodatoC.H.Beck
10. Jan.
Rating:4.5

Ein gut erzählter Roman, der viele Facetten, Lebensweisen und Einstellungen anschaulich schildert und Lösungsansätze aufzeigt, aber nicht aufzwingt. Kurzweilig, tiefsinnig, sarkastisch, interessant hat mir dieser Roman sehr gut gefallen.

Blut ist dicker als Wasser. Ob dieses Sprichwort zutrifft, zeigt sich im Lebensweg der 82jährigen Honey. Nachdem sie vor vielen Jahren als Jugendlich ihre italienische (in den USA lebende) Familie und ihre Heimatstadt verlassen hat, kehrt sie nach einem erfolgreichen Leben in ihre Heimat zurück. Stück für Stück rollt sich ihr Leben auf und wir lernen eine allein lebende, selbstbewusste, quirlige, einsame, traurige, alte Damen kennen, die etwas ganz besonderes ist, aber auch viele Päckchen und psychische Belastungen mit sich herum schleppt. Im Rückblick auf ihr Leben stellt sie fest: "Sich mit zweiundachtzig nicht selbst zu kennen, war eine erniedrigende und missliche Lage." Und dann sind da noch die Nachbarin, der Maler und trassexuelle Großneffe. Und problembelastet ist auch das Verhältnis zum Neffen. Im weiteren Voranschreiten der Story kamen mir ein paar Ereignisse etwas überspitzt vor, machen aber Sinn zur Darstellung der Zerissenheit zwischen Vergeben und Sühne. Und auch mit 82 ist die Suche nach Glück und Sinn noch aktuell. Ein gut erzählter Roman, der viele Facetten, Lebensweisen und Einstellungen anschaulich schildert und Lösungsansätze aufzeigt, aber nicht aufzwingt. Kurzweilig, tiefsinnig, sarkastisch, interessant hat mir dieser Roman sehr gut gefallen.

Honey
Honeyby Victor LodatoC.H.Beck
20. Sept.
Absolute Lese-Empfehlung!!!
Rating:5

Absolute Lese-Empfehlung!!!

„Das Leben war keine Algebra-Aufgabe und kein Algorithmus. Es war eher wie das Komponieren einer Sinfonie, bei der der Schlusssatz wichtig war: ein Schlussfeuerwerk, das nicht wie in der Mathematik die Dinge addierte, sondern die Seele an die Oberfläche brachte und die Zusammenhänge erhellte - so wie das Präludium und die Sonate, das Adagio und das Allegro zusammengehörten. Selbst wenn die Erzählung von Blut und Krieg handelte, brachte der Schlusssatz eine Auflösung, oder zumindest Symmetrie. Honey hatte ihr ganzes Leben der subtilen Kunst der Ästhetik gewidmet, und es wäre eine Sünde, wenn sie ihr Leben in Disharmonie beschließen würde.“ (s.157) Habt ihr schon mal ein Buch aus der Sicht einer 82-jährigen Protagonistin gelesen? Einer Dame am Ende ihres Lebens. Die zurückkehrt an den Ort ihrer Kindheit, ihren Wurzeln, die ihr Leben hinterfragt, sich ihrer Vergangenheit stellt. Trauer, Reue, Selbsterkenntnis- das Heilen alter Wunden und der Wunsch nach Vergebung… Allein dies macht das Buch zu etwas ganz Besonderem und Außergewöhnlichem. Honey ist zwar 82, aber noch äußerst fit, eine edle Dame, die Wert auf ihr Äußeres legt, sich schick zurechtmacht, die nicht auf den Mund gefallen ist und ihre Prinzipien hat - eine starke Frau! Als Tochter eines zwielichtigen Italienischen Clanchefs in New Jersey hatte sie es nicht leicht und hat sich mit 17 Jahren von ihrer Familie distanziert, um ihr eigenes Leben leben zu können. Doch von Honeys sozialem Umfeld ist niemand mehr übrig und nachdem ihre beiden engsten Freundinnen gestorben sind, hält sie Nichts mehr in Los Angeles, und sie kehrt nach New Jersey zurück. Warum genau, kann sie selbst eigentlich garnicht so genau sagen, denn zu ihrer Familie herrscht nachwievor eine große Distanz. Und auch die Bekanntschaften aus ihrer Kindheit haben nicht unbedingt ein gutes Ende genommen und sind ihr nicht gar freundlich gesinnt. Aber die Liebe hat Honey nochmal gefunden und zu ihrer neuen Nachbarin Jocelyn entspinnt sich auch eine vielschichtige Freundschaft. Doch in Honeys Vergangenheit liegen nicht nur sprichwörtlich Leichen begraben und die Geschichten ihrer Vergangenheit werden in Honey wieder wach - unweigerlich muss sie sich damit auseinandersetzen und erfährt dabei noch so viel mehr über sich selbst. „Winken und Lächeln - ein echter Auftritt. Denn was war sie anderes als eine Frau, die immer schauspielerte, sich jeder Handbewegung mehr als bewusst war und die immer genau wusste, wie ihre eigene Stimme klang? Vielleicht hatte die Zeit alles zu etwas Groteskem erstarren lassen - einen Charakter erstarren lassen, der schon immer rigide konstruiert war. Das jahrelange Manierlichseinmüssen, die Anstandsregeln, der Personalstil, selbst ihre dornige Liebe - ihre besondere Hausmarke - waren nichts als Ablenkungen, Fassaden, die sie zweifellos von tieferen Wahrheiten entfremdet hatten, zu denen sie einst unbedingt vordringen wollte. Jetzt spielte sie mit der Wahrheit, flirtete mit ihr, selbst da, wo es um Leben und Tod ging.“ (S.162) Victor Lodato porträtiert uns hier eine so starke und vielschichtige Protagonistin, mit einer ebensolchen starken und vielschichtigen Geschichte, eine Retroperspektive auf das eigene Leben und was man noch anfangen möchte mit der Zeit, die einem noch bleibt oder der Frage, was man noch gutmachen möchte. Mit Witz und Tragik, Schlagfertigkeit und Ratlosigkeit, Schmerz und Freude - alles liegt so nah beieinander und gehört ebenso zusammen. Ein ganz starkes literarisches Werk, das ich von ganzem Herzen empfehlen möchte!

Honey
Honeyby Victor LodatoC.H.Beck
19. Sept.
Ein wundervolles Buch, dass mir viele schöne Lesestunden beschert hat.
Rating:5

Ein wundervolles Buch, dass mir viele schöne Lesestunden beschert hat.

"Sie roch Corrados Aftershave, bestimmt etwas Teures - aber er hatte zu viel davon genommen. Eines der Dinge, die Honey auf die Palme brachte: dass die Leute Düfte über sich gossen, als sei es Bratensauce." Ilaria "Honey" Fazzinga ist für ihre italienische Familie eine persona non grata. Als rebellische Teenagerin hat sie es geschafft sich aus dem Einflusskreis ihrer Familie, vor allem aber ihres Papas, zu befreien. "Una famiglia che onora le antiche tradizioni" - eine Familie, die an den alten Traditionen festhält. Und so floh Honey in jungen Jahren nach Kalifornien und erfand sich dort von Grund auf neu. Als ihre beiden besten Freundinnen kurz nacheinander sterben zieht es sie jedoch wieder zurück in ihre Heimat New Jersey. Nun steht Honey kurz vor ihrem 83. Geburtstag und jede weitere Beerdigung fühlt sich eher wie ein "A presto" denn wie ein "Arrivederci" an. Die Zeit scheint flüchtig, alles zerfasert und löst sich auf. Und dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse: Ihr scheinbar drogensüchtiger Großneffe Michael taucht bei ihr auf, ihr enger Freund Nicky stirbt ganz plötzlich bei einem gemütlichen Abendessen in ihrem Lieblingslokal, ihre neue Nachbarin Jocelyn, die immer diese hässlichen Overalls trägt, überfährt ihren jungen Kirschbaum und geht ihr auch sonst ziemlich auf die Nerven, Jocelyns Liebhaber Lee bedroht Honey und zu allem Überfluss steht sie vor der großen Frage, ob sie ihrer Familie verzeihen und vergeben kann. Und ihr Neffe Corrado macht es ihr nun wirklich nicht leicht, dabei erinnert er Honey so stark an ihren Bruder Enzo, dass es schon fast gruselig ist. Und dann ist da auch noch dieser Maler, Nathan Flores ... wenn der nur nicht so verdammt jung wäre ... [1/2] Victor Lodato hat mit seinem Roman "Honey", den er all den starken Frauen seiner Familie gewidmet hat, einen wirklich großartigen, amüsanten, wie auch teils traurigen Roman geschrieben. Es geht um Familie, Treue, Loyalität und Freundschaft, um Vertrauen und Liebe, um das schlagen von Brücken, aber vor allem auch um die Ehre der italienischen Männer/Familien, die Honey schlichtweg verachtet. Übersetzt aus dem Englischen von Claudia Wenner. [2/2] An dieser Stelle muss ich gestehen: Ich liebe Honey! Diese mondäne, stilvolle, alte Dame hat sich schon auf den ersten Seiten mit ihrem herrlichen Humor und Sarkasmus, der sich oft auch gegen sich selbst richtet, tief in mein Herz gegraben und von Seite zu Seite grub sie sich tiefer. Honey ist so ein unglaublich toller und mutiger Charakter, die auf ein Leben zurückblickt, dass nicht frei von Schuld ist - und dessen ist sie sich vollends bewusst, aber es ist ein Leben, das einiges zu bieten hatte. Und sie ist der festen Überzeugung, dass sich Dinge ändern müssen, gerade auch für die Frauen. In ihren Begegnungen mit Männern, egal welchen Alters, hat Honey eine Nonchalance, die unglaublich bewundernswert und liebenswürdig ist und dabei trifft sie, egal ob in einer Bar oder im Waffenladen, immer den richtigen Ton. Honey ist definitiv eine Marke für sich und ich würde wahnsinnig gerne mit ihr die ein oder andere Flasche Rotwein trinken und dabei schwatzen. "Sehnsucht in einem alten Mann zu sehen war schön - und obwohl Honey sich nicht für den verhutzelten Gingetränkten interessierte, tätschelte sie seine Hand zum Abschied, um ihn wissen zu lassen, dass er etwas wert war." Fazit: "Honey" ist ein wundervolles Buch, mit einer noch wundervolleren Dame, das mich sehr gut unterhalten und amüsiert hat. Lodato erzählt Honeys Geschichte mit viel Ironie und Wortwitz und macht "Honey" damit definitiv mit zu einem meiner Lieblingsbücher für dieses Jahr.

Honey
Honeyby Victor LodatoC.H.Beck