Ich stimme Kowalczuks Thesen vollumfänglich zu und empfinde es als sehr erfrischend, das so deutlich lesen zu können. Gerade in Anbetracht von Jammerbüchern wie Oschmanns. Inhaltlich also klare 5 Sterne. Leider ist das Buch am Ende doch eher ein aufgeblasener Essay. Es ist zwar schön ausdifferenziert, am Ende aber dennoch immer wieder redundant. Von daher 'nur' 4 Sterne.
Spannend und augenöffnend. Halber Punkt Abzug für die manchmal zu stark persönlich gefärbte Schreibe, die dann etwas unsachlich wirkt.
Sehr meinungsgetränkt, aber auch informativ hinsichtlich manch geschichtlicher Zusammenhänge. Liest sich überraschend gut.
Unbefriedigend ist die Auseinandersetzung mit dem für das Buch so zentralen Begriff der Freiheit. Hier reiht der Verfasser zwar viele Definitionen aneinander, versäumt aber eine abschließende Positionierung, die sich jedoch im weiteren Verlauf der Lektüre erschließen lässt. Ansonsten spricht mir Kowalczuk wirklich aus der Seele. Seine fachkundige, durch die eigene Biografie geprägte Auseinandersetzung mit dem politischen Denken der Ostdeutschen lässt an Deutlichkeit nichts vermissen - auch nicht in der Abrechnung mit AfD und BSW. Es hinterlässt mich nur einigermaßen hilflos und besorgt, was aber dem Verfasser nicht vorgeworfen werden kann. Empfehlenswert ist die begleitende Lektüre z. B. der dreiteiligen DDR -Saga von Farina Eden, die den von Kowalczuk wissenschaftlich herausgearbeiteten Schrecken der DDR-Diktatur an konkreten Schicksalen illustriert.



