Spannender Einblick in den Alltag eines Zwangsarbeiters, grafisch toll umgesetzt
Als junger Mann ( ich glaube, er war noch keine 20 Jahre alt) kam Jan Bazuin während der deutschen Besetzung Hollands kurz vor Ende des Krieges als Zwangsarbeiter nach München. In dieser Zeit schrieb er Tagebuch. Schnörkellos, undramatisch und authentisch beschreibt hier ein junger Mensch seine täglichen Erfahrungen. Vom Hungern und dem täglichen Kampf um Lebensmittel zu Hause, über die tagelange Reise bei eiskalten Temperaturen im Viehwaggon, über die verschiedenen Stationen seiner Zwangsarbeit und den Schwierigkeiten des Barackenalltags bis zu seiner Flucht, wo das Tagebuch abrupt endet. Jahrzehnte lang lag dieses Tagebuch versteckt auf dem Dachboden, wo seine Kinder es nach seinem Tod fanden und schließlich dem NS Dokumentationszentrum übergaben. Die Idee dieses Tagebuch illustriert herauszugeben, funktioniert für mich ganz wunderbar. Ich mochte die Zeichnungen von Barbara Yelin sehr gern und werde mir auch ihre anderen Werke anschauen. Leseempfehlung für Interessierte ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

