Ich bin ein großer Gasser Fan (YouTube) und war fest davon überzeugt, dass mir ein Buch von ihm gefallen muss. Die Sprache ist auch toll und es gab auch einige Zitate die ich mir angestrichen habe aber in die Geschichte kam ich nicht rein. Ich bin mit den vielen Namen und Zeitsprüngen durcheinander gekommen und ständig zum Personenberzeichnis zu blättern, war mir zu mühsam. Ich hatte das Gefühl eine wissenschaftliche Arbeit (Andeutungen zu crusoe, viel Interpretationsspielraum) zu lesen statt einem Roman.
Aufgrund seines YouTube-Kanals wusste ich, was Markus Gasser an Literatur schätzt und welche Autor/innen von ihm regelmäßig gehuldigt werden. Insofern habe ich während des Lesens immer wieder Vergleiche mit Daniel Kehlmann oder Umberto Eco gezogen, die ähnlich historische Romane geschrieben haben und zu Gassers Favoriten zählen. Ich erwartete auch gar nicht, den Humor aus der Vermessung der Welt oder die Atmosphäre einer Name der Rose wiederzufinden. Aber ich hatte mir zumindest eine spannende Unterhaltung bei dieser fiktionalen Biografie über Daniel Defoe und das Leben in London zu Beginn des 18. Jahrhunderts erhofft. Die kam leider nicht auf. Als Bild einer kriminellen Gesellschaft von der Unterwelt bis zur Königin taugt der Roman schon. Aber gute Geschichten zu erfinden, ist halt doch schwerer als ein historisches Sachbuch zu schreiben.

Leider nicht das, was es verspricht
Das London um 1700 besteht aus zwei von Gewalt regierten Städten: Die Unterwelt, in der Einbrecher und Mörder um die Oberhand kämpfen und der königliche Hof, wo um die Gunst der Königin, Quenn Anne Stuart, gekämpft wird. Und Quenn Anne ist nicht zimperlich. Passt ihr eine Meinung nicht, wird man sofort zum Staatsfeind erklärt und landet im gefürchtetsten Kerker Europas: im Newgate Prison. So ergeht es auch Daniel de Foe, der die schärfsten Kritiken gegen die Kirche und gegen die Krone schrieb, der die Queen bis aufs Blut reizte, sich mit Verbrechern verschwor und das Königreich mit einem Netzwerk aus Spionen überzog. Doch dann macht er eine ungeheuerliche Entdeckung, die ihm seine Vernichtung einzubringen droht. Retten kann ihn nur ein allerletzter, spektakulärer Coup ... Markus Grasser erzählt in seinem historischen Roman "Die Verschwörung der Krähen" eine Geschichte über Armut, Seuchen und Krieg, über das Leben in einer korrupten Welt, in der die Wahrheit stets dem gehört, der mehr Macht hat. Er zeigt uns wie schmal manchmal der Grat zwischen Schuld und Unschuld sein kann, zwischen Lüge und Wahrheit. Die Geschichte des de Foe könnte ebenso eine aktuelle Geschichte irgendeines Journalisten sein, zeigt sie doch viele Parallelen zu unserer heutigen Zeit, in der man alles hinterfragen muss, weil man nie weiß was davon sind fake news. Doch leider konnte mich die Story so gar nicht richtig abholen oder mitnehmen, denn obwohl die Grundidee wirklich klasse ist, verliert die Geschichte sich während des Erzählens irgendwie selbst - auch ist sie in keinster Weise eine Abenteuergeschichte, wie auf der Rückseite des Buches fett beworben. Kurz: Sie ist nicht das, was sie sein wollte oder sollte. Was dem Roman hingegen gelungen ist: Er brachte mir Daniel Defoe definitiv ein wenig näher.
Aufgrund seines YouTube-Kanals wusste ich, was Markus Gasser an Literatur schätzt und welche Autor/innen von ihm regelmäßig gehuldigt werden. Insofern habe ich während des Lesens immer wieder Vergleiche mit Daniel Kehlmann oder Umberto Eco gezogen, die ähnlich historische Romane geschrieben haben und zu Gassers Favoriten zählen. Ich erwartete auch gar nicht, den Humor aus der Vermessung der Welt oder die Atmosphäre einer Name der Rose wiederzufinden. Aber ich hatte mir zumindest eine spannende Unterhaltung bei dieser fiktionalen Biografie über Daniel Defoe und das Leben in London zu Beginn des 18. Jahrhunderts erhofft. Die kam leider nicht auf. Als Bild einer kriminellen Gesellschaft von der Unterwelt bis zur Königin taugt der Roman schon. Aber gute Geschichten zu erfinden, ist halt doch schwerer als ein historisches Sachbuch zu schreiben.
„Seine Todfeinde nannten De Foe einen «Muschelöffner», «Austernlecker», «Dan den Trickster», den «Hexer» und «die Krähe» - hinterlistig, schwatzhaft, aasgierig, teuflisch. Besser wäre, es gäbe ihn nicht.“ Dieses Buch ist überfrachtet mit Exkursen, so dass ich kaum etwas über die Hauptfigur Daniel Defoe erfahren habe.

🪶 [Werbung.] Ah ja, das war also „Die Verschwörung der Krähen“ von Markus Gasser. Ein relativ kurzes Buch, das es aber in sich hat. Also, glaube ich zumindest… Ich hab die eine Hälfte des Buchs nämlich nicht verstanden. Was ich weiß: Das Buch wurde - zumindest anfangs - nicht chronologisch erzählt. Der Protagonist Daniel de Foe ist Journalist. Das wurde von der regierenden Queen Anne nicht gern gesehen, weil Daniel de Foe Dinge aufgedeckt hat, die unter der Herrschaft der Krone verschleiert werden sollte. So weit, so gut. Die erste Hälfte fand ich auch sehr amüsant, weil es meiner Meinung nach überspitzte erzählt wurde, es sind halt auch lustige Dinge passiert und wurden gesagt. Die Dialoge waren toll - soweit es denn welche gab! Das meiste war meine verhasste indirekte Rede. Die fand ich früher in der Schule schon schrecklich. Und dann ist das halbe Buch voll davon. Naja, egal, weitergelesen wurde trotzdem, es konnte mich bis dahin ja gut unterhalten. Die zweite Hälfte war mir dann aber wirklich viel zu verwirrend und ich war komplett raus aus der Geschichte. Ich weiß nur noch, dass irgendwer von irgendwem umgebraucht wurde. Na dann. Mord und Totschlag find ich ja gut, i am an old white True Crime obsessed woman. Den historischen Hintergrund fand ich auch ganz cool. Aber schlussendlich konnte mich „Die Verschwörung der Krähen“ leider nicht überzeugen.
Keine leichte Kost, aber auf jeden Fall einen zweiten Blick wert
Der Literaturwissenschaftler Markus Gasser ist mir vor allem von Booktube bekannt. Sein Roman „Die Verschwörung der Krähen“ hat für mich genau die richtigen Zutaten: London im 18. Jahrhundert als Setting und mit Daniel Defoe oder auch „De Foe“ einen von mir geschätzten Schriftsteller als Protagonisten. Defoe ist ein streitbarer Essayist und ist sowohl in der Londoner Unterwelt als auch in höchsten Kreisen zu Hause, er muss gar für Queen Anne arbeiten, was seiner politischen Einstellung eigentlich absolut widerspricht. In dem Roman geht es vor allem um Defoes Kontakte und Zusammenarbeit mit Kriminellen, darunter einige zwielichtige Gestalten, die Gasser lebhaft darstellt. Mir hat dieser Abenteuerroman um den bekannten Schriftsteller wirklich Spaß gemacht, auch stilistisch ist das Buch durchaus mein Ding, mir gefielen zum Beispiel auch die Personifikationen von Tieren und Gegenständen, die allerdings nicht bei allen Leser*innen gut ankommen. Gelungen sind die Bezüge zu unserer Gegenwart, die sich schon durch Kapitelüberschriften wie „Fake News“ offenbaren. Ich kann verstehen, wenn jemand nicht so viel mit dem Buch anfangen kann oder mehr Tiefgang erwartet hat, mir hat es jedoch gefallen. Der Sprecher Omid Efthekari macht seine Sache gut, sodass ich das Hörbuch empfehlen kann.







