11. Feb.
Rating:5

Spannende Biografie

Spannende Biografie über Lucrezia Borgia. War sie wirklich die femme fatale, wie sie oft dargestellt wird. Als unehrliche Tochter von Papst Alexander VI wurde sie von ihm als Spielball um Macht wie auf einem Schachbrett hin und her geschoben. Nicht nur einmal wurde sie in schon in jungen Jahren verheiratet. Die erste Hälfte ihres Lebens lebte sie im Schatten des Vatikans, bis sie ins Herzogtum Ferrara einheiratete und dort als Herzogin von Ferrara starb mit 39 Jahren starb. In der Biografie wird nicht nur das Leben der Renaissancefürstin und ihrer Familie beschrieben sondern die Autorin entwirft ein Panorama der damaligen Zeit. Italien stand permanent in Kriegen. Auf der anderen Seite die kulturelle Entwicklung nach Beendigung des Mittelalters, die den italienischen Höfe zu Glanz verhalf. Besonders gut hat mir die Herausarbeitung der persönlichen Entwicklung der Papsttochter gefallen. Von dem Spielball für ihren Vater behauptete sie sich in ihren späteren Jahren als Herzogin, in dem sie Verantwortung im Rahmen ihrer Möglichkeit als Frau in ihrer Stellung nahm. Neben ihrem Leben bekommen wir besonders auch noch einen größeren Abriss über das Leben ihres Vaters und besonders auch ihres Bruders Cesare geboten. Neben einer Zeittafel und Stammbäumen der Borgias und Estes sind auch noch einige Karten und andere Abbildungen enthalten. Die Biografie liest sich spannend wie ein Roman, wenn man nicht davor abschreckt, daß Lucrezia Borgia oft nur eine untergeordnete Rolle spielt und man den oft beschriebenen Feldzügen etwas abgewinnen kann.

Lucrezia Borgia
Lucrezia Borgiaby Friederike HausmannC.H.Beck