Ich habe das Buch nun knapp sechs Wochen lang für 290 gelesene Seiten vor mir her geschoben und breche es nun ab. Es hat mir über weite Strecken von Anfang an nicht gefallen, wobei ich mir immer noch überlege, woran es gelegen hat. Hans Pleschinski erzählt die letzten beiden Lebensjahre von Gerhart Hauptmann, wie er Anfang 1945 aus einem Dresdner Sanatorium zurück in sein niederschlesisches Heimatdomizil aufbricht, die Villa Wiesenstein am Rande des Riesengebierges. Hauptmann ist ein gebrechlicher Mann, der von seiner Frau und den Angestellten und Bediensteten gehegt und gepflegt wird. Man will ihm die Widrigkeiten des Kriegsendes und die dann einsetzende Vertreibung aus seinem Paradies ersparen. Soweit eigentlich eine interessante Idee. Ich empfand die Erzählweise aber so unecht und leblos. Ich hatte ständig das Gefühl, dass hier ein Autor ganz akribisch recherchiert hat in Tagebüchern und Briefen, um das Ganze so echt wie möglich wirken zu lassen. Dabei hat er sich aber nie so richtig von seinen Quellen gelöst. Mir kam es so vor, als ob er partout alles Gesammelte auch irgendwie in seinem Roman unterbringen will. Da gehen dann z.B. Hauptmanns Archivar mit die Sekretärin im Villagarten spazieren und man hat das Gefühl, sie würden sich gegenseitig aus einer Hauptmann Biografie vorlesen, wenn sie in Erinnerungen schwelgen. Das wirkt für mich überambitioniert. Warum wählt Pleschinski die Fiktion als Form, wenn er doch lieber ein Biograf wäre? Und zu allem Überfluss bleibt bis zur Mitte des Buchs der Nobelpreisträger erstaunlich blaß. Ich habe mich gefragt, wie die Erzählung hätte nach meinem Geschmack gerettet werden können. Ich denke, wenn der Autor den Mut zusammengenommen hätte und die Geschichte aus Sicht von Hauptmann geschrieben hätte, wäre es authentischer gewesen. Das Buch hat für mich immer dann starke Seiten, wenn die weltpolitische Lage im Frühling 1945 geschildert wurde und der Autor auf die Sorgen der schlesischen Bevölkerung einging, die mit Schrecken die herannahenden russischen Truppen erwarteten. Ansonsten habe ich von Thomas Mann und seiner erschaffenen Figur des Mynheer Peeperkorn im Zauberberg, mehr über Gerhart Hauptmann gelernt als in Wiesenstein. Dabei ist die Person Hauptmann, die nicht ins Exil ging, sondern sich mit den Nazis zu arrangieren versuchte, durchaus spannend. Vielleicht wäre das alles in der zweiten Hälfte des Buchs gekommen, aber irgendwann muss ich mir auch mal eingestehen, dass ein Buch abgebrochen werden will, bei dem ich so oft die Augen rolle beim Lesen.
Ich habe das Buch nun knapp sechs Wochen lang für 290 gelesene Seiten vor mir her geschoben und breche es nun ab. Es hat mir über weite Strecken von Anfang an nicht gefallen, wobei ich mir immer noch überlege, woran es gelegen hat. Hans Pleschinski erzählt die letzten beiden Lebensjahre von Gerhart Hauptmann, wie er Anfang 1945 aus einem Dresdner Sanatorium zurück in sein niederschlesisches Heimatdomizil aufbricht, die Villa Wiesenstein am Rande des Riesengebierges. Hauptmann ist ein gebrechlicher Mann, der von seiner Frau und den Angestellten und Bediensteten gehegt und gepflegt wird. Man will ihm die Widrigkeiten des Kriegsendes und die dann einsetzende Vertreibung aus seinem Paradies ersparen. Soweit eigentlich eine interessante Idee. Ich empfand die Erzählweise aber so unecht und leblos. Ich hatte ständig das Gefühl, dass hier ein Autor ganz akribisch recherchiert hat in Tagebüchern und Briefen, um das Ganze so echt wie möglich wirken zu lassen. Dabei hat er sich aber nie so richtig von seinen Quellen gelöst. Mir kam es so vor, als ob er partout alles Gesammelte auch irgendwie in seinem Roman unterbringen will. Da gehen dann z.B. Hauptmanns Archivar mit die Sekretärin im Villagarten spazieren und man hat das Gefühl, sie würden sich gegenseitig aus einer Hauptmann Biografie vorlesen, wenn sie in Erinnerungen schwelgen. Das wirkt für mich überambitioniert. Warum wählt Pleschinski die Fiktion als Form, wenn er doch lieber ein Biograf wäre? Und zu allem Überfluss bleibt bis zur Mitte des Buchs der Nobelpreisträger erstaunlich blaß. Ich habe mich gefragt, wie die Erzählung hätte nach meinem Geschmack gerettet werden können. Ich denke, wenn der Autor den Mut zusammengenommen hätte und die Geschichte aus Sicht von Hauptmann geschrieben hätte, wäre es authentischer gewesen. Das Buch hat für mich immer dann starke Seiten, wenn die weltpolitische Lage im Frühling 1945 geschildert wurde und der Autor auf die Sorgen der schlesischen Bevölkerung einging, die mit Schrecken die herannahenden russischen Truppen erwarteten. Ansonsten habe ich von Thomas Mann und seiner erschaffenen Figur des Mynheer Peeperkorn im Zauberberg, mehr über Gerhart Hauptmann gelernt als in Wiesenstein. Dabei ist die Person Hauptmann, die nicht ins Exil ging, sondern sich mit den Nazis zu arrangieren versuchte, durchaus spannend. Vielleicht wäre das alles in der zweiten Hälfte des Buchs gekommen, aber irgendwann muss ich mir auch mal eingestehen, dass ein Buch abgebrochen werden will, bei dem ich so oft die Augen rolle beim Lesen.
März 1945. Nachdem Dresden dem Erdboden gleichgemacht wurde, warten, mit vielen anderen, vier Gestalten auf den Zug nach Breslau. Es ist Gerhart Hauptmann, der Dichter und Nobelpreisträger mit seine Frau Magarete, die zurück in ihre Villa „Wiesenstein“ in Schlesien fahren wollen. In ihrer Begleitung sind der Masseur und Hauptmanns Sekretärin. Der Dichter möchte zurück in seine Heimat, dort wo er geboren wurde, möchte er auch sterben. Nach verschiedenen Widrigkeiten kommen sie in dem besonderen Haus in Schlesien an, begrüßt von der Köchin, Zofe und dem Butler, fühlen sie sich dort geborgen. Doch die Menschen aus der Umgebung, erwarten das Ende des Krieges. Einzig die Hauptmanns scheinen in ihrer rosa Wolke zu leben. Magarete Hauptmann war selber eine ehemals bekannte Geigerin und hält sich weiterhin für etwas Besonderes. Die Welt um das Haus Wiesenstein geht unter. Aber G. Hauptmann dichtet fleißig weiter… Das letzte Jahr im Leben des Dichters wird in diesem Roman, in einer ziemlich alten Schreibweise, festgehalten. Pleschinski, hat sich in seiner Ausdrucksweise dem Dichter angepasst. Auch er soll in diesen abgehackten Sätzen gesprochen haben. Anfangs fiel es mir wegen diesem Stil schwer, einen Einstieg in das Buch zu finden. Doch nach den ersten zwei Kapiteln fand ich mich in dem Roman wieder und begleitete die Hauptmanns in ihrem Haus. Erschreckend sind die Beschreibungen um das Kriegsende. Welche dramatischen Augenblicke sich da abgespielt haben, bringt allerdings genau diese kurzgehaltene Ausdrucksform deutlich hervor. Verständlich wurde es für mich nicht, warum sich die beiden Alten solange in der Villa aufhielten und das Kriegsende stoisch dort aushielten. Aber die Geschichte hat das Leben geschrieben. Pleschinski, hat sie „nur“ in ein Buch gepresst. Viele Interessante Menschen umspühlten dieses Haus und den Dichter. Was dieses Haus gesehen haben mag, in den Jahren, in denen die Hauptmanns dort gelebt haben, vermitteln die 552 Seiten. Wieviel der Dichter geschrieben hat, wird auch deutlich. Oft wird aus seinen Werken zitiert und vorgetragen. Das ist kein Buch, das man mal kurz vor dem Einschlafen lesen kann. Der Stil macht es einerseits nicht möglich und zum Anderen ist die Geschichte einfach zu mitreißend. Wenn man sich mit der Schreibart des Autors zurechtfindet, ein sehr guter Roman.


