Maerad lebt als Sklavin, seit ihre Familie im Krieg umgekommen ist. Von ihrer Herkunft weiß sie nicht viel. Als plötzlich der Barde Cadvan auftaucht und sie befreit, weiß sie noch nicht, dass in ihr eine bemerkenswerte Gabe schlummert und sie eine Aufgabe zu erfüllen hat: Sie ist die Einzige, die die Finsternis vertreiben kann.
Es beginnt eine gefährliche Reise, wo sie neuen Freunden und Feinden gegenübersteht.
Auch findet sie etwas verloren geglaubtes.
Diese Geschichte lese ich immer wieder gern. Sie ist voll von Abenteuern, Liebe, Verrat, Kampf, Witz und vielem mehr… ich kann mich jedes Mal in Maerad hineinfühlen und ich freue mich schon auf den zweiten Teil.
Dieses Buch lag jetzt schon eine ganze Weile auf meinem SuB, da es mich anfangs ziemlich eingeschüchtert hat. Kleine Schrift, komplexe Welt, da musste schon der richtige Moment her.
Und als ich es jetzt endlich gelesen habe, habe ich genau das bekommen, was ich erwartet hatte.
Der Schreibstil und die Story haben wirklich was von Tolkien - das steht also nicht umsonst auf dem Cover. Die Welt ist einfach klassische Fantasy. Wir folgen unserer Protagonistin auf einer Quest über die ganze Landkarte. Und ein Mentor im Stil von Aragorn darf natürlich auch nicht fehlen.
Da ich großer Fan von eben solcher Fantasy bin, die sich auch mal ein Weilchen zieht, war das Buch also genau das richtige für mich. Es gab zwar ein paar kleinere Passagen, die mich ein bisschen gelangweilt haben, aber das lag wohl daran, dass das eigentliche Ziel noch nicht ganz so klar erkennbar ist.
Das Worldbuilding um die Barden fand ich fantastisch. Man kennt sie ja aus einigen Fantasy-Welten, aber hier sind sie auch endlich mal die Protagonisten. Für mich war das eine ganz neue Erfahrung, die ich in vollen Zügen genossen habe.
Auch das Klischee um die eine Auserwählte, die prophezeit wird die Welt zu retten, fand ich sehr gut umgesetzt. Eigentlich bin ich nicht so der größte Fan davon, aber hier hatte ich doch meinen Spaß damit.
Auch die meisten Charaktere fand ich ziemlich sympathisch. Eine richtig starke Bindung konnte ich zwar noch nicht zu ihnen aufbauen, aber ich sehe in Cadvan ehrlich gesagt einen zukünftigen Bookboyfriend.
Auch mit Maerad konnte ich mich anfreunden. Sie hat sich so verhalten, wie man es von einer 16-jährigen in ihrer Situation erwartet. Das hat mir zwar das eine oder andere Kopfschütteln entlockt, war aber einfach authentisch.
(Übrigens auch ein Hoch auf eine Protagonistin, die ihre Periode hat. Hat mich sehr gefreut, dass das endlich mal normalisiert wird. Ist ja leider eher selten.)
Mein Fazit ist, dass ich mit dem ersten Band schon sehr viel Spaß hatte, er mich aber in manchen Aspekten noch nicht komplett vom Hocker hauen konnte. Ich bin aber auf jeden Fall gespannt auf Band zwei und wohin Cadvans und Maerads Reise noch führt.
Eine junge Frau, ein Mädchen?
Maerad lebt auf einer Festung in den Bergen, eines kleinen lokalen Machthabers.
Auf der Festung werden Sklaven gehalten, Maerad ist eine von Ihnen.
Bisher konnte sich Maerad davor schützen von den Soldaten Übergriffigkeiten zu erleiden.
Sie melkt die Kühe und da taucht ein Mann auf, ein Mann den sie nicht kennt und der anders zu sein scheint, als alle, die sie bisher kennengelernt hat.
Er bietet Maerad an zu fliehen und Maerad geht mit Ihm.
Ein neues Leben beginnt für sie und sie weiß nicht welch Bedeutug ihr noch zukommen soll.
Croggon hat mit die Gabe ein Buch geschaffen, deren Beschreibung sich zuerst sehr gewöhnlich liest, man hat das ja schon oft gelesen, so könnte man meinen.
Wer dies denkt, liegt jedoch schlicht falsch.
Allein Croggons Sprache enthebt sie der restlichen Fantasy- Welt, dem gewöhnlichen, ein Merkmal, das einem immer wieder begegnen wird.
Maerad wird nicht in das hinein gerissen was sie anschließend tut, es gibt kein unmittelbares Unrecht, dass ihr wiederfährt.
Maerad entscheidet sich schlicht etwas an ihrem Leben zu ändern, nicht mehr, nicht weniger.
Die Figur Maerad ist glaubwürdig und einfühlsam beschrieben, was sie denkt und warum sie es denkt lässt sich leicht nachzuvollziehen, wenn man es auch nicht immer verstehen können mag.
Maerad ist 16 und sie verhält und sie denkt wie 16.
Die Welt wird beschrieben, wie man es sich von einer Sechzehnjährigen vorstellen kann, ohne dabei in Klischees abzugleiten.
Allein dieses gekonnte Aufbauen der Protagonistin verdiente, dass das Buch gelesen wird.
Croggon jedoch erreicht so viel mehr.
Vor dem geistigen Auge ersteht die Welt scheinbar leicht.
Man muss sich nicht konzentrieren oder es sich klar nachen, Croggon malt, sie zeichnet und füllt aus.
Ein purer Genuss es zu lesen.
Und Croggon schafft ein Meisterwerk, in dem sie eine Fantasy- Welt erschafft, die weder zu simpel, noch zu komplex ist.
Alles ist nachvollziehbar, logisch und eingängig.
Die Magie ist fesselnd und faszinierend zugleich, ohne wirklich ein Mysterium darzustellen.
Alle Charaktere, alle Orte haben ein scharfes und spürbares Profil.
Keine der Charaktere wirkt doppelt oder hohl.
Im Gegenteil scheint jede Figur vor Leben nur so zu sprühen und stirbt einer dieser Charaktere ist es, als wäre dort wirklich ein Mensch gestorben und nicht bloß eine Buchfigur.
Croggon zeichnet und malt nicht nur Figuren, sie erweckt sie regelrecht zum Leben.
Sie lässt sie sprechen, kämpfen, agieren und lernen, Siege zu erlangen oder auch zu scheitern.
Am beeindruckendsten ist wohl zu erleben und vor Augen geführt zu bekommen wie wertvoll und wunderbar Bildung ist.
Desto mehr Maerad lernt, so mehr Lust hat man selbst zu lernen und zu entdecken und etwas zu lernen, sich Fähigkeiten anzueignen.
Grundlagen der Schrift, der Kunst, der Musik und was diese bedeuten, werden auf wunderbare Art und Weise vermittelt, ohne belehrend zu sein oder mit dem erhobenen Zeigefinger dazustehen.
Man könnte fast auf die Idee kommen, dass dies ein Bildungsroman wäre, der gar nicht in einer Fantasy- Welt spielt, sondern in einer großen Universität, in der man Stück für Stück sich in die Materie einarbeitet.
Die Gegenspieler sind nicht per se böse, sondern sie verfolgen nachvollziehbare Motive und einem wird immer mehr vermittelt, dass die Gegenspieler nicht einfach ein Feind sind, sondern schlicht Menschen, gegen welche gekämpft wird, welche sterben.
Das Motiv der Liebe durchzieht das gesamte Buch und auch die restlichen Bücher.
Angefangen mit der Frage: Was ist überhaupt Liebe? Wie drückt sich Liebe aus? Wie fühlt sich Liebe an? Und was bedeutet Liebe? Für wen bedeutet Liebe was?
Sicherlich werden die Fragen von Croggon für die Figuren beantwortet, sich selbst jedoch muss man diese Fragen ebenfalls beantworten oder schlicht vor Staunen oder Grübeln schweigen.
Kurz: Croggon hat ein Meisterwerk geschaffen, auf mehreren Ebenen.
Sie hat aus der Perspektive von Jugendlichen geschrieben und es ist Ihr vollständig gelungen.
Croggon erzählt die Geschichte einer jungen Frau, eine Geschichte der Bildung, Kunst und Kultur, eine Geschichte von Werten und Entscheidungen, vom Alltag, von Frauen.
Croggons Romans kann nicht nur gelesen werden, er sollte gelesen werden!