Auch der zweite Teil der Blutgöttin-Reihe hat mir super gut gefallen. Bei meiner ersten Rezension habe ich insbesondere gelobt, dass die wechselnden Perspektiven so gut von der Autorin umgesetzt wurden. Auch dieses mal war das wieder total der Fall! Ich liebe es, wie sich immer mehr Verbindungen zwischen den einzelnen Sichten auftuen, die im ersten Teil noch wenig Sinn ergeben haben, und wie die Storylines immer mehr zusammenlaufen.
Ich mochte außerdem sehr gerne, dass man im ersten Moment immer dachte zu wissen was passiert, es dann genau so aber doch irgendwie wieder anders kam.
Auch dieser Teil ist wieder sehr brutal, wobei solche Erzählungen und bildlichen Szenen für mich immer gut umgesetzt waren und genau die richtigen Gefühle hervorgerufen haben (Ekel und Schock).
Die Autorin hat wieder ein Meisterwerk geschrieben, dass leider zu unbekannt ist.
Dorgen ist mittlerweile zum Heerführer aufgestiegen und sein Schwiegervater Walerius setzt ihn unter Druck. Als Druckmittel benutzt Walerius seine Tochter, Dorgens Frau Feyla . Gleichzeitig versucht die Sklavin Alia gemeinsam mit Schwester endlich ihre Pläne für ihre Flucht durchzusetzen. Vorher hat sie aber noch eine folgenschwere Begegnung mit dem Blutsohn.
Bei diesem Buch handelt es sich um den 2. Teil der Trilogie. Ich habe den 1. Teil letztes Jahr im Sommer gelesen und am Anfang von Teil 2 doch ein paar Probleme, wieder in die Handlung zu kommen. Glücklicherweise gibt es am Ende des Buches ein Glossar mit allen wichtigen Charakteren und Orten, so dass man sich daran orientierten konnte.
Die Geschichte geht nahtlos weiter. Wieder wechselt die Handlung zwischen den verschiedenen Charakteren hin und her und jeder hat etwas zur Geschichte beizutragen. Als Leser erfährt man mehr über die Gottgeborenen und ihre Magie, was ich sehr spannend fand und auch sehr interessant fand. Es gibt Entwicklungen, bei denen ich wirklich sehr neugierig bin, wie diese sich im 3. Teil weiter gehen werden.
Eigentlich braucht das Buch eine Triggerwarnung, denn die Autorin geht wieder sehr brutal mit ihren Charakteren um. Auch wenn ich am Anfang wieder einmal ein paar Startschwierigkeiten hatte, konnte mich auch der 2. Teil wieder überzeugen. Von mir gibt es die volle Punktzahl.
Der erste Band der Die Quellen von Malun Reihe wurde von mir 2019 zum Jahreshighlight gekürt ist aber leider immer noch ein Geheimtipp, ebenso dieser Folgeband. Daher bedeutet mir die Rezension, die ich heute schreibe noch ein bisschen mehr, als sonst, denn eins verrate ich euch vorab: Diese Reihe hat wesentlich mehr Aufmerksamkeit verdient!
Zurück in Ruan
Es ist nun eineinhalb Jahre her, dass ich den ersten Band von Malun las, und zugegeben, ich brauchte ein paar Seiten, um wieder in die Geschichte hineinzukommen. Bei einer so komplexen Geschichte, wie diese, wäre vielleicht eine kurze 1-2 seitige Zusammenfassung der Ereignisse aus Band eins nicht schlecht gewesen, denn diese Fortsetzung setzt nahtlos dort an, wo ihr Vorgänger endete und durch die vielen Figuren muss man anfangs erstmal wieder kräftig sein Gedächtnis ankurbeln, immerhin, das Glosar war dabei ganz hilfreich, trotzdem hätte ich zusätzlich gern noch noch eine kurze Zusammenfassung gehabt.
War ich dann aber erstmal wieder in Ruan angekommen, hat mich das Buch auch wieder in seinen Sog gezogen. Daniela Winterfeld hat ein Talent dafür den Leser in den Bann zu schlagen. Sie schreibt eindringlich und anschaulich, verzichtet jedoch auf unnötige Ausschmückungen. Ein Stil, der hervorragend zur düster, brutalen Welt von Ruan passt.
Trotz dieses Sogs, habe ich aber einen kleinen Kritikpunkt, der auch der Grund warum es einen Punkt Abzug gibt. Kurz gesagt: Im ersten Drittel des Buches ist mir das Verhältnis von Informationen und Handlung zu unausgewogen. Die Autorin nutzt diese Seiten vorrangig, um Fragen aus dem ersten Band zu beantworten, uns Hintergründe zu eröffnen und näher auf das Magiesystem und die Götter einzugehen. Das ist prinzipiell eine tolle Sache, ich bin immer für mehr Background zu haben, leider wird für meinen Geschmack diese Informationsflut mit zu wenig Handlung verknüpft. Gerade bei den Passagen von Tailin hat man öfters das Gefühl einen Erklärbär vor sich sitzen zu haben, der die (zwar nicht uninteressanten) Infos runterrattert. Hier hätte ich mir mehr “Show, don’t tell” gewünscht. Es ist jetzt nicht so, dass das meinen Lesefluss komplett zerstört hätte, aber es war eben ein Punkt, der zur Perfektion gefehlt hat,
Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo noch Schlimmeres daher
Nachdem wir als Leser aber erstmals mit neuen Hintergründen, Geheimnissen und Hinweisen gefüttert wurden, geht es wieder ordentlich zur Sache und um es mal ganz unverblümt zu sagen, ist die Kacke so richtig am dampfen. Wer denkt, dass Ruan im ersten Band schon ein gelinde gesagt ungemütlicher Ort war, sollte sich warm anziehen (oder eher ausziehen, bei der Hitze dort
‚Blutsohn‘ von Daniela Winterfeld, erzählt die Geschichte aus ‚Blutgöttin‘ spannend weiter. Da es sich um den zweiten Teil der ‚Die Quellen von Malun‘-Trilogie handelt, wird meine Rezension nicht so ausführlich, wie ich das gerne hätte. Doch wer nach ‚Blutgöttin‘ hadert, ob er oder sie weiterlesen möchte, dem sei gesagt: Tu es! Band 1 war düster, brutal und voller Gewalt und nun erfahren sowohl Story, als auch Charaktere und Worldbuilding einen immensen Schub.
Es gibt weiterhin viele Erzählperspektiven, es kommen gegenüber dem ersten Teil sogar noch welche hinzu. Eine ungemeine Bereicherung, da sie die Sicht auf die Dinge, die in Ruann vor sich gehen, abrunden und vertiefen, die Geschichte der Götter erzählen, die der Völker und der Länder. Ich mochte fast jede Perspektive, da sie durch ihre unterschiedlichen Aufenthaltsorte, Ziele und Fähigkeiten für viel Abwechslung gesorgt haben. Und sie haben aufgezeigt, dass nicht alles Schwarz oder Weiß ist.
Das Worldbuilding wurde noch mehr vertieft, als es im ersten Teil der Fall war. Ein umfangreiches Glossar am Ende des Buches zählt die wichtigsten Figuren, Götter, Völker und Orte auf, eine Karte vermisse ich noch mehr als im ersten Teil. Es wird noch detaillierter auf die verschiedenen Götter eingegangen, auf die Gottgeborenen und die Geschichte der Reiche, in einem Umfang, der beim erstmaligen Lesen schier nicht in seiner Gänze erfasst werden kann. Und ich liebe es. Zurückblättern, um Details nachzulesen, das Glossar zu konsultieren, um die Götter Maluns besser kennenzulernen und richtig in die Geschichte einzutauchen. Denn sie hat mich voll umschlungen.
Die Story des ersten Teils wird nahtlos fortgeführt und noch epischer. War der erste Teil dazu da, die Figuren einzuführen, ihre Beweggründe und Zeile darzulegen, ist der zweite Teil der, in dem sich alle positionieren. Denn Malunas Seele ist immer noch verschollen, die Dürre in Ruann nicht aufzuhalten. Sapion will immer noch zu den Quellen Maluns, dazu ist dem Herrscher Rabanus jedes Mittel recht. Ich bin sehr gespannt, was der dritte und letzte Teil bereit hält, vor allem, da am Ende des zweiten Teils Details enthüllt werden, die mich baff zurücklassen.
Eine kleine Durststrecke in der zweiten Hälfte des Buches, in der ich die Handlung etwas mühsam fand, trübt das Lesevergnügen nur minimal. Zu begeistert bin ich vom opulenten Worldbuilding, den Göttern und den Charakteren. Selbst von den Charakteren, die ich nicht mag. Denn sie sind auf ihre Art perfekt gezeichnet, mit einer Tiefe und Vielschichtigkeit, die mich begeistert. 4,5 Sterne.
Deine Welt steht am Abgrund und du bist mittendrin.
Mit „Blutsohn“ hat Daniela Winterfeld eine packende und überzeugende Fortsetzung zum Trilogie-Auftakt „Blutgöttin“ erschaffen.
Wir befinden uns wieder in Ruann und vor uns liegt ein Auf und Ab. Politische Intrigen, persönliche Konflikte, Identitätskrisen und enttäuschte Hoffnungen. Wir begleiten Tailin bei seiner Ausbildung in Malun und zweifeln mit Dorgen. Die Geschichte nimmt an Fahrt auf. Unsere Protaginsten haben schon einige Erfahrungen gesammelt und werden nun noch komplexer und eigensinniger. Alia und ihre Schwester Nelia fliehen und müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass nichts ist wie es scheint. Es wird düsterer und man kann nur erahnen, wie viel Konfliktpotenzial die Geschichte noch verbirgt. Es kommen neue Perspektiven hinzu, die gut gewählt wurden und die Geschichte sinnvoll ergänzen. So erfahren wir unteranderem mehr über die Gesellschaftsstrukturen und erhaschen einen Blick auf Siberi, den größten und faszinierensten Antagonisten dieser Reihe. Wie auch in Band eins erhält man viele verschiedene Einblicke und begleitet die Protagonisten abwechselnd auf ihrer Reise. Durch die vielen Details und die genauen Beschreibungen bleiben die Charaktere lebendig, authentisch und fesseln einen mit ihrem Schicksal. Egal ob Feyla oder Tailin, Dorgen oder Alia. Man kann sich kaum losreisen und ist jedes Mal enttäuscht sich kurzzeitig von einem Charakter trennen zu müssen. Mir persönlich haben die verschiedenen Handlungsstränge sehr gut gefallen, und auch das Aufeinandertreffen eben dieser bleibt hochspannend. Man kann einen Hoffnungsschimmer nur erahnen, in dieser Welt, in der alles verloren scheint.
Das Cover schließt optisch gut an Band 1 an. Das Gestaltungskonzept ist wieder ästhetisch ansprechend und greift bereits wichtige Motive der Geschichte auf. Man spürt die aufkommende Dynamik und die gefährlicher werdende Atmosphäre.
Gut und detailreich geschrieben, ist man von Anfang an Teil der Geschichte und es macht wieder sehr viel Spaß das Buch zu lesen. Insgesamt kann ich „Blutsohn“ nur weiterempfehlen.