Klassische Fantasy und doch irgendwie etwas anders Mit „Die 13 Gezeichneten“ präsentieren Judith und Christian Vogt einen fulminanten Fantasy-Trilogie-Auftakt. Sygna ist die Stadt des Handwerks und der magischen Zeichen. Dreizehn Gilden gibt es in der Stadt, jede mit ihren eigenen magischen Zeichen. Doch Sygna wurde vom Kaiser erobert, die Ausübung der Magie verboten und die Besatzer versuchen, die legendären, verschollenen Urzeichen in ihren Besitz zu bringen. In dieser Situation stößt der Fechter Dawyd unfreiwillig zu der Rebellengruppe um den Schreinermeister Ignaz. Und was zunächst als Widerstand im Kleinen beginnt, entbrennt bald zu einem Freiheitskampf um ganz Sygna. „Die 13 Gezeichneten“ fühlt sich an wie klassische Fantasy und doch auch wieder nicht. Die Welt ist europäisch angehaucht, steht jedoch eher an der Schwelle zur Renaissance als im Mittelalter. Das Magiesystem mit den Zeichen ist durchdacht, schlüssig und etwas anderes und ist nicht nur schöne Spielerei, sondern eines der Kernelemente der gesamten Handlung. Der gesamte Weltenbau ist drumherum angesiedelt und dies merkt man positiv auf jeder der knapp 600 Seiten. Auch die Figuren sind positiv hervorzuheben. Die Rebellengruppe rund um Ignaz ist divers aufgestellt, jede Figur bringt ihren eigenen Stil, ihre eigene Persönlichkeit und ihre eigenen Geheimnisse mit sich. Besonders angetan hat es mir jedoch der Antagonist Lysandre. Ich hatte lange keinen so gut geschriebenen, beängstigenden und gleichzeitig charismatischen Gegenspieler mehr in einem Roman gelesen. Kritik gibt es nur wenig. An einigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass der Roman eine Spur zu lang ist und vielleicht ein kleiner Handlungsschlenker weniger mehr gewesen wäre. Ebenso gab es vereinzelte Stellen, die sich etwas holprig lasen. Insgesamt haben Judith & Christian Vogt hier jedoch einen wunderbaren Trilogie-Auftakt geliefert, der eindeutig Lust auf mehr macht. Eine verdiente 9/10 von mir.
11. JuliJul 11, 2025
Die dreizehn Gezeichnetenby Judith und Christian VogtLübbe
