Ein Umschwung sondergleichen!
Ein unglaublich tolles Buch, welches gegen Ende noch einmal richtig stark zulegt und mich wahnsinnig gefesselt hat. Ein extrem toller Start einer Tetralogie. Es ist wahnsinnig emotional und nichts für schwache Nerven Vorweg, ich habe mir diesen Roman in meiner Bib ausgeliehen und wurde nicht enttäuscht. Kurz zur Beschreibung: Das Großkönigreich Le-Wajun wird vom gottgleichen Sonnenpaar regiert. Großkönig Tizarun und Großkönigin Tenira sind allseits beliebt, doch heimlich ergeht ein perfider Auftrag an die Gilde der Wüstendämonen: Die gefürchteten Assassinen sollen für Großkönig Tizaruns Tod sorgen. Die Auftraggeber des Anschlags ahnen nicht, dass sich längst einer der Wüstendämonen am Hof von Le-Wajun eingeschlichen: Karim, getarnt als Knappe eines Fürsten. Für ihn ist der Auftrag sehr persönlich, denn er weiß von einem dunklen Geheimnis in der Vergangenheit des Großkönigs. Die Zeit der Rache ist gekommen! Um erstmal eines vorweg zu nehmen, die Geschichte spielt kaum aus der Sicht des Großkönigpaares. Tatsächlich kommen Tenira und Tizarun persönlich erst im zweiten Teil des Buches vor. Die erste Protagonistik, die uns vorgesetzt wird, ist die nicht mal erwähnte Anyana, eine Prinzessin von stolzen 12 Jahren. Das Mädchen stammt aus einem der drei großen Häusern und wir als Leser lernen schon sehr früh vieles um ihre Welt. Sei es um ihr Heimatland, die Politik, die (Liebes)Geschichte des Großkönigpaares und das allgemeine Treiben an einem königlichen Hof mit ihren Cousins und Cousinen. Das Buch ist dabei nicht in einer Ich- Perspektive geschrieben, sondern aus der Sicht eines auktorialen Erzählers, der Anyana in den meisten Kapiteln über die Schulter schaut. Jedoch kommen auch andere Charaktere für manche Kapitel zu Wort, was dafür sorgt, dass der Leser sich in die einzelnen Personen gut reinversetzen kann. Anyana ist dabei, obwohl eine Prinzessin, nicht etwa zickig oder abgehoben, wie man es erwartet. Sondern einfach ein junges Mädchen, was langsam merkt, dass sich ihre Umwelt und auch sie selber verändert. Auch diese doch sehr große Veränderung in Anyanas Gefühlwelt bekommt der Leser durch Maja Winter wunderbar und sehr lebendig präsentiert und ich konnte auch gut mit dem Mädchen mitfühlen, dass nicht jede Veränderung gut aufnimmt und um ihre unbeschwerte Kindheit trauert. Anyana erlebt dabei einen drastischen Wechsel in ihrer Person, da der dritte und letzte Teil des Buches 4 Jahre später stellt und Anyana durch diverse Begebenheiten vor wahnsinnigen Problemen und Gefahren steht und auch wirklich leiden muss. Dabei verliert sie aber nicht die Hoffnung, sondern entscheidet sich zu kämpfen. Es macht wirklich Spaß und tut auch weh, der kleinen Anyana mit der besonderen Fähigkeit bei ihren Veränderung zuzusehen. Karim als erwähnter Antagonist (zumindest erstmal) hat mir auch direkt gut gefallen. Der Junge ist kein eingebildeter Schönling, dessen einziger besonderer Charakterzug seine gottgleiche Schöhnheit ist, sondern er ist tatsächlich eine wahnsinnig interessante Person. Ich will hier nicht zu viel verraten, nur sei gesagt, dass er mich als ein Assassin sehr an Tanzer aus “Das Spiel der Götter“ erinnert. Die Handlung baut sich langsam auf und schtaubt sich zu einem besonders interessanten Start einer Reihe aus mittlerweile vier Teilen hoch. Kurzum, ein wirklich gelungener Start einer Reihe, mit der Maja Winter mein Interesse mehr als geweckt hat. Dieses Buch ist jedoch definitiv kein Jugendbuch, sondern eher eingeschränkt für alle ab 16 zu empfehlen, da das Ende nichts für zartbesaitete ist. Maja Winter hat hier eine Geschichte mit einem besonderen Antagonisten und einer wirklich starken und selbstbestimmten Protagonisten erfunden, die mich restlos begeistert hat und die definitiv mehr gehypt werden sollte, als eine 08/15 Geschichte mit einer Protagonistin, die so selbstbestimmt ist wie eine nasse Socke wie “Das Reich der sieben Höfe“

