30. März
Rating:5

Alte Fantasy aus den 90ern, erfrischender Unterschied zu Büchern des aktuellen Zeitgeists

Prinzessin Inosolan lebt im kleinen verschlafenen Königreich von Krasnegar, in dem die meiste Zeit Winter herrscht und der kurze Sommer die Untertanen zwingt, mit aller Anstrengung den nächsten Winter vorzubereiten. Fernab von anderen großen Städten der Welt, läuft es in Krasnegar seit Jahrhunderten gleich. Aus Mangel an gleichaltrigen, adligen Spielgefährten, wächst Inos mit den Kindern der Bediensteten auf, die jedoch mit dem Eintritt ins Jugendalter immer häufiger selbst bei den Arbeiten im Königreich anpacken müssen. So auch Rap, ein Stallknecht und einer von Inos engsten Freunden. Als eines Tages ein alter Freund des Königs auftaucht, beginnt sich auch Inos' Leben zu verändern. Da die Thronfolge gesichert werden muss, schlägt er vor, dass Inos im weit entfernten Kinvale höfische Etikette lernt und am besten gleich mit einem passenden Ehemann zurückkehrt. Inos ist davon alles andere als begeistert, aber aller Widerstand ist zwecklos und sie tritt mit ihrer Tante zusammen die lange Seereise nach Kinvale an. Währendessen geht das Leben in Krasnegar weiter und Rap der Stalljunge versucht seine Gedanken von seiner besten Freundin abzulenken und seinen Stand als Bediensteter zu akzeptieren. Dann allerdings erkrankt der König, Rap entwickelt plötzlich merkwürdige Fähigkeiten, seltsame Fremde tauchen im Schloss auf und niemand weiß wo sie hergekommen sind. Rap ahnt das die Nachricht über die Krankheit ihres Vaters Inos nicht rechtzeitig erreichen wird, da der Winter schon beginnt Krasnegar vom Rest der Welt abzuschneiden. In mehr als zweifelhafter Begleitung macht Rap sich also auf den Weg nach Kinvale und ahnt noch nicht, dass dies der Auftakt für ein großes, magisches Abenteuer ist. Die Pandemia Saga war für mich eine mehr als willkommene Abwechslung zu dem Einheitsbrei der aktuell leider immer mehr angeboten wird. Auffällig ist, das Dave Duncan seinen Charakteren große Herausforderungen stellt, sie aber immer überwinden oder geschickt lösen lässt. Die erbarmungslose Qual die heutige Autoren ihren Protagonisten oft zumuten (ohne sie davon zu erlösen, in bester Game of Thrones Manier), suchte ich hier glücklicherweise vergeblich. Zwar handelt es sich um einen Liebesgeschichte, doch sie kommt komplett ohne Spice aus. Wer jetzt aber glaubt in Pandemia wäre alles eitel Sonnenschein, der irrt. Der Autor spart nicht mit Gewalt, Folter, Blut, Intrigen, Ungerechtigkeit, Unterdrückung und jedweden anderen Schlechtigkeiten des menschlichen Handelns. Wer eine Abwechslung zum derzeitigen Mainstream sucht und sich auf ein altes Buch einlassen kann, dem sei die Pandemia Saga wärmstens ans Herz gelegt.

Der Weg nach Kinvale
Der Weg nach Kinvaleby Dave DuncanLübbe