Richtig tolle Fortsetzung der Reihe
Dieser mittlerweile 10. Band war für mich wieder ein richtig starkes Leseerlebnis und eine gelungene Fortsetzung. Am Anfang war ich kurz so: „Oh, diesmal kein Mord?“ – einfach, weil man das aus den anderen Bänden gewohnt ist. Irgendwie hat sich das erst ungewohnt angefühlt und ich war kurz ein kleines bisschen skeptisch, ob mir das genauso gut gefallen würde. Aber genau dieser andere Einstieg hat die Geschichte auch direkt besonders gemacht und mich neugierig weiterlesen lassen. Was ich richtig gut fand: Die Handlung bleibt nicht einfach dabei stehen, sondern entwickelt sich im Verlauf nochmal deutlich weiter und nimmt Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Die Spannung war von Anfang an da und hat sich Stück für Stück aufgebaut. Ich habe wieder total mitgefiebert und mitgerätselt und hatte zwischendurch ständig neue Vermutungen. Besonders gut fand ich dabei die verschiedenen Perspektiven und die kurzen Kapitel. Dadurch hatte man immer wieder Einblicke in unterschiedliche Figuren und dachte mehr als einmal, man hätte es durchschaut – nur um kurz darauf wieder komplett auf eine andere Spur geführt zu werden. Genau sowas liebe ich bei Krimis total. Auch die verschiedenen Handlungsstränge, die parallel verlaufen und sich nach und nach miteinander verknüpfen, haben für zusätzliche Dynamik gesorgt. Gerade die persönlichen Verwicklungen rund um die Ermittler haben das Ganze nochmal spannender gemacht und geben der Reihe für mich sowieso immer einen besonderen Touch. Und das Setting… Sylt, die Nordsee, die Dünen und dieser Sturm – ich kann es nicht anders sagen, aber das war einfach pure Atmosphäre. Die Beschreibungen waren so lebendig, dass ich das Gefühl hatte, selbst mitten im Geschehen zu stehen, den Wind zu spüren und das Meer zu hören. Trotzdem muss ich sagen, dass mir die anderen Bände der Reihe insgesamt noch ein kleines bisschen besser gefallen haben. Der Fokus auf den Anschlag war zwar interessant und mal etwas anderes, konnte mich aber nicht ganz so fesseln wie die klassischen Fälle. Mir hat hier stellenweise ein wenig die Intensität und das Tempo gefehlt, das ich aus den vorherigen Teilen kenne. Insgesamt war es für mich aber trotzdem eine richtig gelungene Fortsetzung, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen würde – besonders an alle, die die Reihe ohnehin lieben. Und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band.



