
Starker Abschluss mit doppeltem Twist
Zu Beginn wirkte Shutter Man von Richard Montanari für mich fast eher wie eine Mafia-Geschichte als ein klassischer Thriller. Der Fokus auf eine über Generationen hinweg kriminell geprägte Familie gibt dem Ganzen eine etwas andere Richtung, als man zunächst erwartet. Der Einstieg erfordert ein wenig Gewöhnung, vor allem durch die vielen Perspektivwechsel und die Vielzahl an Figuren. Hat man sich daran angepasst, funktioniert die Struktur aber gut und sorgt für ein vielschichtiges Gesamtbild. Die Handlung selbst bleibt durchgehend interessant und nachvollziehbar, ohne unnötig kompliziert zu werden. Spannung baut sich eher schrittweise auf und entfaltet ihre volle Wirkung vor allem im letzten Teil. Das Buch ist kein Pageturner, lässt sich aber konstant gut lesen und hält das Interesse aufrecht. Besonders stark ist das Finale: Mit gleich zwei Wendungen gelingt es der Geschichte, nochmal deutlich an Intensität zuzulegen und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Insgesamt ein solider Thriller mit ungewöhnlichem Einstieg, der vor allem zum Ende hin überzeugt und genau das liefert, was man vom Genre erwartet.




