Abbruch bei 30% (Seite 252): Das war gar nix. Selten so etwas Langweiliges und an den Haaren herbei Gezogenes gelesen. Ich habe beim Lesen gedacht, das kann doch nicht Liane Moriartys Ernst sein, das spannungsreiche Thema Stalking so dermaßen zu verfehlen. Nichtssagendes Palaver über drei Personen und deren Beziehungsgeflecht, eine erzählerische Zumutung, die überhaupt nicht überzeugt.
Eine interessante Dreiecksbeziehung
Wie auch andere Bücher von Liane Moriarty geht es nicht um rasante Handlung. Es gibt nicht unbedingt den großen und mitreißenden Spannungsbogen, sondern es geht um die Charaktere, ihr Innenleben, ihre Entwicklung innerhalb der Geschichte. Die Frau von früher erzählt die Geschichte zweier Frauen, die durch einen Mann miteinander verbunden werden. Während Saskia, unsere Ich-Erzählerin, die Ex-Freundin von Patrick ist, ist Ellen die neue Frau an seiner Seite. Saskia allerdings kommt nicht los von Patrick und stalkt ihn seit ihrer Trennung. Ellens Beziehung mit Patrick macht sie so ebenfalls zu einem Objekt von Saskias Obzession. Mir haben die verschiedenen Perspektiven gefallen. Die Einblicke in die jeweiligen Gefühlswelten und die Überschneidung ihrer Lebenswelten, die auf einer Seite teils bewusst und auf der anderen unbewusst waren. Das Buch zeigt deutlich auf, dass wir Menschen aus der Entfernung manchmal anders wahrnehmen und ihnen andere Eigenschaften zuschreiben als sie tatsächlich besitzen. Der Neid ist nicht rational und wir werden nie in den Schuhen des anderen stecken. Das Buch hat mir gut gefallen, obwohl es mit seiner Länge eigentlich nicht viel "Spannung" im eigentlichen Sinn mitbringt. Aber dadurch, dass ich sowohl Ellen als auch Saskia so gut kennen gelernt habe, wollte ich immer mehr von ihrer Geschichte erfahren.
Don‘t know what happened here
The reader finds a very charming protagonist in Ellen. At times she's a little too good to be true (in the eyes of other characters, mostly), but there's plenty "real person" in her to balance her out. One thing I found interesting was how differently the story could have gone for her had she not chosen to react the way she did. (Won't say more, don't want to spoil anything, but if you read the book, you'll understand what I mean.) I liked her, even though there were moments when I didn't understand her or even felt a little repulsed by her. I was expecting a beach read, but there was much more depth to it, and I found myself feeling lots of feelings as I progressed through the book. It took me back to times in my own life when I was recovering from particularly painful and/or frightening experiences. Gah! This is a hard one to write without spoilers. It's longer than your average romantic sort of novel (is that what this even is? not sure), but I was hooked pretty fast and read most of it one day. I recommend it.
Zwischen Hypnosetherapeutin Ellen und dem alleinerziehenden Vater Patrick scheint sich eine wahrlich perfekt romantische Liebesbeziehung anzubahnen. Doch Patricks Ex-Freundin Saskia stalkt ihn seitdem er die Beziehung 3 Jahre zuvor beendet hat. Und auch vor Patricks neuer Beziehung zu Ellen schreckt Saskia nicht zurück. Und dann gibt es auch noch Patricks verstorbene Ehefrau und die Erinnerungen an sie, die Ellen ebenfalls heimzusuchen scheinen. Über mehr als 400 Seiten erstreckt sich die etwas andere Lovestory, die mit Spannungs- und auch ein wenig Horrorelementen gefüllt ist. Man erfährt nicht nur viel über die sich entwickelnde Beziehung zwischen Ellen und Patrick, sondern auch einiges über ihre Arbeit als Hypnosetherapeutin (als allgemein eher Skeptikerin solcher Thematiken fand ich das ganze trotzdem sehr interessant). Außerdem lesen wir nicht nur aus Ellens Perspektive, sondern auch aus Saskias, was ihren komplexen Charakter meiner Meinung nach gut darstellt. Sie wird eben nicht nur als crazy ex girlfriend abgestempelt, sondern Ellen und auch man selbst als Leser*in versucht ihre Perspektive zu verstehen. Steckt vielleicht doch mehr dahinter als die negative Darstellung von Patrick? Ähnlich wie in "Big Little Lies" von der selben Autorin wird sehr viel auf das Innenleben, die Gedanken und vergangenen Erfahrungen der weiblichen Protagonistinnen eingegangen. Auch wenn das Buch für die Handlung sehr lang ist, fand ich die Länge eigentlich ideal, um genau in die Charaktere und die komplexen Themen einzutauchen. Und besonders toll ist hier natürlich auch, dass die Geschichte in Australien spielt (Haus direkt am Strand, I mean?!?!!)
Das war ein sehr gutes Buch! Die Gedankengänge der Stalkerin waren gut beschrieben und es war mal interessant, in diesem Kopf „reinzuschauen“. Von der Schriftstellerin werde ich definitiv mehr lesen!





