An sich behandelt das Buch eine interessante Thematik. Und das war der einzige Grund warum ich es durchgezogen habe. Der Schreibstil war schwer flüssig zu lesen und hat das ganze schwierig gestaltet. Damit keine Empfehlung meinerseits leider, auch wenn das Grundthema wirklich interessant war!
Wenn die Zukunft aussieht wie eine lange vergangene Zeit . Dann schafft man eine Kriegerin
Ich war absolut fasziniert!
Distopischer Roman, indem man in einer Zukunft leben muss, die sich mehr nach Vergangenheit anfühlt, als alles andere.
Die Geschichte um Hannah ist so aufregend, traurig, echt und mitreißend!
Ein distopischer Thriller, der uns eine Zeit zurück holt, die wir in der Vergangenheit bekämpft haben.
Verbote sind zurückgekehrt, die man schon lange abgeschafft hatte. Der Glaube regiert auf eine Art und Weise, die vollkommen gegensätzlich zu dem ist, was es sein sollte.
Abtreibung ist Mord, Homosexualität gesetzlich verboten und Frauen dürfen keine Hosen tragen, um ihre Beine nicht zur Schau zu stellen...
Ich habe lange nicht mehr so gefesselt vor einem distopischen Thriller gesessen!
Als die Welt Verbrecher "markiert", wussten sie nicht, daß sie damit eine Kämpferin erschaffen!
Religiöse Politiker haben in der Zukunft Amerikas Gesetze verabschiedet - statt Gefängnisstrafen werden den Tätern Viren gespritzt, die sie nicht aus Amerika ausreisen können und je nach Strafrat - ihr Haut verfärben lässt dauerhaft.
Die Täter sind Freiwild und ihre Daten öffentlich.
In diese Zeit kommt Hannah- sie ist eine Rote - da eine Abtreibung als Mord deklariert wird - und muss sich ihrem neuen Leben stellen, in der jetzt jeder gegen sie ist.
Sehr erschreckend - da erst 2022 in den USa Abtreibungen als Mord deklariert worden ist- auch bei Vergewaltigungen... meiner Meinung nach nicht mehr allzu weit entfernt von der Realität.
Bereits vor über 10 Jahren schon das erste Mal gelesen und jetz nochmal - hat mich zum zweiten Mal nicht enttäuscht!
Inhalt:
Im Amerika der Zukunft landen Kriminelle nicht im Gefängnis, sondern ihre Haut wird je nach Art und Schwere des Verbrechens eingefärbt, sodass sie für jeden erkennbar sind. Das macht sie zu Vogelfreien, die nicht mehr durch das Gesetzt geschützt sind. Hannah ist eine Rote und rot steht für Mord. Wird sie in ihrem neuen Leben zurechtkommen und wird sie überhaupt überleben?
Meinung:
Bei diesem Buch handelt es sich um eine Dystopie, die sich dadurch auszeichnet, dass Straftäter keine Haftstrafe erhalten, sondern ihre Haut eingefärbt wird. Rot steht beispielsweise für Mord, Gelb für Diebstahl, Blau für Pädophilie. Sobald sie nach der Verchromung wieder in die Freiheit entlassen werden, verlieren sie all ihre Recht, sodass jeder mit ihnen tun und lassen darf, was er will, ohne dafür verantwortlich gemacht zu werden. Sie dürfen vergewaltigt oder getötet werden, ohne dass der Täter dafür eine Strafe zu erwarten hat.
Hannah hat eine Abtreibung vornehmen lassen, wurde erwischt und daraufhin als Mörderin verurteilt. Das Buch beginnt kurz nach ihrer Einfärbung als Rote und von diesem Zeitpunkt an begleitet man sie in ihrem Leben. Sie kann praktisch gehen wohin sie möchte, da sie jederzeit geortet werden kann. Als Verurteilte ist es für sie allerdings gar nicht so einfach, eine Bleibe zu finden. Quasi die ganze Bevölkerung ist sehr religiös und Abtreibung ist aus diesem und anderen Gründen wohl das schlimmste Verbrechen, das man begehen kann, sodass selbst ihre Familie Hannah verstoßen hat. Ihren Geliebten kann sie auch nicht aufsuchen, da er geheim bleiben muss.
Ich finde die Idee mit der Einfärbung der Haut als Kennzeichen von Kriminellen sehr interessant. Je nach Schwere der Strafe wird die Farbe eine bestimmte Anzahl von Jahren immer wieder erneuert. Diese Dinge erfährt man schon früh im Buch, sodass man nicht lange verwirrt bleibt, sondern viele Fragen sofort beantwortet werden. Was mir außerdem sehr gefallen hat ist, dass man auch erfährt, wie die Lage anderswo auf der Welt ist und was in der Vergangenheit geschehen ist, um diese Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken.
Dabei werden Themen behandelt, die ich selbst sehr wichtig finde. Sie wirken aber nicht wie ein Appell, sondern sind Erkenntnisse und Gedanken der Hauptfigur.
Hannah ist eine starke Persönlichkeit, auch wenn man zu Beginn noch nicht viel davon merkt. Sie schämt sich für das, was sie getan hat, auch wenn sie nichts davon bereut. Außerdem ist sie nicht gerade optimistisch, was ihre Zukunft angeht.
Im Laufe der Geschichte verändert sie sich aber immer mehr. Sie gewinnt neue Erkenntnisse und ihr Blick auf die Welt verändert sich grundlegend, aber nicht zu plötzlich, sodass diese Entwicklung sehr realistisch wirkt. Sie hinterfragt die Dinge und Geschehnisse immer mehr und mir hat sehr gefallen, dass sie nicht einfach alles hinnimmt.
Wie ihr Weg aussieht ist die meiste Zeit über gar nicht klar und ich wurde von den neuen Geschehnissen fast immer überrascht. Es gibt viele Wendungen in der Handlung, mit denen ich nicht gerechnet hatte, sodass die Spannung, wie es mit Hannah weitergehen wird, immer aufrechterhalten wird.
Fazit:
Eine Dystopie mit einem – für mich – neuen Grundgedanken, einer starken und klugen Protagonistin und reichlich Spannung. Keine Kritikpunkte!
Verschenktes Potenzial
Was das Buch verspricht: Die Welt hat sich verändert. In Amerika herrscht ein anderes System der Justiz. Verurteilte werden nicht mehr in Gefängnisse gehalten. Sie werden vogelfrei nach dem Urteil entlassen. Um die Verurteilten zu erkennen, werden bei den Verbrechern die Hautfarbe geändert. Per Chromosomenchips sind die Diebe Gelb, Pädophile Blau und Mörder Rot. Und Hannah ist eine von ihnen, eine Rote. Und sie muss sich nun in der Welt der Verchromten zurechtfinden – denn sie hat alle Rechte durch die Verurteilung verloren…
Was das Buch eigentlich ist: Hannah hat illegal abgetrieben. Folglich ist sie eine Rote geworden. Doch der Weg zu der Akzeptanz von sich selbst als Verurteilte ist lang. Doch Hannah gibt nicht auf. Nach ihrem Kampf in der Zelle und der Verchromung (Verfärbung der Haut) beginnt für sie mit der Entlassung der bittere Alltag. Doch wohin soll sie gehen? Hilflos begibt sie sich ein einige (teils sehr religiösen) Organisationen die den Verurteilten helfen wollen. Die einen helfen, die anderen nicht. Doch was möchte Hannah wirklich? Wird sie ihren Weg in der Welt der Verurteilten finden können?
Fazit: Die zwei unterschiedlichen Buchbeschreibungen deuten es schon an. Dieses Buch ist ein wirkliches Mängelexemplar. Es wird ein „Dystopie-Thriller“ versprochen, doch ein Selbstfindungstrip geliefert.
Die Ausgangslage ist so vielversprechend. Doch leider nützt das nichts, wenn die Protagonistin von einer Organisation zur nächsten tappt. Natürlich manchmal eher unverhofft, doch eine wahre Rebellion sieht anders aus. Viel zu brav kommt Hannah herüber. Wie ein Fähnchen im Wind. Ihre Aktionen haben keinen Biss und zum Teil kaum Nachvollziehbar. Da hat sie schon die Chance zu fliehen, aber nein, das Mädchen muss unbedingt ihre „Liebe“ sehen. Spätestens da hätte sie ordentlich einen Dämpfer gebraucht. Denn da machte sie ja endlich mal was selbstständiges. Aber da war das Buch schon zu Ende. Chance verpasst.
Richtig gut sind hingegen die Rückblenden in Hannahs Leben vor der Verurteilung. Darauf hätte man schön aufbauen können. Leider nicht der Fall. Auch die lang eingeführte Wegbegleiterin von Hannah hätte gegen Ende ein wenig mehr Liebe verdient gehabt. Wie Hannah weiß auch der Leser nicht, was mit der gewonnenen Freundin passierte. Aber das Hannah letztendlich auch ziemlich egal.
Des Weiteren sollte sich der geneigte Leser auf viel Religion einstellen. Diese nimmt leider einen sehr großen Teil des Buches ein. Und dabei geht es schon sehr in Richtung religiösen Fanatismus und sektenähnlichen Einheiten. Man kann ja noch verstehen, dass nach einem schweren Ereignis, dass diese Welt erschüttert hatte, der Glaube in den Vordergrund rückt. Doch ehrlich: das war auch mir zu viel des Guten. Schade.
Zusammenfassend ist dieses Buch nur bedingt zu Empfehlen. Die Ausgangssituation ist super. Und die Vorstellung auf so ein Justizsystem ist durchaus interessant. Leider wurde mit der Protagonistin kein guter Lesestoff erschaffen. Wer aber trotz der vielen Religionsgelüsten nicht zurückschreckt, kann durchaus ein ordentliches Buch erhalten.
https://booksoftination.wordpress.com/2016/11/23/hillary-jordan-die-geaechteten/