Marie Blumfeld entscheidet sich nach einem traumatischen Erlebnis dazu, die Zelte in der Heimat abzubrechen und in Kanada ihr Glück zu versuchen. Was nach "Goodbye Deutschland" klingt, gestaltet sich längst nicht so einfach ;) Sie bewirbt sich auf eine Annonce, in der kanadische Männer europäische Frauen suchen...da gibt es doch jetzt auch eine ähnliche Serie im Fernsehen dazu, oder? ;) Allerdings findet das alles in Maries Fall Ende des 19. Jahrhunderts statt, das bedeute: eine entbehrungsreiche Überfahrt und lange, gefährliche Reise durch die Wildnis Kanadas. Und dort passiert es dann auch: Ihr Wagenzug wird überfallen, sie kommt knapp mit dem Leben davon und wird von Cree-Indianern gesund gepflegt. Ihr Gewissen gebietet es ihr nach ihrer Genesung allerdings, den Weg in die Stadt fortzusetzen, da ihr zukünftiger Ehemann ja für ihre ganze Reise schon bezahlt hatte. Und so kommt sie in ein wenig freundlich gesinntes Haus, findet ihre Freude jedoch in der Ausübung ihres Lehrerberufes...und so manches mehr auch noch :) Die Geschichte war schön erzählt, die Beschreibungen der Natur und der Zeit bei den Cree haben mir gut gefallen, ebenso wie mir Marie sympathisch war. Auch die Rückblenden empfand ich als gut eingebunden. Was mich ein wenig störte, war, dass Marie nahezu für jeden neu auftauchenden Mann schwärmte, und das Ende war mir auch ein wenig zu kitschig. Ein Plus wiederum war die Sprecherin, ihre Stimme hat super gepasst und es war schön, ihr zuzuhören. Insgesamt also ein kurzweiliges Hörbuch, das mir Freude bereitet hat, aber meiner Meinung nach auch hier und da ein paar kleine Schwächen aufweist (die aber eigentlich auch Genre-typisch sind...also für einen Love-and-Landscape-Roman ehrlich schön!)
Das war ein richtig schöner historischer Roman, um eine junge Frau, die nach Kanada geht in der Hoffnung, dort ein neues Leben an der Seite eines Mannes zu beginnen. Auf dem Weg zu diesem besagten Mann, den sie noch nicht einmal kennt, wird ihr Track überfallen. Sie überlebt und wird von einem Indianerstamm aufgenommen. Leider hatte ich mir hier etwas mehr Tiefe versprochen, was die Kultur der Indianer angeht. Für mich wurde das dann zu kurz abgehandelt. Schlussendlich kommt sie dann doch bei ihrem zukünftigen Mann an. Er ist Pfarrer und das Leben mit ihm ist nicht so wie sie es sich erhofft hat. Und das obwohl Marie wirklich eine sehr genügsame und ruhige Frau ist. Ich fand sie allgemein sehr sympathisch und konnte mich sehr gut in sie hineinfühlen. Nach und nach erfährt man auch von ihrer bewegenden Familiengeschichte, die sie dazu bewegt hat, den Schritt der Auswanderung zu gehen. Das fand ich stilistisch sehr gut gemacht und hat mich immer bei der Stange gehalten. Die Liebesgeschichte fand ich ebenfalls sehr schön. Am Ende bleiben einige Fragen offen, was ich irgendwie etwas komisch fand. Alles in allem wurde ich aber sehr gut unterhalten.


