Kein 0815 Thriller
Mit jedem Schlag der Stunde war mein erstes Buch von David Baldacci und ich muss sagen: Ich bin zufrieden. Wie schon in der Überschrift erwähnt, ist es kein 08/15-Thriller – im Gegenteil. Die Geschichte streut relativ breit, und wir erleben mehr als nur einen Plottwist, was ich ebenfalls sehr ansprechend fand. Es geht zwar auch hier wieder um das Thema Mord, genauer gesagt um einen Serienmörder, doch trotzdem schafft es David Baldacci, daraus eine Geschichte ganz anderer Natur zu machen. Es geht eben nicht einfach nur um Serienmorde. Die Handlung ist weitaus tiefer, als man am Anfang vermutet. Ich fand auch die Idee genial, bei jedem Opfer die Uhr auf die jeweils nächste Stunde zu stellen – also immer eine Stunde weiter als beim vorherigen Opfer. Wie ein Countdown, der unaufhaltsam abläuft. Den einzigen kleinen Punktabzug bekommt das Buch meiner Meinung nach für die Spannung, die sich bei mir nicht durchgehend komplett aufgebaut hat. Es konnte mich zwar definitiv abholen, aber nicht völlig in Ekstase versetzen. Trotzdem ist es ein absolut gelungenes Werk, das man auch problemlos als Stand-alone lesen kann, obwohl es der zweite Band der Reihe um die beiden Detectives ist. Ich habe jedenfalls kein Defizit gespürt, weil ich den ersten Band nicht gelesen habe. Und zu meiner Schande muss ich sogar gestehen, dass ich noch nicht einmal weiß, wie er heißt. Nach diesem Buch ist die Wahrscheinlichkeit aber groß, dass ich mir weitere Werke von David Baldacci vornehmen werde. Zur Story selbst habe ich schon einiges gesagt, dennoch noch ein paar Infos mehr, ohne spoilern zu wollen: Wir erleben eine Familie, die so abgrundtief schlimm ist, wie man sie sich kaum vorstellen kann – voller negativer Eigenschaften und dunkler Geheimnisse. Wir erleben Nachahmungstäter, einen Serienmörder und auch ein wenig Geplänkel zwischen den beiden Detectives, was der Geschichte zusätzlich Humor und Biss verleiht und das Ganze trotz des schweren Themas angenehm auflockert. Von mir daher eine klare Empfehlung.



