
ZAP von Andreas Eschbach Dieses Buch hat mich wirklich überrascht. ZAP ist mehr als ein Jugendthriller, es ist eine erschreckend realistische Geschichte darüber, wie abhängig wir von Medien, Technik und öffentlicher Meinung geworden sind. Andreas Eschbach schafft es, ein Szenario zu entwerfen, das gar nicht so weit von unserer Realität entfernt wirkt und genau das macht es so beklemmend. Im Mittelpunkt steht Finn, ein ganz normaler Jugendlicher, dessen Leben plötzlich aus den Fugen gerät. Auf einmal ist nichts mehr, wie es war – Menschen verhalten sich seltsam, Erinnerungen verschwimmen, und die Grenze zwischen Wahrheit und Manipulation löst sich auf. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher wird: Hier geht es nicht nur um Spannung, sondern um Identität, Macht und den Einfluss der Medien auf unser Denken. Ich mochte die Art, wie Eschbach den Nervenkitzel mit gesellschaftlicher Kritik verbindet. Die Geschichte ist clever, manchmal verwirrend, aber genau das passt zum Thema – man fühlt sich selbst ein bisschen wie Finn: unsicher, skeptisch, suchend. An ein paar Stellen hätte ich mir allerdings etwas mehr Tiefe bei den Gefühlen gewünscht. Finn bleibt manchmal zu passiv, wo ich gerne noch mehr innere Zerrissenheit gespürt hätte. Trotzdem ist ZAP ein starkes Buch, das zeigt, wie schnell Kontrolle verloren gehen kann und wie gefährlich es ist, wenn Realität zur Inszenierung wird. Ein Jugendroman, der zum Nachdenken anregt, auch lange nachdem man die letzte Seite umblättert hat. ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)

















