Der Wind der Veränderung
Schon nach wenigen Zeilen des Lesens merkt man, dass dieses Buch etwas ganz besonderes und einzigartiges ist. Ich hatte mir vorher keine Rezensionen durchgelesen (mach ich fast nie bei ungelesenen Büchern), aber hinterher wurde mein erstes Feeling oft bestätigt: Es hat so krasse Ghibli-Vibes. Meine erste Assoziation zu Tuani und Girasár war Heidi und ihr Großvater 😌 Das liegt vor allem an der sehr gemütlichen, aber dennoch fesselnden Erzählweise und an den sehr detailreichen Mimiken und Gestiken der Charaktere. Außerdem ist die Atmosphäre und auch die Geschichte selbst so bittersüß. So voller Leichtigkeit, weil man richtig diesen Vibe mit den Adlern, den Winden und dem Federorakel auch in Tuanis Charakter fühlt, aber gleichzeitig so melancholisch, weil alles diese Vorahnung und auch die Erinnerung an etwas Furchtbares hat. Zudem wird hier symbolisch und metaphorisch sehr viel thematisiert. Erwachsenwerden, Veränderung, Fortschritt vs. Tradition, Reue, Fernweh vs. Heimat und sehr sehr viele intensive Gefühle (auf gänzlich unromantische Art). Und das alles auf einer Insel, die zwar von den Winden karg gemacht, aber dennoch traumhaft idyllisch wirkt, genau wie der erhabene Adlerturm. Die Geschichte hat ein gar nicht so exorbitantes oder detailreiches Worldbuilding, ist aber trotzdem mystisch und interessant. Es dreht sich hauptsächlich um folklore-artige Naturreligion, zentriert um die Adler der Insel. Sehr schöne Idee und einfach irgendwie zauberhaft. Da braucht es gar keine langatmigen Erklärungen über verschiedene Reiche und vergangenen Kriege. Es klingt nur so nebenbei an, dass da natürlich noch viel mehr Lore dahintersteckt. Allerdings hab ich mich gerade am Anfang etwas mit all den Eigennamen bombardiert gefühlt. Hinten gibt es zwar ein Glossar, was cool ist, aber für mich war der Einstieg dadurch trotzdem etwas holprig. Am Ende der Geschichte wurde es ein wenig turbulenter und die Auflösung des Ganzen fand ich wunderbar und auch überraschend. Alles in allem war die Geschichte natürlich kein krasser Pageturner, aber als Gesamtpaket so besonders, dass man einfach immer in die Welt zurückkehren wollte. Auch wieder ein Buch, wo ich das Gefühl beim Lesen gar nicht so richtig beschreiben kann, aber in jedem Fall sage ich: Es lohnt sich, den Adlerturm zu besuchen.











