
Ich weiß nicht wann ich das letzte Mal so viel „Angst“ vor einem Ende einer Geschichte hatte. Spinne und Glühwürmchen – zwischen Leben und Tod – hat mir eine Heidenangst eingejagt. Ich hatte Sorge wie diese wundervoll grausame Erzählung zu einem passenden Ende kommen soll. Zu einem Ende das Jurianas, Nikolajs und Aleksejs Weg angemessen erzählen kann. Alle Vorstellungen die ich hatte, haben einfach nicht gepasst aber Jana Stehr hat auf ihre außergewöhnliche, bildhafte Art das perfekte Ende geschaffen. Der Schreibstil ist, wie auch in den anderen Teilen, einfach nur anders. Er ist bildhaft, grausam offen und gleichzeitig poetisch. Er hat eine hohe Erzählgeschwindigkeit ohne jemals gehetzt zu wirken und nimmt einen mit. Das ist das was mir an ihm so gefällt, ich fühlte mich mitgenommen, als Teil dieser Geschichte die ich mit allen Ecken und Kanten nicht nur gelesen, sondern auch gefühlt habe. Das ist es nämlich was die Bücher ausmacht, man taucht in sie ein, man fühlt alles mit, weil es offen vor einem ausgebreitet wird und so einen für sich einnimmt. Die Charaktere haben so viel zu bieten. Verschiedene Gefühle, nachvollziehbare Emotionen und eine Greifbarkeit die man in Büchern teilweise vergeblich sucht. Ich konnte sie verstehen, in ihren Entscheidungen, in ihren Gefühlen und Denkweisen. Das hat sie mir noch viel nähergebracht und hat mich vor allem mit ihnen leiden lassen. Fazit: Die ganze Reihe ist eine Herzensreihe für mich geworden. Ich habe so etwas noch nie gelesen und bin mir sicher, dass es auch so schnell nicht wieder passieren wird. Zwischen Leben und Tod habe ich in einem Stück durchgelesen, weil ich einfach nicht aufhören konnte und wollte, das ist mir seit Jahre nicht mehr passiert und sagt, glaub ich, viel aus. Ein perfektes Ende das viel mehr Aufmerksamkeit verdient und mich mit seinen letzten fünf schwarzen Seiten sehr bewegt hat.

