⚠️ Achtung: Könnte Spoiler enthalten! Bitte nur weiterlesen, wenn du das Buch „LilaBlassPink“ von Nina Linz bereits gelesen hast oder Spoiler okay für dich sind. ⚠️
„LilaBlassPink“ von Nina Linz ist für mich ein ganz besonderes Buch. Es ist tatsächlich das erste Buch, das ich bewusst lese, in dem es um die Liebesgeschichte zweier Frauen geht. Kein Text aus Wattpad, kein Entwurf, sondern ein richtiges, anerkanntes Buch. Und ehrlich gesagt hätte ich nie gedacht, dass mich genau dieses Buch so sehr packen würde. Ich habe es in etwa drei Tagen gelesen. Wobei „drei Tage“ relativ ist, denn ich bin gerade krank, schlafe sehr viel und bin dafür nachts länger wach. Gelesen habe ich also oft über Mitternacht hinweg, was sich zeitlich alles ein bisschen verschiebt. Das letzte Achtel habe ich mir dann ganz bewusst Zeit gelassen. Zwei Stunden für ein paar Kapitel, weil ich das Ende einfach genießen wollte. Den Epilog habe ich sogar zweimal gelesen, weil er so süß war, dass ich ihn nicht direkt loslassen konnte. Schon bevor ich angefangen habe zu lesen, habe ich mir das Inhaltsverzeichnis angeschaut. Ich fand es richtig schön, dass es eins gibt, und hatte sofort das Gefühl, dass mich das Buch interessieren könnte. Trotzdem bin ich ehrlich. Ich hatte nicht erwartet, dass es ein Herzensbuch für mich wird. Obwohl ich Nina Linz liebe, obwohl ich ihren Schreibstil vergöttere und bisher jedes Buch von ihr mochte, hatte ich innerlich Zweifel. Einfach, weil das Thema Frau liebt Frau lange nicht in meiner Komfortzone lag. Rückblickend frage ich mich selbst, warum eigentlich. Ich habe so viele Bücher mit Mann und Mann gelesen, auch andere Konstellationen, aber zwei Frauen haben mich lange einfach nicht gereizt. Und jetzt sitze ich hier und merke, dass dieses Buch mein Bild ein Stück weit verschoben hat. Ich habe mich sowohl in Shadow als auch in Aki verliebt. Wie zwei Menschen einzeln schon so süß sein können und zusammen dann noch mehr, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Die Art, wie Nina Linz ihre Beziehung beschreibt, hat mich tief berührt. Diese Liebe fühlt sich nicht halb an, nicht vorsichtig oder distanziert. Shadow vergöttert Aki und Aki verehrt Shadow. Diese Intensität, dieses gegenseitige Sehen, dieses Aneinander-Festhalten, das bleibt hängen. Es ist eine Liebe, die nicht erklärt werden muss, sondern einfach da ist. Was mich ebenfalls überrascht hat, waren die expliziteren Szenen. Ich hatte damit gerechnet, dass es vielleicht Andeutungen gibt, wie ich es aus anderen Büchern der Autorin kenne. Aber hier ist es offener, klarer, direkter. Und zu meiner eigenen Überraschung hat es mich nicht gestört. Im Gegenteil. Die Szenen sind selten, sie sind explizit, aber gleichzeitig süß und emotional eingebettet. Nichts wirkt überladen oder unnötig. Besonders Kapitel 40 mit dem Titel „Get naked“ hat mich komplett anders abgeholt, als ich es erwartet hätte. Und ja, ich habe es genossen. Das hätte ich vorher selbst nicht von mir gedacht. Fast schon amüsant fand ich dieses ständige Um-sich-herum-Tanzen der beiden. Für alle Außenstehenden war längst klar, dass da mehr ist. Für alle außer Shadow und Aki selbst. Sie küssen sich, schlafen im selben Bett, wohnen zusammen, passen aufeinander auf, öffnen sich emotional. Und trotzdem reden sie sich ein, es sei nichts Festes. Für mich fühlte sich ihre Verbindung schon lange wie eine Beziehung an. Es fehlte nur das Label. Besonders erwähnen möchte ich auch Kaito. Für mich ist er einer der besten großen Brüder, die ich seit Langem in einem Buch erlebt habe. Am Ende bleibt für mich vor allem eines. Dankbarkeit. Dafür, dass ich dieses Buch nicht ungelesen im Regal habe stehen lassen. Dafür, dass ich mich auf etwas eingelassen habe, das eigentlich außerhalb meiner Komfortzone lag. Und dafür, dass mich „LilaBlassPink“ so emotional mitgenommen hat. Es ist ein Buch, das ich auch in vielen Jahren noch einmal lesen könnte und trotzdem würde ich mich immer an dieses erste Mal erinnern. An dieses Gefühl, überrascht worden zu sein. Für mich ist klar. Es ist ein Herzensbuch. Und auch wenn es ein Einzelband ist, freue ich mich unglaublich darauf, das nächste Buch von Nina Linz zu lesen, weil ihre Geschichten zwar für sich stehen, aber im Gesamten doch zusammengehören







