5*
Im dritten Band der beliebten Küstenzauber-Reihe geht es direkt weiter in Kiekersum, wo Bentje und Jasper bereits an ihrer Zukunft arbeiten. Nachdem in den ersten beiden Bänden ihre Beziehung gewachsen ist, stehen sie nun vor dem nächsten großen Schritt: Sie wollen zusammenziehen und ihr gemeinsames Leben gestalten. In der beschaulichen Pension „Lüttje Glück“, die Bentje mit viel Herz führt, taucht ein neuer Gast auf: Julian, ein Pomologe, also Kenner und Liebhaber alter Apfelsorten. Er ist nicht nur fachlich beeindruckend, sondern auch ausgesprochen charmant – und weckt unfreiwillig neue Gefühle und Unsicherheiten bei Bentje- trotz Verlobung mit Jasper. Jaspers Reaktion ist Eifersucht: Statt offen mit Bentje zu sprechen, zieht er sich zurück und hinterfragt plötzlich alles, was sie bisher erreicht haben. Die Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt. Auch durch einen Bootskauf, der anders gedacht war, als Bentje denkt. Parallel zieht ein starker Herbetsturm auf, der Kiekersum ordentlich durchblasen wird. In dieser Ausnahmesituation stellt sich die Frage: Wiederholt sich ein schicksalhaftes Muster aus der Vergangenheit, das Bentje und Jasper einst getrennt hat? Der Roman verbindet die gefühlvolle Nordsee-Atmosphäre, die Entwicklung einer langjährigen Beziehung und neue Beziehungsdynamiken – mit ein bisschen Drama, Eifersucht, Naturgewalten und Hoffnung auf einen gemeinsamen Neuanfang Fazit: Ich fand es wieder sehr schön, als wäre ein kurzer Kurzurlaub in Kiekersum – mit Meeresbrise, vertrauten Orten und warmherzigen Momenten. Das Setting lädt zum Träumen ein und vermittelt dieses typische „Wohlfühl-Gefühl“. Was mich allerdings gestört hat: Bentje scheint in ihrer Haltung unruhig und unsicher, besonders im Umgang mit Julian und Jasper. Ihre Reaktionen tragen stark dazu bei, dass der Konflikt zwischen ihr und Jasper künstlich hochgeschaukelt wird. Anstatt offen zu kommunizieren, lässt sie sich schnell von Emotionen mitreißen, was den Eifersuchtskonflikt für mich weniger authentisch wirken lässt. Insgesamt führte das dazu, dass der Streit und die Spannung zwischen den beiden eher konstruiert als nachvollziehbar wirkte – fast so, als sei genau dieser Konflikt nötig, um die Handlung voranzutreiben. Was ich ziemlich schade finde. Trotzdem bleibt der Roman eine fühlbare Fortsetzung, die Leser/innen mit Herz noch einmal in die Welt von Kiekersum entführt und die Beziehung von Bentje und Jasper weiter auslotet – auch wenn mich nicht immer alle Entscheidungen, Handlungen und Denkweisen der Protagonistin überzeugt haben.

