26. Dez.
Rating:3.5

Der große literarische Wurf ist dieses Buch nicht aber es macht das, was es soll: Es unterhält.

Ein Buch das über ein Jahr auf meinem Sub lag. Aber jedes Buch hat nunmal seine Zeit. Der große literarische Wurf ist dieses Buch nicht aber es macht das, was es soll: Es unterhält. Die Protagonistin Fleur war mir grundsätzlich sympathisch, wenn sie auch etwas infantil und schwierig daherkommt. Auch die anderen Figuren empfand ich als nahbar und authentisch. Richtig gut an dem Roman gefielen mir der Erzählton und die Handlung. Nina Blazon schreibt sehr atmosphärisch und einlullend. Die Landschaftsbeschreibungen sind detailliert ohne zu lang zu sein und den Flair in den Städten fängt Blazon richtig gut ein. Ehe man sich versieht, sitzt man plötzlich neben Fleur im Café, knappert an einem belegten Baguette und süffelt Rotwein. Dass die Autorin immer wieder französische Wörter und ganze Sätze in den Text gearbeitet hat, hat mir richtig gut gefallen. An dieser Stelle sei eine WARNUNG ⚠️ ausgesprochen. So ist es nunmal der Fall, dass dieses Buch den unnachgiebigen Wunsch auslöst, die Koffer zu packen und in die Auvergne zu fahren! Wer sich das Fernweh ersparen will, dem sei gesagt: Unterlasse das Googlen der Städte, die in dem Buch vorkommen! Die Handlung fand ich sehr spannend. Dreht sich Fleurs Familiengeschichte doch sehr um die Legende von der Bestie von Gévaudan. Dabei verwebt Blazon geschickt Fakt und Fiktion miteinander. Ich konnte das Buch teilweise nicht aus der Hand legen und las heute 360 Seiten einfach weg. Warum dann "nur" 3,5 Sterne? Nina Blazon kommt aus der Jugendfantasy bzw Romantasy. Zu meinem Bedauern merkt man das dem Roman auch an. Nahezu alle Männer vergucken sich in Fleur und legen ihr die Welt zu Füßen. Natürlich sind es auch immer gutaussehende Singlemänner, die keine Beziehung oder Familie haben. So entsteht eine Dreiecksbeziehung in Teeniepracht , die mit einem einfachen Gespräch unter Erwachsenen geklärt werden könnte. Leider muss ich sagen, dass mir die Liebesgeschichte den Roman sauer gemacht hat. Die Romanze hätte ich nicht gebraucht, das Buch wäre rund 100 Seiten kürzer und meiner Meinung auch erwachsener. Für Liebesdreiecke bin ich definitiv zu alt.

Fleurs Reise ins Gévaudan
Fleurs Reise ins Gévaudanby Nina BlazonHarperCollins Taschenbuch