War ok, habe einiges Neues gelernt.
Geschichte, nur diesmal ohne Weißfilter.
Black As F**. Die wahre Geschichte der USA* von Michael Harriot (im Original Black AF History: The Un-Whitewashed Story of America) ist wie ein Geschichtsunterricht, den man sich immer gewünscht hat – wütend, witzig, gnadenlos gut recherchiert und radikal aus Schwarzer Perspektive erzählt. Harriot dreht den Blick um: Nicht mehr weiße „Gründerväter“ stehen im Zentrum, sondern die Menschen, deren Erfahrungen in den üblichen Schulbüchern höchstens am Rand auftauchen von frühen Schwarzen Communities vor 1619 bis zu Polizei, Sklaverei, Rassismus und Widerstand heute.  Dabei ist das Buch alles andere als trocken. Harriot schreibt mit beißendem Humor, vielen Anekdoten und einem Ton, der einen gleichzeitig zum Lachen, Kopfschütteln und Zähneknirschen bringt. Man merkt, dass hinter den Pointen harte Recherche steckt: Er arbeitet mit Quellen, mit der Arbeit Schwarzer Historikerinnen und Journalistinnen und zerlegt ein „weißgewaschenes“ Geschichtsbild, das lange als neutral verkauft wurde.  Black As F*** ist kein gemütliches Lesebuch, sondern ein Weckruf aber einer, der so unterhaltsam und menschlich erzählt ist, dass man gerne wach bleibt. Wer bereit ist, das eigene Wissen über die USA noch einmal von Grund auf überprüfen zu lassen, bekommt hier ein kluges, wütendes und sehr lebendiges Stück Geschichtsschreibung.
Sollte jeder definitiv mal gelesen haben
Wichtiger denn je, im Hinblick auf die aktuelle Politik in den USA, dieses Buch zu lesen und einen anderen Blickwinkel auf die Geschichte des Landes zu bekommen und ein bisschen besser zu verstehen warum Amerika ist wie es ist. Und auch wie sehr unsere Sicht geprägt ist. Sehr große Empfehlung!
💭Die wahre Geschichte der USA - so sagt es der Untertitel. Und der Autor blickt tatsächlich weit zurück zu den ihren Anfängen und wagt sich in die (Un-)Tiefen der ältesten Demokratie der Welt. Aktuell ist sie es zumindest auf dem Papier nach wie vor. Die Frage ist, wie lange noch ... 📚Dass es dieses Land, dessen Regierung im Moment so sehr gegen seine Migrant*innen kämpft, ohne Einwanderung nie gegeben hätte, wird ja gerne mal verschwiegen. Gefeiert werden statt dessen die Gründerväter, die Bürgerkriegskämpfer und die weißen Patrioten des 17. Jahrhunderts (ich muss leider nicht gendern). Doch was wäre dieses Land ohne seine schwarze Bevölkerung? Michael Harriot beginnt die Erzählung mit der Gründung von Jamestown und dem Beginn der Sklaverei und führt uns bis in die Neuzeit mit ihrem andauernden Rassismus, dem er selbst jeden Tag in seinem Heimatland ausgesetzt ist. ⭐️Einge Eckdaten waren mir aus dem Geschichtsunterrricht und dem Hörensagen bekannt. Doch so detailliert habe ich mich bisher nicht mit der amerikanischen Geschichte befasst, die gerne so weiß wäre, und trotzdem deutlich schwarz geprägt ist. Leser*innen erfahren die wahren Hintergründe des Bürgerkriegs und lernen eindrucksvolle Figuren aus der eigentlich sehr kurzen Geschichte der Vereinigten Staaten kennen. Mit einer guten Portion Witz zu dem teilweise harten Plot nimmt der Autor uns mit auf eine interessante Zeitreise, die ich all jenen ans Herz legen kann, die trotz allem noch fasziniert sind vom "land of the free and home of the brave".

Ein Buch, dass fassungslos macht, die Komplexität von Rassismus auf den Punkt bringt und die Augen für alle Facetten dieses Themas schärft.
╰ 𝗠𝗘𝗜𝗡 𝗟𝗘𝗦𝗘𝗘𝗜𝗡𝗗𝗥𝗨𝗖𝗞 Schon die „Anmerkungen des Verlags zur Übersetzung von Begriffen in historischen Texten und Reden“ zu Beginn des Buchs zeigen: Dies wird kein leichtes Buch. Michael Harriot nimmt auf eine einzigartige Weise auf eine Reise mit, die durch die Geschichte, die Wurzeln und die fest verankerten Strukturen des Rassismus in den USA führt. Seine umfassende Analyse, Geschichte und Kultur sind nicht nur tiefgründig, sondern bereichern durch seine persönliche Perspektive. Mit seinen autobiografischen Einblicken macht er das Buch spürbar, greifbar und ja, leider ehrlich schmerzlich. Was dieses Buch herausstechen lässt, ist der unvergleichliche Humor. Mit scharfem Witz und sarkastischen Kommentaren verdeutlicht er den Irrsinn des Rassismus nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in der Gegenwart. Jedes Kapitel macht nachdenklich und das nicht nur mit den historischen Geschehnissen und sozialer Ungerechtigkeit, die mich sprachlos und nicht einmal mit einem Aufreger zugelassen haben, sondern auch über die Vorurteile, die unsere Gesellschaft bis heute prägen. Trotz des schweren und komplexen Themas gelingt es Michael Harriot die Inhalte zugänglich, augenöffnend und manchmal überraschend leicht zu vermitteln. Exkurse, Rückblicke und ja, sogar Kapitel über Essen lockern das Buch auf. Eins bleibt der Autor aber im gesamten Buch: Messerscharf und tief bewegend. ╰ 𝗠𝗘𝗜𝗡 𝗙𝗔𝗭𝗜𝗧 Ein Buch, dass fassungslos macht, die Komplexität von Rassismus auf den Punkt bringt und die Augen für alle Facetten dieses Themas schärft. ╰ 𝗠𝗘𝗜𝗡𝗘 𝗕𝗘𝗪𝗘𝗥𝗧𝗨𝗡𝗚 5 / 5 ⭐️ - ein absolutes Lesehighlight! Liebste Grüße 📚📖, Jeanette.




