"Fernwehland" war für mich eines dieser Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten das Gefühl hat, selbst auf Reisen zu sein.
Die Geschichte rund um die Astoria hat mich von Anfang an fasziniert. Das Schiff ist dabei weit mehr als nur ein Schauplatz, es wird selbst zu einem Teil der Geschichte und verbindet die Schicksale der Menschen auf ganz besondere Weise.
Besonders gefallen hat mir die ruhige, atmosphärische Erzählweise von Kati Naumann. Die Autorin nimmt sich Zeit für ihre Figuren, ihre Erinnerungen und ihre Geschichten. Dadurch konnte ich mich wunderbar in die Charaktere hineinversetzen und ihre Gefühle nachvollziehen. Vor allem die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart hat mich immer wieder berührt.
Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst an Deck zu stehen, den Wind zu spüren und gemeinsam mit den Figuren auf eine Reise durch Zeit, Erinnerungen und Lebensgeschichten zu gehen. Die vielen kleinen Details rund um die Geschichte des Schiffes haben die Handlung zusätzlich lebendig gemacht.
Fernwehland ist kein lauter Roman voller Action, sondern eine Geschichte, die von ihren Figuren, ihren Emotionen und ihrer Atmosphäre lebt. Gerade das hat mir so gut gefallen. Es ist ein Buch zum Zurücklehnen, Genießen und Mitfühlen.
Für mich war es eine wunderschöne Reise voller Sehnsucht, Hoffnung, Erinnerungen und bewegender Momente, die noch lange nach dem Lesen nachwirken.
Ein gefühlvoller Roman, der Fernweh weckt, ans Herz geht und zeigt, wie eng Menschen, Erinnerungen und Orte miteinander verbunden sein können.
📖 Fernwehland 📝 Kati Naumann 📍 Harper Collins
„Fernwehland“ von Kati Naumann ist ein Roman, der mich auf mehreren Ebenen begeistert hat. Besonders eindrucksvoll war für mich schon die Lesung im letzten Jahr, die die Atmosphäre des Buches wunderbar eingefangen hat und meine Vorfreude aufs Lesen noch verstärkt hat.
Die Geschichte selbst überzeugt durch ihre spannende Erzählweise und die geschickt verwobenen zwei Zeitebenen. Beide Handlungsstränge lassen sich flüssig lesen und ergänzen sich auf eine Weise, die die Neugier konstant aufrechterhält. Es macht große Freude, nach und nach die Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu entdecken.
Neben der packenden Story hat mich vor allem die intensive Recherche beeindruckt. Man merkt deutlich, wie viel Sorgfalt in die historischen und thematischen Details geflossen ist. Dadurch habe ich beim Lesen nicht nur mitgefiebert, sondern auch einiges dazugelernt.
Insgesamt ist „Fernwehland“ ein rundum gelungenes Buch: spannend, informativ und emotional erzählstark. Eine klare Empfehlung für alle, die gut recherchierte Romane mit Tiefgang und einer fesselnden Handlung schätzen.
Seit über 70 Jahren bringt die Astoria Menschen in ferne Länder und ist somit das älteste seetüchtige Kreuzfahrtschiff der Welt. Einst ein schwedisches Schiff, wurde es nach einer Kollision mit dem Luxusschiff Andrea Doria an die DDR verkauft und unter dem Namen "Völkerfreundschaft" für Urlaubsfahrten der DDR-Bürger eingesetzt. Der Geschichte dieses Schiffs widmet sich Kati Naumann in ihrem Roman "Fernwehland".
Doch wie erzählt man die Geschichte eines Schiffs ohne sich in drögen technischen Daten zu verlieren? Kati Naumann löst das ganz geschickt, in dem sie die Schifffahrtsgeschichte mit dem Schicksal einzelner Menschen verwebt. Und so gibt es zum einen eine Rahmenhandlung: Henri und Simone, ein älteres Paar, erfüllen sich einen Traum: Einmal mit der Astoria fahren. Beide waren einst Angestellte auf der "Völkerfreundschaft" und haben sich dort auch kennengelernt. Auf dem Schiff lernen beide die ältere Schwedin Frida kennen, die ebenfalls mit dem Schiff verbunden ist, und die junge Elli, die nicht ganz zufällig die Nähe der drei älteren Menschen sucht.
In Rückblicken erfahren wir die Geschichten von Henri, Simone und Frida. Wobei vor allem Henris Geschichte hängen bleibt und zum Spannungsbogen der Handlung beiträgt. Henris Geschichte beginnt mit der seines Vaters Erwin in den späten 1930er Jahren. Erwin muss, nachdem sein Vater verunglückt ist, bei den Großeltern wohnen. Seine geliebte Mutter sieht er selten, weil sie auf einem Ausflugsdampfer auf der Elbe kellnern muss. Erwin versucht in ihren Pausen immer wieder am Ufer zu sein, um kostbare Zeit mit ihr zu verbringen. Seine Liebe zur See wird am Elbufer geweckt.
Stück für Stück erfahren wir, wie die Familie den Krieg übersteht und das Leben in der DDR beginnt. Erwins Traum zur See zu fahren zerplatzt, dafür scheint dieser Traum für seinen Sohn Henri in Erfüllung zu gehen.
Zunächst einmal habe ich großen Respekt vor der gründlichen Recherchearbeit der Autorin. Die Geschichte der Astoria ist durchaus interessant und wir erfahren im Roman natürlich auch einiges über die Geschichte der DDR.
Auch den Schreibstil von Kati Naumann mochte ich sehr. Sie schreibt sehr atmosphärisch und bildlich und die Charaktere sind sehr echt. Auch wie sie historische Fakten mit Unterhaltung mischt ist gelungen.
Trotzdem war "Fernwehland" nicht so ganz meine Geschichte. Am Ende war das Thema wahrscheinlich nicht ganz meines und es ging mir phasenweise zu viel um das Schiff und wie was umgebaut worden ist.
Richtig ans Herz gingen mir eigentlich nur die Geschichten von Erwin und Henri. Die anderen Schicksale kamen mir vor wie Beiwerk. Und gerade die Handlung auf dem Schiff und die Auflösung der ganzen Schicksale und Verbindungen am Ende haben mich irgendwie an den immer gleichen Handlungsstrang vom Traumschiff erinnert.
Ein gut recherchierten historischer Roman, die Geschichte war nicht ganz mein Fall.
Interessante Geschichte über die Seefahrt, die DDR und die Menschen verschiedener Generationen mit ihren eigenen Vergangenheiten, die sich durch Zufall alle auf dem Schiff treffen. Der Titel umschreibt schön das Gefühl dieses Buches. Ich habe viel interessantes erfahren, auf die Zeitsprünge muss man sich einlassen - dann ist es ein gutes Buch
Kati Naumann verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise. Sie erzählt die Geschichten der Heimat und der Menschen warmherzig, ohne zu beschönigen und ohne Vorwürfe. Auch dieses Buch hat mich wieder sehr berührt und bis zur letzten Seite nicht losgelassen. Wer die Autorin noch nicht kennt, dem seien auch ihre Bücher „Wo wir Kinder waren“, „Was uns erinnern lässt“ und „Sehnsucht nach Licht“ wärmstens ans Herz gelegt!
„Fernwehland“ ist ein leicht zu lesender Roman und ich fand die Geschichte um die ehemalige MS Stockholm wirklich sehr interessant.
Gestört hat mich die verklärte Ostalgie. In dem Buch wirkt die DDR wie ein rauschender Jubelstaat in dem entzückt geklatscht, getanzt und geschmückt wurde. Wären da nicht diejenigen, die dem Arbeiter- und Bauernstaat kritisch gegenüber standen oder diesen gar verlassen wollten und damit den treuen Genossen das Leben schwer machten. Etwas mehr Realität des Unrechtsstaats DDR hätte dem Buch nicht geschadet.
Tolles Buch über das Leben und die Beschwerlichkeiten in der DDR. Flüssig erzählt und sehr gut recherchiert erfährt man vieles über den Alltag in der DDR und der Schiffahrt. Ich hätte gern noch erfahren was Henri und Simone nach der Wende gemacht haben und wie das Wiedersehen ausgesehen hat, aber ansonsten sehr schöne Geschichte die Erinnerungen hochkommen lässt.
Wie passt ein Land, das seine Bewohner einsperrt und Kreuzfahrtschiff zusammen?
Es ist eine Geschichte über ein Schiff, welches aus Schweden, in die DDR kam und es verbindet Menschen.
Frida, ist Schwedin und war auf der Jungfernfahrt der Stockholm dabei und später als jung Verheiratete mit ihrem Mann nochmals. Leider geschieht ein Unglück, aber Frida versucht regelmäßig auf ihrem Schiff mit zu fahren und hat sogar ganz eigene Regeln für ihre Reisen.
Henri, wird in der frühen DDR geboren. Er ist genauso von der Seefahrt und dem Meer begeistert, wie sein Vater Erwin. Diesem wurde die Seefahrt verwehrt, umso mehr freut er sich, als sein Sohn trotz DDR Repressalien in Welt hinausfahren kann. Henri genießt es auch so sehr, dass ein Leben an Land für ihn unerträglich ist. Leider wird auch er dazu gezwungen, die Seefahrt aufzugeben.
Simone, auch ein Kind der frühen DDR und wächst in Rostock auf. Auch die träumt von der großen weiten Welt. Nicht von Flucht, sie möchte es sich nur anschauen und dann zurück kommen. Als die volljährig ist setzt sich entgegen der Wünsche, ihrer Mutter durch und arbeitet auf der Völkerfreundschaft. Dort lernt sie Henri kennen, die freunden sich an. Besuchen die verschiedensten Häfen und Städte und genießen das Leben. Nur Henri verschwindet irgendwann und sie weiß nicht was passiert ist.
2019, Simone und Henri haben sich wiedergefunden und machen nochmals eine Fahrt auf der ehemaligen Völkerfreundschaft, die jetzt Astoria heißt. Sie genießen diese Fahrt, auch wenn ihnen natürlich die ganzen Umbauten auffallen und teilweise nicht gefallen. Sie lernen Frida kennen und die drei merken, das sie eine besondere Beziehung zum Schiff haben.
Es ist gut beschrieben, wie schwer es war in der DDR zur See fahren zu dürfen und was passiert, wenn jemand flüchtet. Vor allem wie schnell das Privileg weg sein kann, ist erschreckend.
Als kleines Mädchen stand ich auch in Warnemünde, am Hotel Neptun und kenne den Blick in die weite Welt, es war 1988 oder 1989. Das ist alles gut beschrieben, die Verwicklungen zwischen am Ende vier Personen auf dem Schiff, fand ich anstrengend. Dennoch ist es ein gutes Buch.
Eine Familiengeschichte, die eng mit dem Meer verknüpft ist.
Fernwehland - Kati Naumann
416 Seiten
Harper Collins
Inhalt:
Eine Familiengeschichte, die eng mit dem Meer verknüpft ist.
Henri hat schon als Kind eine große Leidenschaft zu Meer und Wasser verspürt.
Als Matrose heuert er auf dem Kreuzfahrtschiff Völkerfreundschaft an und lernt dort die Stewardess Simone kennen und lieben.
Jahrzehnte später unternehmen sie eine Reise auf ebendiesem Schiff, das nun jedoch Astoria heißt.
Dort lernen sie die Schwedin Frida kennen, die bei der Schiffstaufe bereits anwesend war und auf diesem auch ihre Hochzeitsreise erlebt.
Als viertes gesellt sich Elli in die Runde, die 4 tauschen sich aus und haben viel zu erzählen.
Eindrücklich wird auch die Stimmung in der DDR aufgegriffen und was die Völkerfreundschaft für einen Stellenwert hatte, für Menschen, die nicht frei in den Urlaub fahren können, wohin sich möchten.
Meinung:
Ein Buch über die ehemalige DDR und das Streben nach Freiheit, dem Privileg eigene Entscheidungen für sich treffen zu dürfen. Wie heilend Austausch sein kann und wie schnell man sich vertraut fühlen kann, wenn ein ganz großes Thema / Leidenschaft Verbindung schafft.
Die Familiengeschichte über Generationen habe ich sehr gemocht.
Auch das Lesen über den Schiffsalltag hat mir großen Spaß gemacht.
Es geht über Radebeul, Kuba, Marokko und Norwegen.
Mehr zu meiner Meinung findet ihr auf Youtube im Lesemonat April.
Kennt ihr das Buch?
Mit „Fernwehland“ hat es Kati Naumann wieder geschafft ein Stück DDR-Geschichte sehr authentisch zu erzählen, welches den wenigsten bekannt sein dürfte. Auch ich, Jahrgang 58 kannte die „ Völkerfreundschaft“ nur als Traumobjekt für die breite Masse der Bevölkerung.
Mit Simone und Henri wurde ich wieder in meine Kindheit und Jugend zurück versetzt und konnte ihre Träume und Wünsche nachvollziehen.
Kati Naumann bringt das Lebensgefühl meiner Generation sehr gut rüber, aber auch die Geschichte von Frida, die ja um einiges älter ist, hat mich beeindruckt.
Eine absolute Leseempfehlung für diejenigen, die mehr über die DDR erfahren wollen oder dort aufgewachsen sind.
Unbezahlte Überstunden, damit ein Traum in Erfüllung gehen kann. Nicht nur von einer Person, nicht nur von einem Betrieb, - ein ganzer Staat beteiligt sich daran. Und warum? Ein Traum wird wahr 🤩 Endlich ein eigenes Kreuzfahrtschiff für die Nation. Ausgewählte DDR Bürger dürfen an sehnsuchtsvolle Orte reisen. Auch die Freundschaft zwischen dem Matrosen Henri und der Stewardess Simone ist ein Thema. Viele Jahre später treffen sie sich um eine letzte Reise mit "ihrem" Schiff zu unternehmen. Sie treffen auf Schicksalsgenossen und können die Schatten der Vergangenheit begraben.
Ein wirklich grandioses Buch. Eigentlich sind es ganze 10 Sterne die hier vergeben werden müssen!
Darum geht es:
Das älteste seetüchtige Kreuzfahrtschiff der Welt, die Astoria, hat eine bewegende Geschichte hinter sich. Nach einer turbulenten Vergangenheit und einer Kollision mit dem Luxusschiff Andrea Doria wurde es für wenig Geld an die DDR verkauft und fortan für Urlaubsreisen eingesetzt. Für die ehemalige Stewardess Simone und den damaligen Matrosen Henri ist es eine Reise in die Vergangenheit, da sie sich vor vielen Jahren auf diesem Schiff kennengelernt haben. Auf ihrer Reise begegnen sie Frida, einer Schwedin, die als Kind die Schiffstaufe erlebt hat und deren Geschichte eng mit der des Schiffes verbunden ist.
Mein Leseeindruck:
Ein Schiff mit Geschichte - eine Geschichte mit Herz! Die Autorin Kati Naumann hat es geschafft, die Historie der Astoria und seiner Passagiere auf eine fesselnde Art und Weise und mit großer Intensität zu erzählen, die mich vollkommen eingenommen und in den Bann gezogen hat. Der Schreibstil von Kati Naumann ist flüssig, unglaublich bildhaft, aber auch mitreißend. In zwei Zeitsträngen führt sie ihre Leser durch die Geschichte. Dabei lässt sie ihre Protagonisten zu Wort kommen. Mich hat die Grundidee des Romans begeistert und das Lebensgefühl auf einem DDR-Kreuzfahrtschiff unglaublich fasziniert. Durch die exakte und gut verlässliche Recherchearbeit erweckt die Autorin die Vergangenheit zum Leben. Gekonnt verwebt sie die Story des Kreuzfahrtschiffs mit historischen Ereignissen und den Schicksalen einiger Passagiere und Besatzungsmitglieder.
Fazit:
4/5 Sterne! Ein toller Roman über Fernweh, Träume, Liebe und Familie.
Ein Schiff, 12 Namen und die Menschen, die es zum Leben erwecken!
**** Worum geht es? ****
Das Kreuzfahrtschiff Astoria im Wandel der Jahrzehnte – die Menschen, die es prägten, und ein großes Wiedersehen, das Raum für zweite Chancen schafft.
**** Mein Eindruck ****
Einfach ein richtig schönes Buch. Es war bezaubernd, die Charaktere in ihrer Liebe zur Schifffahrt zu begleiten – und dabei ganz nebenbei so einiges über die DDR zu lernen.
Das Buch steckt voller Freundschaft, Familie und einer ordentlichen Portion Pech – aber zum Glück spürt man von Anfang an, wohin das Schicksal führen wird. Kleine, unerwartete Wendungen am Ende machen die Geschichte zusätzlich spannend. Die zentrale Frage, die mich durch das Buch begleitet hat, war: Was ist damals passiert – und wie wird sich alles am Ende auflösen? Wenige, dafür umso bedeutsamere Fragen wurden mit großem Einfühlungsvermögen erzählt. Der Schreibstil der Autorin war flüssig, voller Wärme und mit einem feinen Gespür für ihre Figuren. Sie hat sich ganz auf das Thema konzentriert, ohne den roten Faden zu verlieren. Nostalgie durfte aufleben – mit ganz viel Herz. Die Erzählung wirkte so lebendig, dass ich mich als Leserin wie ein Teil der Gruppe fühlte und am liebsten aktiv ins Gespräch eingestiegen wäre. Jetzt träume ich ein bisschen davon, dieses Schiff einmal selbst zu sehen – um zu erleben, welche Liebe die Autorin und ihre Figuren mit ihm verbinden.
**** Empfehlung? ****
Ein Thema, das direkt ins Herz geht – und mit den Figuren zum Leben erwacht. Geschichte, Nostalgie und ein Ort, der Menschen verbindet. Eine klare Empfehlung für alle, die gerne zeitgenössische Geschichten mit historischem Flair lesen.
Wieder einmal ein tolles Buch von Kati Naumann!
Eine Geschichte auf zwei Zeitebenen, die wunderbar miteinander verwoben sind.
Die Autorin hat geschichtlich sehr gut recherchiert und interessante Charaktere geschaffen.
Für mich als in der DDR geborene und 12 Jahre lang aufgewachsene, sind Bücher die DDR Geschichte thematisierennoft besonders interessant. Es wird immer ein Zugehörigkeittsgefühl zu dem Land bleiben, von dem ich dankbar bin, dass es nicht mehr existiert.
Kati Naumann schreibt so fließend und leicht, dass man nur so durch die Seiten fliegt. Die Geschichte rund um das Schiff MS Völkerfreundschaft empfand ich als ungemein spannend und tatsächlich hatte ich nur Mal entfernt von dem Schiff gehört. Daher war alles rund um das Schiff für mich Neuland.
Kati Neumann vererbt Fakten mit Fiktion und baut eine neue Familiengeschichte drumherum auf. Eine alte Frau und ein mittelaltes Pärchen treffen in der Gegenwart aufeinander. Alle drei verbindet die Liebe zum Schiff und nach und nach erfahren wir ihre Geschichte und ihre Schicksale. Ein junges Mädchen stößt hinzu und ihre Verbindung bleibt lange im Dunkeln. Für mich waren einige Wendungen absolut nicht vorhersehbar, einge vielleicht schon.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte zwar sehr bildreich, aber teilweise auch recht nüchtern erzählt wird. Die Geschichte driftet nie in den Kitsch ab. Das Ende mag eventuell etwas blumig sein, aber es passt zu dem Gesamtbild der Geschichte.
Ein warmer Roman mit viel Hintergrundwissen und der Sehnsucht einmal auf einem Schiff anzuheuern.
Die Astoria – Eine Reise durch Geschichte und Zeit
Wusstet ihr, dass die DDR eine Schifffahrernation war? Ich nicht! Genau das war einer der Gründe, warum ich "Fernwehland" unbedingt lesen wollte. Die Alltagsgeschichte der DDR ist für mich noch immer ein blinder Fleck, und dieser Roman hat mir geholfen, ihn ein wenig zu erhellen.
Der historische Generationenroman beginnt in den 1930er-Jahren und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Im Mittelpunkt steht das Kreuzfahrtschiff Astoria, das über die Jahrzehnte hinweg viele Schicksale begleitet, unter anderem auch während seiner Zeit unter der DDR-Flagge. Alle Figuren in diesem Buch haben eine Verbindung zu diesem Schiff oder zur Schifffahrt, doch der Roman geht weit über das maritime Thema hinaus. Er verwebt Alltags- und Politikgeschichte der DDR abseits der bekannten Erzählungen.
Die Erzählweise ist ruhig und sehr schön geschrieben, gleichzeitig gibt es aber auch bedrückende und emotionale Momente, die nachhallen. Der Roman entfaltet sich langsam, indem er die Lebensgeschichten der einzelnen Figuren detailliert schildert. Das macht ihn besonders als Hörbuch geeignet – man kann entspannt zuhören, ohne Angst zu haben, den Faden zu verlieren. Dennoch bleibt die Handlung spannend, da viele Verstrickungen erst nach und nach aufgedeckt werden. 4,5/5 Sterne
Große Leseempfehlung für alle, die gerne in Gedanken - oder auch in der Realität - um die Welt reisen, nebenbei in die Geschichte eintauchen und inspirierende, spannende Charaktere durchs Leben begleiten möchten.
Ein Schiff, das Jahrzehnte überdauert. Erinnerungen, die nie verblassen. Fernwehland erzählt von Simone und Henri, die sich in den 1960ern auf der „Völkerfreundschaft“ fanden – und heute, an Bord der „Astoria“ (dem heutigen Name des Schiffs), ihre Vergangenheit neu entdecken. Und Frida, einst ein staunendes Kind bei der Schiffstaufe in den 1940ern, kehrt ebenfalls auf das Schiff zurück. Eine Reise voller Liebe, Verlust und Freiheit.
🛳️
Manchmal öffnet ein Buch eine Tür zu einer Welt, die so lebendig wirkt, als wäre man selbst ein Teil davon. Fernwehland von Kati Naumann ist genau so ein Buch.
Die Autorin erzählt die Geschichte des ältesten seetauglichen Kreuzfahrtschiff der Welt aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Zeitebenen. Selten gelingt es, dass dabei alle Abschnitte gleichermaßen spannend, relevant und schön zu lesen sind. Doch Kati Naumann ist das gelungen!
Ich könnte mich nicht entscheiden, ob ich den Handlungsstrang von 2019 lieber gelesen habe oder all die wundervollen, kleinen Zeitreisen, die sich nach und nach wie Puzzleteile ins Gesamtbild einfügen.
Das Kreuzfahrtschiff ging 1960 in den Besitz der DDR über und wurde dort schnell zum Symbol für die große Freiheit - aber auch für die Möglichkeit zur Republikflucht. Dieser geschichtlich unglaublich spannende und hervorragend recherchierte Aspekt des Romans hat mir besonders gut gefallen - und hat das gewisse Etwas eingeflochten. Ich habe wieder so viel über die deutsche Geschichte dazugelernt - wundervoll verpackt in die bewegende Familiengeschichte von Henri.
Ein großes Plus bekommt „Fernwehland“ für die Haupt- und Nebenfiguren, die mir einfach allesamt ans Herz gewachsen sind. Niemand war nervig oder gar unnötig, im Gegenteil: Authentizität und Nahbarkeit haben den Roman durchflutet!
Die Geschichte des Kreuzfahrtschiffes hat mich deutlich mehr interessiert als die der Protagonisten. Historisch gesehen ist das Thema hochinteressant und die Autorin bringt gut recherchierte Fakten unter. Die Familiengeschichte hingegen ist zwar nett erzählt, aber vorhersehbar. Ich fand es zeitweilig fast langweilig. Ich freue mich aber sehr darüber, so viel über die DDR-Schifffahrt erfahren zu haben.
Ich bin wirklich begeistert. Dieses Buch lässt Gegenwart und Vergangenheit perfekt verschmelzen. Die Erzählung ist enorm clever aufgebaut und sehr gut ausgearbeitet mit historischem Hintergrund. Hier wurde gut recherchiert! Nebenbei habe ich immer wieder ein wenig selber recherchiert und online gelesen, weil ich manche Dinge einfach nicht glauben konnte (oder wollte).
Manche Situationen wie die Geschehnisse während der Kreuzfahrt in der Karibik erscheinen aus heutiger Sicht völlig surreal und undenkbar. Und waren doch mal Realität. In Verbindung mit persönlichen Schicksalen und Ängsten bekommen diese Ereignisse nochmal eine besondere Bedrohlichkeit.
Eigentlich passiert in dem Buch nie wirklich etwas schlimmes. Ich will nicht zu viel verraten und dadurch spoilern. Aber dennoch hat vieles irgendwie eine unheimliche Atmosphäre und ich hatte immer das Gefühl, dass der Schein trügt und jeden Moment etwas schicksalhaftes geschehen könnte.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen und wird mir absolut positiv in Erinnerung bleiben! Ich werde Ausschau nach weiteren Bücher von Kati Naumann halten.
5/5 ⭐️
Dieser historische Roman über das DDR – Kreuzfahrtschiff ,,Völkerfreundschaft“ ist nicht nur unfassbar gut recherchiert und lässt uns deutsche DDR -Geschichte hautnah erleben, sondern ist zudem eingebunden in eine unterhaltsame, wechselvolle story mit sympathischen Protagonisten. Kati Naumann erzählt in zwei Zeitebenen, einmal im Jetzt (2019), wo Henri und Simone eine Kreuzfahrt auf der ,,Astoria“ machen, auf der sie mehr als 40 Jahre zuvor als Matrose und Stewardess gearbeitet haben, als das Schiff noch DDR -Kreuzfahrtschiff war. Sie lernen die ältere Schwedin Frida kennen, die bereits bei der Schiffstaufe in Schweden dabei war und die ebenfalls eine besondere und tragische Beziehung zu dem Schiff hat. Die zweite Zeitebene beginnt 1938 mit Henris Vater Erwin in Kötzschenbroda und lässt eine Kindheit und Jugend dieser Zeit lebendig werden, aber auch die Seehandelsflotte und Übersee- Schifffahrt vor unseren Augen entstehen. Die Geschichte der DDR wird parallel zum Lebenslauf des Schiffes detailgenau erzählt, gespickt mit zeittypischen Gegenständen, Materialien, politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, Wohn – und Arbeitssituationen, Musik…- toll gemacht.
Durch das Verweben der fesselnden Biografien der Protagonisten entsteht ein Panorama der Zeitgeschichte, ich habe viel gelernt, erinnert und wurde zusätzlich wunderbar unterhalten – unbedingte Leseempfehlung !
Zum wiederholten Mal entführt uns Kati Naumann ganz tief in die DDR-Geschichte. Diesmal hat sie sich das DDR-Kreuzfahrtschiff „Völkerfreundschaft“ vorgenommen und erzählt sowohl dessen wechselvolle Geschichte als auch die von mehreren Personen, die etwas ganz Besonderes mit diesem Schiff verbindet.
Mit Henri erleben wir, wie ein Junge aus Radebeul bei Dresden, dessen Eltern gerade mal die Dampfschiffe auf der Elbe kennenlernen durften, sich durchkämpft, bis er seinen Traum von der Arbeit als Matrose auf hoher See verwirklichen kann. Simone stammt aus Warnemünde und kann sich nichts Schöneres vorstellen als Stewardess auf der „Völkerfreundschaft“ zu werden. Und die Schwedin Frida hat ebenfalls eine ganz besondere Beziehung zu dem Schiff, denn lange bevor es als „Völkerfreundschaft“ für die DDR fuhr, war sie schon bei der Schiffstaufe dabei, als das Schiff noch „Stockholm“ hieß und für Schweden fahren sollte und erlebte später auf der „Stockholm“ die tragischsten Momente ihres Lebens.
12 Schiffsnamen und zwei Schiffsunglücke später pflügt der Koloss immer noch durch die Meere - nun als „Astoria“ im Jahr 2019. Und Henri, Simone und Frida treffen sich auf diesem Schiff, auf dem alle drei aus nostalgischen Gründen noch einmal ein paar Tage verbringen wollten.
Kati Naumann schafft es auch diesmal wieder, einen unheimlich dichten und zeitgeschichtlich interessanten Roman zu schreiben, der einerseits die komplette Geschichte des Schiffes erzählt, andererseits aber auch die Geschichte der DDR und seiner Bürger wieder auferstehen lässt.
Da ich selbst die DDR in den 80er Jahren noch als Kind erlebt habe, kamen mir so einige Dinge bekannt vor - von der SERO-Sammelaktion bis zum miserablen Fernsehempfang im Dresdener Elbtal („Tal der Ahnungslosen“). Vieles war aber auch für mich neu und insbesondere die Geschichten rund um Radebeul und die Geschichte der Dresdner Dampfschiffahrt fand ich unheimlich spannend. Und da ich selbst auch schon öfters auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs war, war auch die Geschichte der Stockholm/Völkerfreundschaft/Astoria für mich super interessant.
Die Charaktere, mit deren Hilfe Kati Naumann die Geschichte erzählt, sind nicht eindimensional, sondern haben ihre Ecken und Kanten (z.B. Henri), aber sie sind wunderbar ausgearbeitet und man ist dennoch oder vielleicht gerade deswegen schnell von ihnen eingenommen. Ich wäre so gern noch weiter mit Frida, Simone und Henri unterwegs gewesen und hätte ihren Erinnerungen an die schönsten, aber auch schlimmsten Zeiten ihres Lebens gelauscht. Ein rundum gelungenes Buch und ein tolles Stück Zeitgeschichte! Unbedingt lesen!
12 Namen
… hatte die Astoria im Laufe ihres Lebens, „… das älteste noch fahrende Passagierschiff der Welt. …, aber für Simone und Henri würde sie immer die Völkerfreundschaft bleiben, das erste Kreuzschiff der Deutschen Demokratischen Republik. Vor über vierzig Jahren hatten sie sich darauf kennen gelernt. Es war ihr Schiff. Und es hat ihr Schicksal bestimmt.“ (S. 9).
Jahrelang hat Henri gespart, um noch einmal mitfahren zu können, jetzt ermöglicht ihnen das der Tod seines Vaters Erwin und das damit verbundene Erbe. Erwin und dessen Mutter Dora hatten Henri auch den Wunsch, zur See zu fahren, in die Wiege gelegt. Im Gegensatz zu ihnen hatte er es geschafft und die Welt hinter dem Eisernen Vorhang bereist. Doch dann ist etwas passiert, und er durfte nicht mehr zur See fahren. Simone hofft, dass er sich jetzt endlich mit der Vergangenheit aussöhnt.
Auf der Fahrt lernen sie die Schwedin Frida kennen, die 1946 bei der Schiffstaufe dabei war und jetzt zum 20. Mal mitfährt. Auch sie hat eine sehr emotionale Verbindung zur Astoria.
Und dann stößt Elli zu ihnen. Sie ist erst 19, interessiert sich aber sehr für die Geschichten, die Simone, Frida und vor allem Henri von früher erzählen.
Ich hätte nicht gedacht, dass mich „Fernwehland“ von Anfang an so mitnimmt und so viele Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend in der DDR und das Dresden von früher weckt. Ich wohne nur wenige Kilometer von Kötzschenbroda entfernt, wo ein großer Teil der Handlung spielt, und bin schon mit der Diesbar gefahren, auf der Dora viele Jahre gearbeitet hat. Nur von der Völkerfreundschaft hatte ich bisher noch nicht gehört, dabei war sie berühmt und berüchtigt, weil es fast unmöglich war, einen Urlaubsplatz auf ihr zu bekommen.
Kati Naumann erzählt auch die Geschichte der Seehandelsflotte und Überseefahrt der DDR, die sich die Bevölkerung damals mit Planübererfüllungen und unzähligen unbezahlten Überstunden erkämpft und verdient hat.
„Manchmal müssen alte Wunden aufgerissen werden, damit sie endlich heilen können.“ (S. 378)
Neben den Erinnerungen haben mich auch die Biographien ihrer Protagonisten gefesselt und mitfiebern lassen. Frida erlebt auf ihrer Hochzeitsreise etwas, was sie für den Rest ihres Lebens an dieses Schiff bindet. Sie reist nie woanders hin oder mit einem anderen Schiff, es muss das Astoria sein.
Dora, mit der alles beginnt, hat ihre Wünsche und Träume nie verwirklichen können, darum gibt sie diese an Henri weiter. Der tut alles, um Matrose zu werden und weiß auch, wie privilegiert er ist. Er bringt seiner Familie, vor allem seiner Schwester Karin, von jeder Fahrt Geschenke mit. Aber das reicht dieser irgendwann nicht mehr. „Manchmal habe ich das Gefühl, blind zu sein. Und du bist mein Blindenführer, der mir von der Welt erzählt, die ich niemals sehen werde.“ (S. 338)
Simone musste sich um ihre jüngeren Brüder und den Haushalt kümmern, wenn ihre Eltern arbeiten waren. Auch sie träumt seit der Kindheit davon, zur See zu fahren, und erkämpft sich das gegen den Willen ihrer Eltern.
Und Elli? Die gibt sich nicht ohne Grund sehr geheimnisvoll …
Ich war fasziniert, als Henri, Simone und Frida rückblickend entdecken, dass sie mehrfach zur selben Zeit am gleichen Ort waren (nicht nur auf dem Schiff). Das schafft eine besondere Verbindung, einen Gleichklang zwischen ihnen. Sie wachsen zu einer Einheit zusammen, und Frida und Henri beschäftigen sich endlich auch mit ihren Traumata.
Geschickt bindet Kati Naumann dramatische Ereignisse ein, welche die Völkerfreundschaft bei den Fahrten erlebt hat. Sie geriet in gefährliche Stürme, fuhr durch die Blockade während Kuba-Krise und wurde von anderen Schiffen gerammt – im Gegensatz zur Titanic ist zum Glück wirklich unsinkbar.
„Fernwehland“ ist ein sehr mitreißender und bewegender Roman über Familie, Freundschaft, Sehnsucht und Freiheit, der ein spannendes Kapitel DDR-Geschichte wieder lebendig werden lässt. Ein echtes #lesehighlight
Diese Geschichte hätte ich am liebsten niemals beenden wollen und ich wünsche mir, dass sie mich noch lange begleiten wird. Eine unfassbar gefühlsechte, lebendige und authentische Geschichte zum wohlfühlen, als wäre die Autorin dauerhaft vor Ort gewesen und hätte die Handlungen persönlich miterlebt. Die Charaktere habe ich allesamt in mein Herz schließen können. Das Leben verläuft manchmal auf seltsamen Wegen und dieses Buch beschreibt eine Liebesgeschichte an die Seeschifffahrt, die dem Leser die deutsche Geschichte näher bringt und das Gefühl von Fernweh aufzeigt. Ein historischer Roman, der eine starke und intensive Recherche erhalten hat ubd den Leser zwischen Gegenwart und Vergangenheit taumeln lässt. Eine absolute Herzensgeschichte.
Ich habe alle Kati Naumann- Bücher sehr geliebt und hatte mich sehr auf das neue gefreut.
Es geht um das Kreuzfahrtschiff Stockholm, das später zu DDR Zeiten unter dem Namen Völkerfreundschaft fuhr. Dann wurde es noch mehrere Male umbenannt.
Anhand des Schiffes wird die Lebensgeschichte einer Generation, eine Familie aus der Nähe von Dresden erzählt. Nur einer schafft es, auf dem Schiff Völkerfreundschaft zu arbeiten und in die Ferne zu reisen, was der Traum der ganzen Familie war. Die Autoren verwendet durchgängig zu viele Schiffsbegriffe und technische Dinge, die sie wohl unterbringen wollte.
Für mich waren das jedoch zu viele, was den Lesefluss gestört hat. Ich bin auch relativ schwer ins Buch hinein gekommen erst ab Seite 200 war ich drin und dann entfaltete die Geschichte für mich einen guten Sog.
Ein recht unbekanntes Stück DDR Geschichte erlebbar gemacht. Habe sehr mitgefühlt und viel gelernt.
Ein Kreuzfahrtschiff für die DDR
Wer hätte gedacht, dass es in der DDR ein Kreuzfahrtschiff gegeben hat! Ich jedenfalls habe in dem neuen Buch von Kati Naumann „ Fernwehland“ das erste Mal davon gehört und staunte nicht schlecht.
Die „ Völkerfreundschaft“ wurde 1960 in Rostock in Dienst gestellt und erfüllte einigen ausgewählten Passagieren unerwartete Urlaubsfreuden.
Auf zwei Zeitebenen erzählt die Autorin nicht nur die Geschichte eines Traumschiffes, dass im Laufe der Jahre zwölf mal umgetauft wurde, sondern auch von Menschen, die mit diesem Schiff schicksalhaft verbunden waren.
2019 erfüllen sich Simone und Henri ihren langgehegten Traum auf dem DDR - Kreuzfahrtschiff, das inzwischen „Astoria“ heißt, als Passagiere mitzureisen, ein Schiff das sie lieben und auf dem sie beide einst selbst hatten arbeiten dürfen. Auch Frida mit ihren 85 Jahren, hat eine besondere glückliche und auch tragische Verbindung zu diesem Schiff.
In der zweiten Zeitebene gehen wir zurück bis ins Jahr 1938. Hier lesen wir, dass nicht nur Henri von Kindesbeinen an eine Sehnsucht für das Meer entwickelt hat, sondern schon sein Vater und auch seine Oma Dora dem Wasser und dem Meer zeitlebens leidenschaftlich verbunden waren.
Wie die Politik Lebensträume beeinflusst, erfahren wir in einer spannenden und emotionalen Zeitreise. Historische Ereignisse spielen mit in den Roman hinein und machen Geschichte erlebbar.
Kati Naumann hat nicht nur wunderbar recherchiert und tolle, authentische Charaktere geschaffen, die mir im Laufe des Buches wirklich ans Herz gewachsen sind, sie hat auch diese so unterschiedlichen Leben meisterhaft miteinander verwoben und zu einer rundum gelungenen Geschichte verknüpft.
Besonders gerne mochte ich die älteren Protagonistinnen Oma Dora und Frida .
Ich bin nur so durch das Buch geflogen , habe es auch immer wieder genossen bestimmte für Zeit und Region übliche aber mir unbekannte Dinge zu entdecken wie z.b die Nachbarin, die auf einem Hügel vorm Haus steht, der sogenannten „ Neugierde“ ,um den lieben Nachbarn hinterherzuspionieren.
Der Roman war für mich ein Highlight und hat großen Spaß gemacht. Er ist jedem zu empfehlen, der gerne Familiengeschichten mit historischem Hintergrund liest und dem ein Geschichtsbuch zu trocken ist.