
Das Nord - ein zäher Roman über Manipulation und Macht
Als Thriller funktioniert dieses Buch für mich kaum. Statt Spannung oder unerwarteter Wendungen bekommt man eher einen ruhigen, teilweise schleppenden Roman über Abhängigkeit, Kontrolle und Macht. Die Idee dahinter ist zwar interessant, doch die Umsetzung konnte mich nicht wirklich überzeugen. Positiv ist der Einblick in die Welt der gehobenen Gastronomie. Die Abläufe in der Küche, die Umgebung und die Atmosphäre sind anschaulich beschrieben. Auch der Schreibstil ist flüssig und angenehm, sodass sich das Buch grundsätzlich schnell lesen lässt. Genau das sorgt dafür, dass man zumindest am Ball bleibt. Inhaltlich passiert jedoch über weite Strecken zu wenig. Die Handlung wirkt vorhersehbar und entwickelt kaum echte Spannung. Man ahnt früh, in welche Richtung sich alles bewegt, ohne dass überraschende Momente folgen. Gerade für ein Buch, das als Thriller eingeordnet wird, ist das enttäuschend. Auch die Beziehung zwischen den Hauptfiguren konnte mich nicht überzeugen. Statt interessant oder packend wirkt sie eher anstrengend und wiederholt sich in ihrer Dynamik. Das Machtgefälle ist zwar klar erkennbar, wird aber nicht besonders tiefgehend oder differenziert ausgearbeitet. Hinzu kommt, dass mögliche spannende Ansätze – etwa Ermittlungen oder größere Konflikte – nur angerissen und nicht wirklich ausgeführt werden. Das Ende wirkt schließlich unauffällig und bestätigt eher den vorhersehbaren Verlauf, anstatt einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Insgesamt ein Buch mit guter Grundidee und interessantem Setting, das aber zu wenig daraus macht. Wer Spannung erwartet, wird hier eher enttäuscht. Als psychologischer Roman über Manipulation funktioniert es teilweise, bleibt aber auch in diesem Bereich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Von mir daher nur 5 von 10 P. (abgeschlossen 20.03.2026)



















