25. Dez.
Rating:3

Ein Blick hinter die Kulissen: Wenn persönliche Interessen über alles andere gestellt werden. John Bolton's Abrechnung mit Präsident Trump.

Zu allererst muss ich sagen, dass das Buch thematisch unfassbar interessant sind. Wer sich politisch viel mit der US Außenpolitik befasst, dem wird John Bolton ein Begriff sein. In dem Buch werden etliche Themen und Sitzungen während Bolton's Zeit in der Trump Administration behandelt. Soweit so gut, John Bolton gilt als sehr organisierter und detaillierter Mann und das spiegelt sich auch in den Buch wieder. Leider sind die Berichte oft viel zu detailliert und oft auch mit vielen belanglosen Details aufgepumpt. Ich würde das Buch auch sehr viel eher als persönliche Abrechnung mit Donald Trump einstufen, als ein wirkliches Sachbuch. Bolton stellt sich oft als den Einzug vernünftigen Mann in den Sitzungen da und man findet leider keinerlei selbstkritische Auseinandersetzung mit der eigenen Person statt. Hinzu kommt, dass durch die aufgeplusterten Berichte mit belanglosen Details, sowie die absolut trockene Schilderung allgemein das Buch unfassbar langatmig macht. Ich hatte permanent das Gefühl das Kapitel endet nie und ich werde das Buch niemals beenden.

Der Raum, in dem alles geschah
Der Raum, in dem alles geschahby John BoltonDas Neue Berlin
28. Okt.
Rating:3

(3,5 Sterne) Meine Meinung Der Autor ist kein Unbekannter auf der amerikanischen Politikbühne. Wenn man sich seinen Lebenslauf und all die Ämter anschaut, die er schon inne hatte, wird einem schwindelig. Dabei fällt eines auf, John Bolton ist Republikaner durch und durch! Er teilt zum Großteil dieselben konservativen Werte mit Donald Trump. Oftmals hat er sogar noch strengere und konservativere Vorstellungen / Einstellungen, insbesondere zu den Themen Krieg, Beziehungen zum Iran usw. Meiner Meinung nach ist er ebenso wenig ein besonders offener und menschenfreundlicher Zeitgenosse, wenn man ihn mit Trump vergleicht. Wenn man sich mit der Person John Bolton und seinem Hintergrund etwas intensiver beschäftigt, kann man seine Aussagen und Intentionen im Buch besser einordnen und verstehen. Wir erfahren, wie der Autor ins Team des damals neu gewählten amerikanischen Präsidenten gekommen ist. Der Weg war nicht unbedingt gradlinig, wie man der damaligen Berichterstattung entnehmen kann. Bolton erzählt recht ausführlich wie Politik mit und unter Trump gemacht wird und es ist irgendwie genau so, wie man es sich gedacht hat hat: Von eine bestimmten Riege in seinem Umfeld fühlt er sich bevormundet, mit dem anderen Teil gibt es Besprechungen und Absprachen, die er wieder in Eigenregie teilweise nach Lust und Laune zunichte macht und seine Um-Entscheidung per Twitter für alle verteilt. Jeder neue Tag ist für die Regierungsmitglieder eine Art Überraschungsei. Wenn sie aufwachen, schauen sie Nachrichten und in Twitter, um zu sehen, ob Donald nicht etwas furchtbares fabriziert hat. Nach all diesen Seiten wird deutlich, dass der Autor ebenso von sich überzeugt ist, wie wir es von Trump kennen. Bolton ist sehr von sich überzeugt, von seiner Intelligenz und seinem strategischen Können. Aus dieser Sicht war es deshalb sehr interessant als auch sehr beängstigend zu lesen, wie mit den heißen Themen Beziehungen zu China und Russland, Umgang mit dem Iran, der damalige Konflikt in Venezuela, Verhandlungen mit Nordkorea usw. umgegangen wurde und wer wie wann etwas zu sagen hatte. Die Quintessenz dessen, die alle, die sich für Politik interessieren, schon geahnt haben, bekommen hier von John Bolton bestätigt: Donald Trump geht es nur um ihn selbst. Er versucht sich gut dastehen zu lassen, wie auch seine Familie. Bringt ein “Deal” ihn oder seine Familienmitglieder positiv ins Rampenlicht, war das Geschäft erfolgreich. Alles andere an Politik interessiert ihn nicht. Er hat kein echtes historischen Wissen und auch keine Ahnung von Geografie. Weltpolitische Abhängigkeiten begreift er ohne intensives Briefing kaum. Sein Verhandlungsgeschick ist begrenzt und man kann sogar dankbar sein, dass er manchmal so unenschlossen und sprunghaft handelt und entscheidet, denn das brachte es mit sich, dass unter Trump kaum Kriege geführt wurden. Wäre es nämlich nach Bolton gegangen, hätte es mindestens einen Krieg, nämlich mit dem Iran, gegeben, wie man seinen Worten im Buch entehmen kann. Fazit Ein Buch, von dem ich mir mehr versprochen hatte. Dennoch ist es nicht umsonst gewesen, sich durch all die Seiten zu lesen. Eine Qual war es nicht, keineswegs. Es war eher sehr beängstigend, wie ein absolut unfähiger Mann sich dennoch so lange auf dem Präsidentenstuhl halten konnte. Was noch schlimmer ist, alle wissen es, alle leiden mit und unter ihm und dennoch lassen sie es weiter zu, dass so jemand das einst bewundernswerte Land zerstört.

Der Raum, in dem alles geschah
Der Raum, in dem alles geschahby John BoltonDas Neue Berlin