Zart und eindringlich, zwei Frauen wie das Meer
So beharrlich, wie sich die Natur, die hier eine zentrale Rolle spielt, zurückholt, was ihr gehört, so haben sich die Geschichten von Lefke und Mieke in mein Herz geschlichen. Lefke, die Worte hat, aber keine Stimme, die sich in einer starren Welt, die Frauen wenig bietet, behaupten muss und an einer großen Katastrophe wächst. Mieke, die eine Stimme hat, aber keine Worte findet für das, was sie umtreibt, für das, was in ihr tobt, die sich Zeit ihres Lebens meist falsch und fehl am Platz fühlt. Zwei Frauen, die dennoch ihren Weg gehen und dabei wagen, mehr für sich - nämlich Selbstbestimmung und Glück - zu beanspruchen. Dazwischen und drumherum der Norden und das Meer mit all seinen Facetten - der Ruhe, der mitunter zerstörerischen Kraft, der Unerbittlichkeit. Das Meer, das beide Frauen ausmacht und ihnen alles bedeutet. Wer einen feinfühligen, gut zu lesenden Roman - ruhig und mit Tiefgang - sucht, darf hier zugreifen.



