Seit langem wieder ein Buch, dass ich wirklich nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ich mag Geschichten auf zwei Zeitebenen und ich finde es auch immer spannend von Schicksalen während der Kriege zu lesen. Der Teil aus der Vergangenheit hat mich ungemein gefesselt. Ich fand auch den Teil aus der Gegenwart nicht schlecht ich fand nur den Start der Liebesgeschichte sehr unglaubwürdig. Ab der ersten Sekunde in der Werner Rebecca gesehen hat, war er schockverliebt, konnte seinen Blick nicht mehr abwenden und hat das Essen vergessen. Alles klar. Auch die Dynamik der Beziehung hat mich an manchen Stellen ein klein wenig gestört. Trotzdem ändert das nichts an der Tatsache, dass dieses Buch einen richtigen Sog entwickelt hat und ich gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören wollte.
kurzweilige Lektüre, flache Charaktere, gelungene Darstellung der 60er/70er Jahre
Bei "Der Letzte von uns" von Adélaïde de Clermont-Tonnerre habe ich erfreulicherweise schon nach den ersten paar Seiten festgestellt, dass sich die Geschichte durch den lockeren Schreibstil wirklich gut und vor allem auch schnell lesen lässt. Aber kommen wir zuerst einmal zum Inhalt: Während der Bombennächte in Dresden bringt die schwer verwundete Luisa ihren Sohn zur Welt. Kurz darauf stirbt sie. Ihr letzter Wunsch ist es, ihn in Sicherheit zu wissen, denn sie ahnt: Er ist der Letzte von ihnen. Manhattan, fünfundzwanzig Jahre später. Wern ist jung, ambitioniert und unsterblich in Rebecca verliebt, enfant terrible und Tochter einer reichen New Yorker Familie. Die beiden verbindet eine außergewöhnliche Liebe: leidenschaftlich, inspirierend und bedingungslos, so zumindest scheint es. Doch plötzlich bricht Rebecca ohne weitere Erklärungen den Kontakt zu ihm ab. Und Wern muss sich einer schmerzhaften Wahrheit stellen. Die Handlung wird auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt, was beim Leser für Abwechslung sorgt und interessante gesellschaftliche Einblicke in die damaligen Zeiten ermöglicht. Besonders gelungen ist hierbei die Darstellung der 1960er- und 1970er- Jahre im aufstrebenden Manhattan. Leider bleiben aber gerade die Charaktere flach und wenig überzeugend, besonders das Hin und Her zwischen Werner und Rebecca hat mich wirklich genervt, ich mag solche übertrieben dargestellten Beziehungsdramen einfach nicht. Werners übermäßiges Ego und seine grundlose Eifersucht stehen hierbei im Kontrast zu Rebeccas sprunghaftem Verhalten und ihrem "zickigem Mädchen aus reichem Hause"-Image. Ganz ehrlich, die Liebesgeschichte der beiden wirkt für mich regelrecht erzwungen und unglaubwürdig. Weniger wäre hier deutlich mehr gewesen! Eine interessante Facette des Buches ist jedoch die Einbindung realer historischer Ereignisse, insbesondere die Rolle von Wernher von Braun, einem bedeutenden Wissenschaftler und Pionier der Raumfahrt. Durch diese Verknüpfung werden dem Leser historische Einblicke in die Geschichte geboten, insbesondere in Bezug auf von Brauns Rolle im nationalsozialistischen Deutschland und seine spätere Übersiedlung in die Vereinigten Staaten. Das letzte Drittel des Buches hebt sich dann ebenfalls nochmals positiv vom Rest der Geschichte ab, da meine vielen offenen Fragen beantwortet wurden. Dennoch bleibt das Gesamtbild der Story von einer gewissen Schwarz-Weiß-Malerei geprägt, was meiner Meinung nach die Tiefe der Geschichte stark beeinträchtigt. Somit ist "Der Letzte von uns" eine kurzweilige und ganz passable Lektüre, die jedoch nicht herausragt, da sie doch zu klischeebehaftet ist. Ich habe zur Thematik dieses Buches schon weitaus bessere Bücher gelesen.
Liest sich gut und ist eine schöne Geschichte!
Seit langem wieder ein Buch, dass ich wirklich nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ich mag Geschichten auf zwei Zeitebenen und ich finde es auch immer spannend von Schicksalen während der Kriege zu lesen. Der Teil aus der Vergangenheit hat mich ungemein gefesselt. Ich fand auch den Teil aus der Gegenwart nicht schlecht ich fand nur den Start der Liebesgeschichte sehr unglaubwürdig. Ab der ersten Sekunde in der Werner Rebecca gesehen hat, war er schockverliebt, konnte seinen Blick nicht mehr abwenden und hat das Essen vergessen. Alles klar. Auch die Dynamik der Beziehung hat mich an manchen Stellen ein klein wenig gestört. Trotzdem ändert das nichts an der Tatsache, dass dieses Buch einen richtigen Sog entwickelt hat und ich gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören wollte.
Interessante Geschichte
Berührende Liebesgeschichte und Familiendrama - ich war völlig hin und weg bei der Lektüre von "Der Letzte von uns". Selten habe ich eine schönere Beschreibung des Moments des Verliebens gelesen wie hier, ich kann mich nicht erinnern, dass ich im zweiten Kapitel schon mit Tränen in den Augen vor dem Buch saß... Geschichten auf zwei Zeitebenen haben ja sowieso ihren ganz besonderen Reiz, so auch hier. Als besonderes Zuckerl empfand ich die Nennung einiger Größen des Showbiz der damaligen Zeit in New York. Die Geschehnisse der Zeit gegen Ende des Zweiten Weltkrieges sind mitreißend und bewegend geschildert, der Schreibstil dabei nie "zu laut". Auch wenn die Story gegen Ende ein klein wenig an der Klasse verlor, die sie bis dahin hatte, wird "Der Letzte von uns" ganz bestimmt eines meiner Lesehighlights 2018 sein.
Klappentext: Während der Bombennächte in Dresden bringt die schwer verwundete Luisa ihren Sohn zur Welt. Kurz darauf stirbt sie. Ihr letzter Wunsch ist es, ihn in Sicherheit zu wissen, denn sie ahnt: Er ist der Letzte von ihnen. Manhattan, fünfundzwanzig Jahre später. Wern ist jung, ambitioniert und unsterblich in Rebecca verliebt, enfant terrible und Tochter einer reichen New Yorker Familie. Die beiden verbindet eine außergewöhnliche Liebe: leidenschaftlich, inspirierend und bedingungslos, so zumindest scheint es. Doch plötzlich bricht Rebecca ohne weitere Erklärungen den Kontakt zu ihm ab. Und Wern muss sich einer schmerzhaften Wahrheit stellen. [Quelle: Aufbau Verlag] Meine Meinung: Ich weiß nicht so recht, woran es liegt. Aber momentan behandelt fast jedes meiner gelesenen Bücher den zweiten Weltkrieg oder spielt zumindest in dieser Zeit. Es ist einfach eine unglaublich schreckliche Zeit, dessen Ausmaß man aktuell nur erahnen kann. Aber es ist auch ein spannender und wichtiger Punkt in unserer Geschichte, weshalb ich die verschiedenen Aufarbeitungen, die ich in letzter Zeit gelesen habe, wirklich zu schätzen weiß. Sie geben mir alle (auf ihre Weise) einen Einblick in diese Jahre und setzen alle in irgendeiner Art ein Zeichen, dass diese Geschehnisse so nie wieder passieren dürfen. Dieses Buch behandelt zwei Zeitebenen: den zweiten Weltkrieg und die Zeit kurz danach sowie die 1960er bzw. 1970er Jahre. Im Fokus steht Wern, ein Mittzwanziger, der sich auf den ersten Blick in die extrovertierte Rebecca verliebt. Er setzt alles daran, sie für sich zu gewinnen und scheint der glücklichste Mensch auf der Welt zu sein, als sie ihn in ihr Leben lässt. Er wurde als kleiner Junge adoptiert und weiß nichts über seine Herkunft und seine Vergangenheit. Es nimmt ihn sichtlich mit, dass er keine Informationen erlangt. Denn vor allem mit Rebecca an seiner Seite möchte er eine Familie aufbauen und die Vergangenheit spielt für ihn als Basis eine große Rolle. Der Leser weiß hingegen schon einiges mehr über Wern, da die Kapitel abwechselnd in der Zeit des zweiten Weltkriegs und der Gegenwart spielen. So erfahren wir, dass Werns Mutter hochschwanger bei einem Bombenangriff in Dresden stark verletzt wurde und wenige Minuten nach Werns Geburt gestorben ist. Eine Bitte hatte sie allerdings noch an den Doktor, der ihr während der Geburt beigestanden hat: Er heißt Werner. Werner Zilch. Ändern Sie seinen Namen nicht, er ist der Letzte von uns. Hier also schon der erste Hinweis bezüglich des Titels 😉 Der Leser erfährt also abwechselnd, wie es mit dem kleinen Werner weitergeht und was ihn in der Gegenwart beschäftigt. Denn auch da ist nicht alles rosig und er wird auf eine harte Probe gestellt. Ich möchte hier nicht mehr vorweg nehmen, kann euch aber sagen, dass mir der Schreibstil der Autorin wirklich gut gefallen hat. Sie hat es geschafft, mich sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart so sehr zu fesseln, dass ich das Buch in nur wenigen Tagen gelesen habe. Rebecca ist für mich leider trotzdem ein großes Rätsel. Auch, nachdem sich ihr Verschwinden erklärt hat. Sie ist für mich leider keine Sympathieträgerin, auch wenn es zwischendurch immer mal wieder Situationen gibt, die sie gut darstellen. Sie schwankt zwischen überemotional und total emotionslos, was für mich einfach kein klares Bild von ihr zeigt. Sie ist schwer greifbar, was sie für mich in diesem Buch einfach unsympathisch wirken lässt. Wern hingegen ist einfach verliebt. Durch und durch. Das merkt man in jeder Zeile, die ihn betrifft. Auch wenn er zwischendurch nicht immer richtig handelt, versteht man doch, warum er sich gerade so verhält. Im Buch wird auch von Seite zu Seite klar, wie wichtig ihm seine Vergangenheit ist und dass er unbedingt wissen will, woher er kommt und von wem er abstammt. Er liebt seine Adoptiveltern sehr und will sie nicht verletzen. Aber seine Wurzeln sind ihm trotzdem sehr wichtig. Besonders sympathisch finde ich seinen besten Freund Marcus. Er ist einfach ein lieber Kerl, den man gern in seinem Freundeskreis hätte. Er unterstützt Wern bei vielen seiner Pläne, gibt zwischendurch aber gerne seinen Senf ab und hat mich dadurch einfach von Anfang an gepackt. Die Autorin hat es geschafft, dass der Leser schnell in die einzelnen Zeitzonen eintaucht und mit den Situationen verschmelzt. Sie bringt in diesem Roman viele verschiedene Aspekte zur Sprache: Liebe, Freundschaft, Familiengeheimnisse und Kriegsverbrechen. Ihr Schreibstil ist hier klar, neutral und wenig wertend. Sie bringt hier viele (schreckliche) Dinge ans Tageslicht, die der Leser und auch die Protagonisten verarbeiten müssen. Als ich am Ende dieses Tages meinen Sicherheitsgurt anlegte und dabei zerstreut das Lächeln einer hübschen Mitreisenden erwiderte, fühlte ich mich aufgewühlt und unbehaglich. Die Grenzen zwischen Gut und Büse erschienen mir verschwommener denn je. Das Leben entglitt mir, und ich fragte mich, ob ich es jemals wieder in den Griff bekommen würde. Fazit: Es handelt sich hierbei um einen (historischen) Roman, der Familiengeschichten während des zweiten Weltkriegs thematisiert. Und um die Liebe, die trotz allem auch noch Jahre später existiert. Von mir eine Kaufempfehlung!






