29. März
Rating:5

Es wäre gelogen zu sagen, dass ich alles daran mochte, denn die Charaktere waren unerträglich - bis auf Hamza, die Maus. Doch die Sprache war fantastisch, die Geschichte spannend und verwoben, und die Beziehungen zueinander so realistisch und toxisch und weird, dass ich es in zwei Tagen weg gelesen habe.

Sommer der schlafenden Hunde
Sommer der schlafenden Hundeby Laura DürrschmidtAufbau
24. März
Fiebernder Sommer zwischen Liebe und Zerstörung
Rating:4

Fiebernder Sommer zwischen Liebe und Zerstörung

Flirrende Hitze liegt über jeder Seite, als würde der Asphalt unter den Füßen weich werden und jede Emotion ungefiltert nach oben treiben. Lena, Trice und Sascha wirken wie ein explosives Geflecht aus Sehnsucht, Wut und Abhängigkeit, das sich immer enger zusammenzieht, bis die Luft zum Atmen fehlt. Freundschaft fühlt sich hier nicht warm an, sondern scharfkantig, hungrig und gefährlich. Zwischen Vorstadttristesse, Kellerpartys und stiller Eskalation wächst eine Beziehung, die sich gleichzeitig nach Nähe sehnt und sich selbst zerstört. Die Sprache trifft dabei roh und direkt, ohne Schutzpolster, ohne Beschönigung. Jede Szene pulsiert vor unterschwelliger Gewalt und verletzlicher Zärtlichkeit. Diese Mischung erzeugt ein intensives Kopfkino, das schwer abzuschütteln ist. Besonders stark wirkt die düstere Sommerstimmung, in der Vergangenheit und Gegenwart ineinander fließen. Erinnerungen fühlen sich klebrig an wie Hitze auf der Haut, während Schuld und unausgesprochene Wahrheiten langsam an die Oberfläche drängen. Figuren, die nicht gefallen wollen, sondern wirken, verletzen und gleichzeitig berühren. Zurück bleibt ein Gefühl von Unruhe, aber auch Bewunderung für den Mut, weibliche Wut, Abhängigkeit und toxische Liebe so kompromisslos zu erzählen. Kein Wohlfühlroman, sondern ein intensiver Blick in Beziehungen, die zu eng werden und trotzdem nicht loslassen. Genau diese Radikalität macht das Buch so eindringlich.

Sommer der schlafenden Hunde
Sommer der schlafenden Hundeby Laura DürrschmidtAufbau
21. März
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Rating:4

"Hassliebe, hat Trice einmal gesagt. Ich hassliebe dich. Ich hassliebe dich mehr als mein Leben." Mit diesem Buch bin ich in eine, für mich, völlig fremde Welt abgetaucht. In eine Welt in der für Jugendliche nur ein Kosmos existiert und das ist der ihrer Clique. Auch Leika will unbedingt dazu gehören, vor allem aber ist sie fasziniert von Trice und Sascha. Eigentlich heißt Leika Lena, aber den beiden Mädchen stellt sie sich mit Leika vor, den Namen hat sie von dem Hund ihrer Großmutter geklaut, den Hund, den sie mit einer Schaufel erschlug. Wie man bei einem schrecklichen Unfall nicht wegschauen kann, so schaue ich fassungslos diesen Dreien zu, wie sie sich gegenseitig verletzen, beschimpfen, misstrauen und lieben. Es ist so richtig schmerzhaft das Buch zu lesen. Ein traumatischen Erlebnis bindet Trice und Lena endgültig aneinander. Der Tod von Sascha verändert alles und lässt sie nie los. Alles kreist darum, aber nichts wird gesagt. Nichts davon darf erzählt werden. Niemandem. Es wird viel geraucht und noch mehr Bier getrunken in diesem heißen Sommer in dem alles wieder nach oben kommt, was vor Jahren geschah. Aber es gibt dann auch ganz oft solche poetischen Sätze, die die Geschichte dann doch auch wieder schön macht in ihrer ganzen Trostlosigkeit. Wenn Lena zusammen mit ihrem Ziehvater, mit den hellblauen Augen, weint. "Josef weinte warmes Karibikwasser und ich weinte einen Weiher, in dem sich niemand ertränken konnte. Wie schade." Es ist eine zutiefst toxische Beziehung in die dann irgendwann auch Jurek wieder zurück kehrt. Der Schulfreund aus der Clique lässt die Eifersucht und die Situation eskalieren. Noch mehr Traumatas kommen ans Licht. "Es ist, als läge zwischen uns und der Traurigkeit ein breiter Fluss. Wir wissen, sie ist da, aber wir können ihr nur zuwinken." Ein fesselnder Roman, voller Wut, Liebe und Zerrissenheit, den ich betroffen gelesen habe und ich ein bisschen froh war, nie der Dynamik eines solchen Freundeskreis ausgesetzt gewesen zu sein.

Sommer der schlafenden Hunde
Sommer der schlafenden Hundeby Laura DürrschmidtAufbau
11. März
Rating:3.5

Vielen Dank an @aufbau_verlage und @netgalleyde für die Zurverfügungstellung des ebooks Inhalt Lena und Trice sind alles füreinander – beste Freundinnen, schlimmste Feindinnen, Geliebte. Ihre Schulzeit in der tristen mitteldeutschen Vorstadt vertreiben sie sich mit ihrem eigenen Fight Club und Partys im Keller, später wohnen sie gemeinsam in der Großstadt. Doch es gab noch eine Dritte im Bunde, die geheimnisvolle Sascha, das Zentrum ihrer toxischen Dreiecksbeziehung. Sascha kommt am Ende der Schulzeit ums Leben. Was haben Lena und Trice mit ihrem Tod zu tun? Während eines unerbittlich heißen Sommers drängt die Vergangenheit ans Licht ... Meinung Ich kam nicht so richtig mit dem Erzählstil der Autorin zurecht. Weitestgehend blieb die Handlung für mich nicht richtig greifbar, ich konnte nicht wirklich einen Zugang zur Geschichte oder den Protagonisten bekommen. Einzig an einer Stelle im Buch hatte ich wirkliche Emotionen, sonst war die Handlung für mich als säße ich hinter einer Milchglasscheibe. Empfehlung spreche ich trotzdem aus

Sommer der schlafenden Hunde
Sommer der schlafenden Hundeby Laura DürrschmidtAufbau