18. März
Der Duft des Wals - Zwischen Urlaubsidylle und fauligem Beigeschmack
Rating:3

Der Duft des Wals - Zwischen Urlaubsidylle und fauligem Beigeschmack

Ein Paar reist mit seiner Tochter in ein luxuriöses Ferienresort, in der Hoffnung, die eigene Beziehung wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Doch schon kurz nach der Ankunft kippt die Stimmung: Ein toter Wal am Strand sorgt nicht nur für einen unerträglichen Gestank, sondern wirkt wie ein Sinnbild für alles, was unter der glänzenden Oberfläche verborgen liegt. Der Roman lebt von seinen ungewöhnlichen Perspektiven und einer Erzählweise, die bewusst mit Erwartungen bricht. Statt einer klaren, linearen Handlung entsteht ein Mosaik aus verschiedenen Figuren, deren Geschichten sich lose miteinander verweben. Das sorgt stellenweise für interessante Einblicke, kann aber auch distanziert wirken, da eine echte emotionale Bindung nicht immer entsteht. Besonders auffällig ist der Kontrast zwischen der künstlichen Urlaubswelt und den dahinterliegenden Themen wie Umweltverschmutzung, soziale Ungleichheit und persönliche Krisen. Diese Aspekte verleihen der Geschichte Tiefe, wirken jedoch manchmal etwas aufdringlich oder schwer zugänglich. Der Humor bleibt eher eigenwillig und trifft nicht jeden Geschmack – vieles wirkt mehr befremdlich als wirklich unterhaltsam. Stärken hat das Buch vor allem in seiner Originalität und den teils sehr bildhaften, fast filmischen Szenen. Gleichzeitig fehlt es gelegentlich an Klarheit und erzählerischer Struktur, wodurch einige Passagen verwirrend oder zäh erscheinen. Fazit: Ein ungewöhnlicher Roman mit interessanten Ansätzen und gesellschaftlicher Aussage, der jedoch nicht durchgehend überzeugt. Wer experimentelle Erzählweisen und schräge Geschichten mag, könnte Gefallen daran finden – insgesamt aber eher durchwachsen. Von mir 6 von 10 P. (abgeschlossen 18.03.2026)

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
17. Feb.
Rating:3

Ganz OK

Das Buch ist ok. Es ist nicht wahnsinnig gut, nicht schlecht, es ist ok. Man fühlt sich nett unterhalten. Man hätte aus dem Setting mehr machen können (der verwesende Wal als Sinnbild für den Zerfall der Ehe der Protagonisten. Da wird einem ja wirklich mit der Metapher ins Gesicht geschlagen.) und wirklich sympathisch ist eigentlich auch nur Waldemar. Alle anderen Personen haben mich leider nicht wirklich interessiert. Und das Ende schreit einfach "Deus Ex Machina" und passt jetzt auch nicht wirklich in das Gesamtbild. Es wirkt eher als hätte der Autor schnell ein Ende gebraucht, was nach 220 Seiten jetzt noch nicht so schnell hätte passieren müssen.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
19. Aug.
Rating:4

Ich fand das Hörbuch sehr kurzweilig und durch die verschiedenen Stimmen abwechslungsreich. Nur für das kleine Mädchen hätte ich mir eine Kinderstimme gewünscht. Die erste Hälfte fand ich witzig und skurril, ab dann ist es eher geplätschert und hat an Spannung verloren. Ein paar Szenen fand ich fragwürdig. Dennoch war es unterhaltsam und perfekt für den Urlaub oder warme Sommertage.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
28. Juli
Rating:4.5

Ich mochte dieses Buch sehr gerne

Die Geschichte ist wohl durch die ganzen Rezessionen schon bekannt. Ganz kurz: Es geht um eine Familie, die versucht ihre Liebe in einem Luxusurlaub zu retten. Währenddessen ein Wal am Strand Tod strandet und den ganzen Urlaub überlagert. In dem Buch sind doch noch viel mehr Geschichten versteckt und jede Person und Story wurde so schön beschrieben. Es gibt viele Themen die in diesem Buch Platz finden. Entweder kurz angeschnitten oder mit mehr Platz für sich. Es geht um die verschiedensten Arten der Liebe und wie sie einen beeinflusst. Aber alles auf eine skurrile, Humorvolle und leichte Art beschrieben. Das Ende hat mich erst etwas verwirrt aber passt eigentlich perfekt zu allem und hat auch seine eigene starke Bedeutung. Passt alle auf ein ander auf und auf eure Umwelt ❤️

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
15. Juli
Rating:4

Eine Geschichte im Stil von 'The White Lotus' - wer die Serie mag, wird auch an 'Der Duft des Wals' Vergnügen finden.

Ein All-inclusive-Resort in Mexico, in dem von fancy Cocktails, Kinderbetreuung, Fahrdienst, Wellness und mehreren Pools an alles gedacht wurde. Judith und Hugo wollen dort, während ihres Urlaubs mit Tochter Ava, ihre Ehe retten. Und nicht nur sie verfolgen ein Ziel: die Flugbegleiterin Céleste macht dort ebenfalls Urlaub, allerdings um den Geist eines verstorbenen Passagiers loszuwerden, der sie seit geraumer Zeit verfolgt. So schön, so absurd. Noch absurder wird es, als am dem Hotel zugehörigen Strandabschnitt ein verstorbener Wal strandet - und von dort aus über Tage hinweg einen bestialischen Gestank verströmt. Das Hotelpersonal, allen voran Waldemar, die rechte Hand des Inhabers, greift zu abstrusen Maßnahmen - von Nasenklammern für alle bis hin zu massenweise Chanel No 5 versprühen. Dann ist da noch Waldemars große Liebe, das Zimmermädchen Belén, das an Narkolepsie leidet. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, gelesen von mehreren Sprecher*innen, und habe mich sehr gut unterhaltend gefühlt. Die Geschichte ist absurd-komisch, kommt aber auch immer wieder mit tragischen Momenten um die Ecke, ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen. Die unterschwellige Kritik an privilegierten Reichen und kolonialistisch anmutende Urlaube ist dabei stets präsent. Die meisten Figuren sind weird, bis auf Hugo und Judith aber dabei sehr sympatisch. Übersetzt von Jennifer Dummer. Hörbuch gelesen von Wolfgang Wagner, Manon Straché, Christina Ann Zalamea, Chris Nonnast, Felix Holm, Julia Dillmann.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
7. Juli
Ein Urlaub voller Absurditäten und Ehefragen
Rating:3

Ein Urlaub voller Absurditäten und Ehefragen

Ein Buch, das nach tropischer Brise, Ehekrise und totem Fisch riecht. Klingt erstmal schräg, ist es auch. Die Ausgangslage: Judith und Hugo, ein Paar mit ordentlich Knacks in der Beziehung, checken in ein mexikanisches All-inclusive-Paradies ein, um ihre Ehe zu kitten. Spoiler: Der Wal stinkt schlimmer als ihre Probleme. Was Paul Ruban hier abliefert, ist irgendwo zwischen Absurdität und Urlaubsprospekt geplatzt. Sprachlich fein übersetzt von Jennifer Dummer, das muss ich ihr lassen – aber manchmal war mir das Ganze zu sehr Theaterstück auf Speed. Ich mochte den schrägen Humor, die leicht klamaukige Tragik und diesen unterschwelligen Wahnsinn, der durch jede Piña Colada tropft. Aber: Ich hatte Mühe, richtig reinzukommen. Die Figuren blieben mir irgendwie fern, als würden sie mit Sonnenbrille und Cocktail in der Hand immer ein bisschen an mir vorbeischauen. Und die ewige Metapher mit dem Walgeruch? Ja, originell, aber nach Seite 150 roch es dann auch ein bisschen nach Wiederholung. Trotzdem: Ich musste mehr als einmal schmunzeln. Und die Idee, Verfall so charmant zu verpacken, ist originell. Es ist ein Buch wie ein verrückter Hotelgast: laut, ungewöhnlich, manchmal unangenehm – aber man erinnert sich dran. Für mich ein solider Dreier mit viel Luft nach oben. Und jetzt hab ich Lust auf Urlaub. Nur bitte ohne tote Meeressäuger.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
4. Juli
Nicht schlecht und nicht gut 🫨
Rating:2.5

Nicht schlecht und nicht gut 🫨

Das Buch war sehr seltsam, ich kann es nicht anders ausdrücken. Es war nicht schlecht von der Message her, vorausgesetzt ich habe diese richtig interpretiert. Darum geht es inhaltlich: Hugo und Judith machen Urlaub in einem Resort in México, mit dabei ist auch ihre kleine Tochter. Direkt am ersten Urlaubstag wird der Kadaver eines zerfetzten Wals angespült, was verständlicherweise unangenehm riecht. Mit dem Geruch verbreiten sich weitere Schwierigkeiten… Der Schreibstil und der ganze Aufbau der Geschichte waren ungewöhnlich, was nicht schlecht ist. Wir lesen als erstes aus der Perspektive von Leuten, die auf dem Klappentext gar nicht erwähnt werden (direkt Schnappatmung). Ansonsten kann man gar nicht beschreiben, was in dem Buch passiert, am besten macht Ihr Euch selbst ein Bild. Es sind wenige Seiten, da will man auch nicht das bisschen Spannung direkt spoilern 😅. Sollte die Message der Geschichte sein, dass man endlich aufhören muss, die Ozeane leer zu fischen und Tourismus auszuweiten, dann bin ich ganz beim Autor. Aber die Reise hin zu diesen Überlegungen (ich esse kein Fleisch / Fisch) habe ich hinter mir und das hat mich irgendwie nicht zur Zielgruppe dieses Romans gemacht. Es macht mich nur immer weiter wütend. Ich habe an keiner Stelle gelacht, weil das alles eher sehr traurig ist und ich sehe nicht den Scherz dahinter. Skurril ja, humorvoll nein. Und skurril ist nicht so mein Geschmack. Plus, ich erwähne es hier nur, weil ich denke, dass der Autor das im Sinn hat. Jeder hat seine eigene Reise und wenn jemand aufgrund dieses Romans zum Nachdenken bewegt werden kann, dann ist das auf jeden Fall ein Win. Andere Interpretationen sind möglich! Die Ehe, die in der Geschichte vorkommt ist ja auch am Ende, manche denken der Wal ist die kaputte Ehe. Ich bin ehrlich, ich bin so arg müde von dem Motiv der kaputten Ehe, das gefühlt in jedem 2. Buch thematisiert wird. Deshalb habe ich das Buch für mich anders (sinnvoll) interpretiert. Insgesamt war es okay und man kann es lesen! 2,5/5⭐️⭐️

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
24. Juni
Rating:4

Das Cover finde ich schön gestaltet mit dem stilisierten Wal(auge), die Farben passen dazu. Absurd war das Buch allemal. Komisch jetzt, bis auf wenige Stellen, eher weniger. Auch ging es im Buch nicht nur um Judith und Hugo, sondern auch um deren Tochter Ava sowie Céleste und Waldemar mit Bélen. Ich fand alle Blickwinkel und Geschichten interessant, sie waren erfrischend wie aus dem Leben gegriffen. Nicht, dieses künstlich übertriebene „Normal“, wie ich es bereits in anderen Büchern hatte und nicht mag. Um den Wal ging es eher weniger, er hatte wohl eher symbolische Bedeutung: „Wenn etwas lange schwelt, explodiert es irgendwann und selten kommt etwas Gutes dabei raus.“ Dadurch, dass man immer wieder die Perspektive wechselt, lernt man etwas über die Hintergründe der Eheleute und deren Persönlichkeit kennen. Die Vernünftigste von allen ist eigentlich Ava. Die Geschichten von Waldemar und Céleste lockern das ganze ein bisschen auf, damit keine Eintönigkeit aufkommt. Fazit: Ein netter Roman der erfrischend echt ist, schön für zwischendurch.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
1. Juni
Rating:3.5

Spannung ließ etwas nach

Ich hatte die Hörbuchversion angehört. Sie klang anfangs echt vielversprechend und durch die vielen Sprecher kamen die verschiedenen Perspektiven richtig gut zur Geltung. Allerdings hatte die Spannung deutlich nachgelassen. Ich hatte auf irgendwas "Großes" gehofft, aber das kam einfach nicht. (Achtung Spoiler!):Nur die Erkenntnis der Protagonisten , sich besser voneinander zu trennen, aber sich vorher nochmal so richtig austoben... Naja, war ok, aber ich würde es mir nicht nochmal anhören 🤷‍♀️.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
24. Mai
Rating:4.5

Eine gut erzählte Geschichte des Verfalls

Der Duft des Wals überzeugt mit einer ungewöhnlichen, aber stimmigen Metapher: Dem Verfall eines toten Wals, dessen „Duft“ wie ein zäher Schleier über der Handlung liegt – mal ironisch, mal bedrückend. Diese atmosphärische Kulisse wird zum Sinnbild für das, was auch die Figuren durchleben: Zerfall, Desillusionierung, ein Leben im Umbruch oder schon im Zerbröseln. Die Geschichte hat mich durchweg gut unterhalten. Auch wenn die Charaktere nicht durchweg sympathisch waren, war gerade das ein Reiz: Sie wirkten widersprüchlich, menschlich, fehlerhaft – und damit glaubwürdig. Der Autorin gelingt es, eine eigentümliche Spannung zu erzeugen, die nicht aus Handlungshöhepunkten, sondern aus Stimmungen, Beziehungen und unterschwelligen Konflikten entsteht. Ein lesenswertes Buch für alle, die sich nicht vor Abgründen scheuen – und literarisch eine feine Nase für den „Duft“ von Vergänglichkeit haben.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
2. Mai
Wer eine tolle Unterhaltung sucht, etwas mit Humor, etwas für Zwischendurch, ein Urlaubsbuch mit nicht nur Wohlfühlfaktoren, der ist mit diesem Buch fantastisch bedient.
Rating:4

Wer eine tolle Unterhaltung sucht, etwas mit Humor, etwas für Zwischendurch, ein Urlaubsbuch mit nicht nur Wohlfühlfaktoren, der ist mit diesem Buch fantastisch bedient.

Zwölf Jahre Ehe liegen in Scherben. Das einzige Bindeglied Judiths und Hugos ist ihre zehnjährigen Tochter Ava. Ihr zuliebe wollen sie einen letzten Versuch starten, ihre Familie zusammenzuhalten. Sie fliegen gemeinsam nach Mexiko in ein 5-Sterne-Luxusresort. Dort soll es ihnen an nichts mangeln. Doch läuft alles gewaltig schief: Ein Tanzabend endet mit einem Nasenbär statt der eigenen Frau im Bett, ein Glastisch am Buffet fällt ihrem Streit zum Opfer, Ava ist nur mit ihrer Maltafel beschäftigt, und zu allem Überfluss strandet ein Wal und explodiert eines morgens. Sein Gestank ist unerträglich und vermiest den Urlaubsgästen gehörig die Laune. Ich hatte, seit ich in der Vorschau davon gelesen hatte, richtig Bock auf das Buch, war dann aber doch skeptisch, ob es meine Erwartungen erfüllen würde. Ich dachte, mich erwarte die ernsthafte Geschichte einer Ehekrise, Streitereien vor und hinter dem Rücken des Kindes, das sowieso alles mitbekommt. Die Erwartungen wurden so halb erfüllt. Denn es war keineswegs nur ernsthaft. Paul Ruban hat die Geschichte mit einer guten Prise Nasenbären und einem Esslöffel Humor abgeschmeckt. Dafür hat er Figuren in die Geschichte gebracht, die ich einfach zu köstlich fand: Eine Flugbegleiterin, die in ständiger Abarbeitung ihrer Sünden vor Gott lebt, ein Caddyfahrer, der lieber wieder Concierge wäre und in das Zimmermädchen Belén verliebt ist. Diese wiederum leidet an Narkolepsie und schläft in den ungünstigsten Situationen ein. Das sind nur drei der Charaktere, die mich in diesem Roman auf's Beste unterhalten haben. Die Geschichte der Eheleute rückt damit fast in den Hintergrund. Und doch war sie permanent präsent durch den penetranten Walgeruch. Wer eine tolle Unterhaltung sucht, etwas mit Humor, etwas für Zwischendurch, ein Urlaubsbuch mit nicht nur Wohlfühlfaktoren, der ist mit diesem Buch fantastisch bedient. Übersetzt hat das Ganze Jennifer Dummer. Hat sie gut gemacht, finde ich.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
29. Apr.
Rating:3

„Der Duft des Wals“ von Paul Ruban hatte einen „interessanten“ Aufbau. Ich habe noch keine Geschichte gelesen, die auf 5 Perspektiven erzählt wird, darunter ein Mädchen, dass trotz ihres Alters (vermutlich frühes Grundschulalter) sich doch recht eloquent ausdrückt. Es geht um ein Ehepaar, dass mit ihrer Tochter in den Mexiko-Urlaub fährt, um ihre Ehe zu retten. Zeitgleich wird die Geschichte aus der Sicht einer Stewardess erzählt, die ebenfalls in dem gleichen Resort Urlaub macht und aus der Sicht eines Hotelmitarbeiters. Der Urlaub wird überschattet durch einen gestrandeten Wal, der anfängt zu verwesen. Der Gestank bedeckt, das gesamte Hotel, sodass alle Gäst:innen Nasenklammern tragen müssen. Grundsätzlich hat mir der Schreibstil zugesagt. Die 5 Perspektiven waren auch relativ interessant und ich wurde durch die Perspektiven nicht unbedingt verwirrt. Was mich sehr verwirrt hat, war, dass die Tochter (ich habe nicht finden können, wie alt sie ist, aber ich schätze irgendwas zwischen 5 und 8 vielleicht) eine sehr eloquente Sprache hatte.. Das empfand ich irgendwie als störend. Alles in allem würde ich sagen, es ist ein kurzweiliges Buch ohne dass man noch lange über den Inhalt nachdenkt.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
29. Apr.
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Rating:4

Hugo und Judith fliegen gemeinsam mir ihrer Tochter Ava in ein mexikanischen All-inclusive-Resort – ein letzter Versuch der beiden, ihre Ehe zu retten.
Doch schon am ersten Tag wird die Urlaubsidylle jäh zerstört, als ein Wal am nahegelegenen Strand angespült wird und kurz darauf explodiert. Die Tiki-Bar samt Liegestühlen und Pool sind mit Walfettklumpen bedeckt, ein penetrant abscheulicher Geruch breitet sich über die gesamte Anlage aus, der von Stunde zu Stunde intensiver wird. Während die Hotelgäste von nun an mit Nasenklammern versorgt werden, versucht Hotelboy Waldemar unterdessen mit Hilfe von Duftfackeln und Parfüm zu retten, was noch zu retten ist. Hugo und Judith hingegen müssen wohl oder übel einsehen, dass es für ihre Ehe scheinbar keine geben wird. ➸ Paul Ruban hat mit "Der Duft des Wals" eine herrlich schräge Beziehungsgeschichte geschrieben, von dessen Klappentext man sich vor allem eines verspricht: Jede Menge absurden Humor. 
Jedoch liefert der 220 Seiten lange Roman nicht nur viel Situationskomik, sondern auch Momente, die zum Nachdenken anregen und den Leser innehalten lassen, da hier Alltäglichkeiten eingefangen werden, die sicherlich jeder von uns schon einmal erlebt hat. Es geht um einseitig entwickelte Gefühle, Selbstzweifel, Unsicherheiten, Hoffnung und Scheitern.
Mit viel Sarkasmus legt der Autor immer wieder den Finger in offene Wunden, pointiert, wie nahe Liebe und Entfremdung beieinander liegen und das es manchmal besser ist abzuschließen, statt krampfhaft zu versuchen das weiterführen, was längst verloren ist. Das Erzähltempo ist rasant, die sechs Erzählstimmen sind allesamt sehr zugänglich und nahbar, sodass man gut in die Geschichte kommt und bauen direkt eine gewisse Spannung auf, durch die man unbedingt wissen möchte, wie diese häppchenweise erzählte Urlaubswoche für die Beteiligten wohl endet. Und nebenbei gibt es auch tiefergehende Kritiken am Umgang mit unseren Mitmenschen und der Betrachtung unserer Welt, wie beispielsweise die Klassenunterschiede zwischen Einheimischen und Touristen, oder unseren Konsum im Zusammenhang mit der Ökologie. Und während scheinbar jeder Charakter auf der Suche nach seinem persönlichen Glück war, flogen bei mir die Seiten nur so dahin, wobei ich zugeben muss, dass mich das dramatische Ende fast schon etwas überfahren zurückgelassen hat. 
Die Flucht in die Sonne geht nicht für jeden gut aus. Das "Wir" zerbröselt, während das Unausgesprochene zu einer Metapher für den penetranten Walgestank wird. Der Verfall des Wals vermischt sich mit dem schleichenden Zersetzungsprozess einer Ehe, den selbst ein All-Inclusive-Luxusparadies nicht aufhalten kann. Für mich ein erstaunlich unterhaltsames Buch, für das ich gerne eine Leseempfehlung gebe.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
29. Apr.
Rating:4

Was für ein skurriles Buch! Skurril im besten Sinne des Wortes und mit dem nötigen Tiefgang. "Es ist traurig, was mein Spatz, wenn die Dinge ihren Zauber verlieren. " In diesem Roman verlieren so einige Dinge ihren Zauber. Auch die Ehe zwischen Hugo und Judith hat ihren verloren. So machen sie sich mit ihrer Tochter Ava auf nach Mexiko in ein schickes Hotel um wieder zueinander zu finden. Doch auch hier verliert der Glanz der teuren Unterkunft schnell an Zauber, als ein riesiger, verendeter Wal am Strand anfängt bestialisch zu stinken. Auch bei einem Tauchgang muss Judith feststellen, dass sie anstatt schillernd bunter Fische, nur Plastikmüll und ein totes graues Korallenriff vorfindet. Der Cartfahrer Waldemar hat ebenfalls sein Päckchen zu tragen, verlangt der Hotelchef doch von ihm, etwas gegen den Gestank des Wals zu tun, bevor alle Gäste abgereist sind. Und Céleste wird von dem Geist einer Flugpassagierin verfolgt, die unbemerkt in ihrem Dienst verstorben ist. Ein Hello Kitty Ballon wird hier noch eine Rolle spielen. Von welchem Zauber können wir also noch sprechen, wo die Angestellten des Hotels über ihre Kräfte arbeiten müssen und deshalb versuchen einen Teil des Kuchens abzubekommen, um ihre Existenzu zu sichern? Und andere jeden Morgen mit krummen Rücken den Strand vom Plastikmüll befreien, der Nacht für Nacht angeschwemmt wird? Es ist ein schräger Roman, wo Nasenbären Cocktails trinken, Menschen in Crocks sogar zum Tanzen gehen und Kinder im Kidsclub geschminkt werden und hinterher aussehen wie ein leprakranker Schlumpf. Aber dieser Roman legt Finger in Wunden, die wir beachten sollten und,wie wir doch alles wissen, es nicht alles so schön ist, wie es von außen schimmert und glänzt. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung, lasst euch ein auf den manchmal skurrilen Humor des Buches!

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
26. Apr.
Rating:4

Hugo und Judith reisen zusammen mit ihrer Tochter Ava nach Mexiko. Sie haben einen Cluburlaub gebucht um ihre Ehe zu retten. Als ein Wal in der Idylle strandet und explodiert, wird der Urlaub allerdings getrübt. Überall dieser Gestank nach Verwesung. Dann gibt es auch noch die Flugbegleiterin Celeste, die von einem Geist verfolgt wird und die Hotelangestellten Waldemar und Belen. Belen leidet unter Narkolepsie und fällt immer mal wieder in einen tiefen Schlaf. Das klingt alles skurril? Genau das ist es auch. Zwischen böse, witzig und skurril wird hier einiges geboten. Selten unterhält eine Geschichte über eine kaputte Beziehung so gut wie diese hier. Genau wie der Wal zerplatzen auch hier reihenweise Träume und Hoffnungen. Ein perfekter Urlaub sieht anders aus. Viele Szenen sind filmreif und auch mit Klischees wird ordentlich gespielt. Mich hat der Roman ganz wunderbar unterhalten. Eigentlich die perfekte Lektüre für den kommenden Cluburlaub. Da sieht man die Miturlauber sicher mit anderen Augen.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
23. Apr.
Rating:4

Ist eine Beziehung zu retten, über der der Duft der Verwesung wie eine Saugglocke hängt? Böse, aber hätte böser sein können. Habe ich es gerne gelesen? Definitiv ja! Kann ich es weiterempfehlen? Definitiv unentschlossen! Habe ich alles verstanden? Definitiv nein!

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
22. Apr.
Rating:3.5

Der Verfall hat viele Gesichter

Wie oft habe ich das Buch schon in der Hand gehabt, weil ich mich der Magie des Wals nicht entziehen konnte? Auch in der Geschichte spielt er eine ziemlich große Rolle, wie er da so gestrandet am Hotel-Luxusstrand liegt und leise vor sich hin verwest. Während viele der Gäste denken, dass der Gestank ihr größtes Problem ist und sie den Urlaub so nicht genießen können, wird bald klar, dass der Wal eigentlich das kleinste Übel ist. Erzählt aus mehreren Perspektiven und mit einer Prise Zynismus erzählt Paul Ruban vom Verfall & Zerfall. Und beides hat viele Gesichter. Auch wenn mir die Idee und teilweise auch die Umsetzung gut gefallen haben, bleibt da ein gewisses Fragezeichen in meinem Kopf. Irgendwie wäre mehr drin gewesen. Und irgendwie habe ich auch mehr erwartet.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
15. Apr.
Rating:5

Zum Glück anders 🐋

Kann ich bitte mehr von diesen unerwartet guten Geschichten haben? „Der Duft des Wals“ hat mich mit seiner eigensinnigen Erzählstimme tatsächlich von der ersten Seite an begeistert und überrascht. Ohne in den üblichen blumigen Kitsch abzugleiten, schafft es der Autor direkt zu Beginn, riesige Spannungslinien aufzubauen, ohne plump und stereotyp um die Ecke zu schreiben. Auch wenn der Klappentext eine eher gediegene Geschichte vermuten lässt, so gelingt es @paulo.ruban , dem Konstrukt der Ehe und dem Versuch jene zu retten, eine ungewöhnlich leichte Schwere zu verpassen, die einerseits einen zarten Humor und andererseits eine schwelende Sehnsucht transportiert, dass es mir schwerfällt, diesem Glücksgriff von Roman einem Genre zuzuordnen. Ava, die Tochter des besagten Ehepaares, ist mir besonders ans Herz gewachsen. Mit ihrem „Etch A Sketch“ verschließt sich die Kleine in ihrer künstlerischen Welt und lässt die Eltern in dem Glauben, von den brüchigen Rissen der Beziehung nichts mitzubekommen. Als dann noch an der Küste ein toter Wal an den Strand gespült wird, welcher bedingt durch seine gärenden Gase explodiert und die stinkenden Innereien über das Urlaubsresort verteilt, haben die Hotelangestellten alle Hand voll zu tun, um dieses Disaster zu übertünchen. Wie Judith und Hugo, die versuchen, ihre Ehe zu retten.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
14. Apr.
Rating:4

ein Roman mit stellenweisem Tiefgang und Humor.

In „Der Duft des Wals“ von Paul Ruban begleiten wir Judith und Hugo mit ihrer Tochter Ava in ein luxuriöses Resort. Der Urlaub soll die Ehe von den beiden retten. Allerdings wird gleich zu beginn des Urlaubs ein toter Wal an den Strand gespült und der Verwesungsgeruch hängt sehr hartnäckig über dem Resort. Erzählt wird aber nicht nur die Geschichte der kleinen Familie, sondern auch die eines Pagen, eines Zimmermädchens und einer Stewardess. Und alle haben sie etwas gemeinsam: die Suche bzw. die Hoffnung auf einen neuen Anfang. Neben dem Verfall der Ehe von Judith und Hugo werden wir beim Lesen des Romans von Paul Ruban auch auf den Verfall unseres Planeten hingewiesen. Denn so ganz nebenbei fließen Themen wie Klimawandel und die Müllkatastrophe unserer Meere mit hinein. Der Roman hat einen eher trockenen Humor, was ich durchaus mag. Und mir gefiel auch, dass Paul Ruban sich für eher kurze Kapitel entschieden hat, die aus der Perspektive der jeweiligen Protagonisten erzählt werden. Insgesamt fand ich das Buch recht kurzweilig, mit der einen oder anderen Passage, die einen innehalten lässt und einen nachdenklich macht.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
11. Apr.
Rating:3.5

Der Duft des Wals beginnt in einem Flugzeug auf den Weg in den Pauschalurlaub, und auch ich bin gerade Langstrecke geflogen. Ich bin also sofort mittendrin in der beengten Servicehölle hoch über den Welten. Céleste, die Stewardess, nimmt uns mit in eine Woche Urlaub im Luxusresort, eine Woche, die ihr nach langen Schichten immer wieder als Auszeit winkt. Zu sagen, ich würde meine Berufswahl nicht bereuen, wäre gelogen. Mir tut es noch immer leid, den Ruf nach einem religiösen Leben in meiner Jugend ignoriert zu haben diese leise Stimme in mir, die ich leichtfertig überhört habe. Ich wäre sicher eine gute Nonne geworden. Meine Mutter meinte es gut, als sie sagte, ich würde auch so den Menschen auf gewisse Art und Weise helfen, in den Himmel zu kommen. Im himmlischen 5-Sterne-Hotel begegnen uns ihre Fluggäste, Judith, Hugo und ihre Tochter Ava. Judith und Hugo wollen mit dem Tapetenwechsel ihre zerrüttete Ehe retten, Ada malt ununterbrochen, Céleste flieht vor etwas anderem, das sie heimsucht. Und dann sind da noch die drei Hotel-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hinter den Kulissen des schönen Scheins arbeiten und ihr Bestes tun, um eben jenen aufrecht zu erhalten, denn gleich zu Beginn strandet ein Wal am Strandabschnitt des Resorts und explodiert. Seine Gedärme und Einzelteile verteilen sich als schleimige Schicht über die Anlage, der Gestank ist entsetzlich und nimmt stetig zu, auch als der Kadaver schon lange verschwunden ist. Die Symbolik des Walkadavers ist unübersehbar. Über dem Paradies hängt ein Gestank, der den schönen Schein ad absurdum führt und so lange zunimmt, bis die Trauer, die Abgründe, die Ausweglosigkeit und der Schmerz hinter der Kulisse nicht mehr zu übersehen sind. Auch, wenn das Luxushotel immer schwerere Geschütze auffährt, um das Unangenehme zu übertünchen. Ich würde euch gerne malen. In diesem Augenblick. Aber leider ist meine Zaubertafel kaputt. Hugo setzt sich auf seine Fersen. Es schaut unserer Tochter in die Augen und flüstert ihr unendlich liebevoll zu: Es ist traurig, was, mein Spatz, wenn die Dinge ihren Zauber verlieren. Mit ironischer Erzählstimme und feinem Witz führt Paul Ruban die Hauptfiguren durch die Geschichte, entblößt ihre Schwächen und lässt sie im Wissen um ihre Unzulänglichkeiten um ihr Glück kämpfen. Die einen flüchten in ihre Parallelwelt, die anderen changieren zwischen Fatalismus und Hoffnung, Einsamkeit und Gemeinsamkeit, geraten in tragisch-komische Situationen und mäandern durch die Personenkonstellationen. Dieser Roman sprüht vor Humor und nimmt uns mit in einen Urlaub, den niemand freiwillig antreten würde. Bis das überraschende Ende die Parabel zu einem würdigen Abschluss führt und mich mit einem Schmunzeln und einem leichten Unbehagen zurücklässt. Vielen Dank für diese hervorragende Unterhaltung und vielen Dank an @vorablesen.de und @aufbauverlage für das Rezensionsexemplar. Es hat viel Freude gemacht

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
2. Apr.
Rating:4.5

Ein stinkender Walkadaver als Metapher für eine Ehe, die sich am Rand eines Abgrunds bewegt - gelungen aber mit Verhaltensweisen, die man durchaus kritisch betrachten kann! Das Hörbuch ist durch verschiedene Sprecher:innen großartig eingesprochen und transportiert dadurch eine dynamische Lebendigkeit.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
30. März
Rating:4

Der Duft des Verfalls

Judith und Hugo’s Ehe ist am Ende. Nach vielen Paartherapiesitzungen machen sie einen letzten Versuch und fliegen mit ihrer Tochter Ava in einen All Inclusive Urlaub in Mexiko. Wunderschönes Meer, toller luxuriöser 5 Sterne Resort und ein toter Wal, der am Strand explodiert. Was sein ekliger Duft mit dem Verfall einer Ehe zu tun hat, erfährt man in dieser Geschichte. „Sich zu entlieben kann rätselhaft sein.“ Was war denn das?! Ein absurder, aber auch sehr komischer Roman. Man begleitet Judith und Hugo und die jeweiligen Gedanken und Sichtweise der einzelnen Personen in den Kapiteln. Zwischendrin lernt man Ava besser kennen, die immer wieder zwischen die beiden Streithähne gerät und sich einfach wünscht, dass sie ihre Eltern trennen. Die Absurdität, dass ein Wal an einem Strand explodiert, muss man erstmal in einem Roman unterbekommen. Dieser Wal ist aber ein zentraler Bestandteil, da sein ekliger Duft noch sehr lange in der Luft liegt. Er ist ein Synonym für den Verfall einer Ehe und von Liebe. Wie lange kann die Illusion eines Paradieses aufrecht gehalten werden bis die Wahrheit ans Licht kommt? Wie lange dauert es bis man die eigene Wahrheit nicht mehr glaubt? Ein witziger, etwas absurder Roman mit viel Tiefgang. Schön! „Es ist traurig, was, mein Spatz, wenn die Dinge ihren Zauber nicht verlieren.“

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau
18. März
Rating:4

Ein absurd-komischer Roman über den Duft des Verfalls, so steht es im Klappentext. Die Komik des Buches hat sich mir nicht erschlossen und die Absurdität habe ich auch nicht richtig gesehen, es wirkte alles wie aus dem wahren Leben und vielleicht ist genau das die Absurdität?! Judith und Hugo wollen ihre Ehe retten und fliegen mit ihrer Tochter Ava nach Mexiko in einen noblen All-Inklusive-Cluburlaub. Die Urlaubsidylle wird überschattet von einem gestrandeten Wal der einen bestialischen Verwesungsgeruch ausströmt. Das Hotelpersonal ist bemüht, diesen mit allen Mitteln zu vertreiben aber erst nach einem verheerenden Erdrutsch ist der Gestank verschwunden. Bis dahin passiert so einiges oder eigentlich nichts. Hugo und Juju vergnügen sich lieber mit Hotelpersonal und beschließen sich scheiden zu lassen. Ava, die Tochter, zeichnet geradezu manisch auf ihrer Zaubertafel und erträgt die Launen und Eskapaden der Eltern stoisch. Ab und zu läuft sie weg sus der Enge des Hotelzimmers um ihre eigenen Abenteuer zu erleben. Am Ende wird die schöne Fassade des heilen Lebens von den Erdmassen begraben. Das Ende ließ einige Fragen offen. Gelesen wurde das Hörbuch von mehreren Sprechern und Sprecherinnen, so konnte man gut folgen und mit den gerade Handelnden fühlen. Es war abwechslungsreich und klingt unerwartet lange nach.

Der Duft des Wals
Der Duft des Walsby Paul RubanAufbau