
Der Duft des Wals - Zwischen Urlaubsidylle und fauligem Beigeschmack
Ein Paar reist mit seiner Tochter in ein luxuriöses Ferienresort, in der Hoffnung, die eigene Beziehung wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Doch schon kurz nach der Ankunft kippt die Stimmung: Ein toter Wal am Strand sorgt nicht nur für einen unerträglichen Gestank, sondern wirkt wie ein Sinnbild für alles, was unter der glänzenden Oberfläche verborgen liegt. Der Roman lebt von seinen ungewöhnlichen Perspektiven und einer Erzählweise, die bewusst mit Erwartungen bricht. Statt einer klaren, linearen Handlung entsteht ein Mosaik aus verschiedenen Figuren, deren Geschichten sich lose miteinander verweben. Das sorgt stellenweise für interessante Einblicke, kann aber auch distanziert wirken, da eine echte emotionale Bindung nicht immer entsteht. Besonders auffällig ist der Kontrast zwischen der künstlichen Urlaubswelt und den dahinterliegenden Themen wie Umweltverschmutzung, soziale Ungleichheit und persönliche Krisen. Diese Aspekte verleihen der Geschichte Tiefe, wirken jedoch manchmal etwas aufdringlich oder schwer zugänglich. Der Humor bleibt eher eigenwillig und trifft nicht jeden Geschmack – vieles wirkt mehr befremdlich als wirklich unterhaltsam. Stärken hat das Buch vor allem in seiner Originalität und den teils sehr bildhaften, fast filmischen Szenen. Gleichzeitig fehlt es gelegentlich an Klarheit und erzählerischer Struktur, wodurch einige Passagen verwirrend oder zäh erscheinen. Fazit: Ein ungewöhnlicher Roman mit interessanten Ansätzen und gesellschaftlicher Aussage, der jedoch nicht durchgehend überzeugt. Wer experimentelle Erzählweisen und schräge Geschichten mag, könnte Gefallen daran finden – insgesamt aber eher durchwachsen. Von mir 6 von 10 P. (abgeschlossen 18.03.2026)




























