
gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, aktuelles Thema, scharfsinnig
„Mirmar“ von Josefine Soppa. Ein Buch über eine Mutter-Tochter-Beziehung und eine Kritik am Zustand unserer Welt. Rezensionsexemplar ǀǀ Werbung (@pocketbook_de) Mutter und Tochter arbeiten unentwegt. Sie schleppen sich von einem Aushilfsjob zum nächsten, pendeln zwischen Jobvermittlungsagenturen und Auftraggeberinnen. Es wird geputzt, verkauft, vorm PC gesessen. Immer weiter und immer schneller dreht sich das Hamsterrad der beiden Frauen. Bis eines Tages die Mutter verschwindet. Die Tochter vermutet, weiß aber nicht sicher, dass ihre Mutter ausgestiegen ist, sich mit anderen Frauen auf einem Strandabschnitt wieder findet und ein neues Leben in diesem Kollektiv beginnt. Die Tochter begibt sich auf die Suche nach ihr. Ich muss gleich vorwegsagen: Das war absolut nicht mein Buch. Ich sage mal, es ist in einem recht besonderen Stil verfasst – ziemlich abgehakt geschrieben, die Satzstellung ist gewöhnungsbedürftig. Ich habe in die Geschichte einfach nicht gut reingefunden. Es war mir nicht möglich, mich darauf einzulassen und in einen Lesefluss zu kommen. Der Text an sich ist intelligent, voller Wortspielereien und Weisheiten. Die Autorin bringt sprachliche Gegensätze zusammen und baut daraus scharfsinnige Beobachtungen. Nur bin ich über diese, auf Grund des Stils, eher drübergestolpert. Diesem Buch muss man Zeit und Geduld entgegenbringen. Beides habe ich dafür leider nicht gefunden.

