20. Aug.
Das Leben war konserviert, wie Marmelade in einem Glas.
Rating:4.5

Das Leben war konserviert, wie Marmelade in einem Glas.

Von der Flucht aus der Heimat, die viel zu eng geworden ist. Hinaus in die Freiheit. Ich habe das Buch richtig doll gefühlt. Weil Kathleen mich oft an mich selbst erinnert hat. Man verlässt die Heimat, denkt, man sei frei. Denkt, man hat es geschafft. Und dann kommt man zurück. Man denkt, man kommt aus der großen Welt in die kleine Heimat zurück. Alle bewundern einen. Alle applaudieren laut. Und dann merkt man: Die Leute, die geblieben sind, finden Weggezogene eigentlich ziemlich doof. Und alle sind mit sich selbst beschäftigt. Mit ihrem Leben. Mit ihrem Alltag. Keiner klatscht. Keiner bewundert einen. Keiner will, dass man dort wieder ankommt, um denen, die geblieben sind, etwas vom Leben zu erzählen. Die Distanz zur Heimat macht Kathleen zur Fremden und gleichzeitig spürt sie die unsichtbaren Wurzeln, die sie nie ganz abstreifen kann – besonders die Verbindung zu ihrer Mutter. Kosakenberg setzt sich feinsinnig mit den Themen Identität, Zugehörigkeit und den feinen Nuancen von Entfremdung und Verbundenheit auseinander. Der Roman ist melancholisch, reflektiert und lässt spüren, wie sehr Heimat und Familie prägen, auch wenn man sie hinter sich lässt.

Kosakenberg
Kosakenbergby Sabine RennefanzAufbau
30. Mai
Rating:5

Ein kraftvoller Roman über das Aufwachsen in der Nachwendezeit. Kathleen war mir anfänglich sehr unsympathisch- in ihrer arroganten Haltung über allem zu stehen ,ihr Heimatdorf zu verlassen und von oben herab auf die Zurückgelassenen zu blicken. Gegen Ende des Romans relativiert sich dieses harte Urteil und auch der Blick auf Nadine (die Freundin aus Kindertagen) erscheint plötzlich in einem anderen Licht. Ein vielschichtiges Buch, das nachwirkt. Leseempfehlung!

Kosakenberg
Kosakenbergby Sabine RennefanzAufbau
12. Mai
Rating:4

Ein stilles, aber starkes Buch über Heimat, Verlust und das Erwachsenwerden in Ostdeutschland.

Ein leises, aber eindrucksvolles Buch über Heimat, Abschied und das Aufwachsen in Ostdeutschland. Ich habe Kosakenberg gelesen, weil mich das Thema DDR interessiert – und weil es mir empfohlen wurde. Sabine Rennefanz schreibt nüchtern, ohne Schnörkel, aber gerade das gibt der Geschichte Tiefe. Besonders bewegt hat mich die Szene, in der das Elternhaus verkauft wird – so viel Verlust in einem scheinbar kleinen Moment. Das Buch hat mich nachdenklich zurückgelassen. Wem würde ich’s empfehlen? Allen, die vom Dorf kommen und wissen, wie es ist, die Heimat zu verlassen – und manchmal trotzdem im Kopf dorthin zurückzukehren.

Kosakenberg
Kosakenbergby Sabine RennefanzAufbau
4. Mai
Rating:4.5

Jedes Dorfkind, das aus der Heimat weggezogen ist, wird sich hier verstanden fühlen

Unglaublich echtes Buch. Teilweise konnte ich nicht mehr als 10 Seiten am Stück lesen, weil ich nicht darauf klarkam, dass anscheinend andere auch solche Erfahrungen gemacht haben. Ich hätte schreien können 😂 Hammer Buch mit so viel Wahrheit ❤️‍🩹

Kosakenberg
Kosakenbergby Sabine RennefanzAufbau
2. Mai
Aus der ostdeutsche Kleinstadt in die weite Welt
Rating:4

Aus der ostdeutsche Kleinstadt in die weite Welt

ein kurzweiliger Roman, der das Leben in den 90ern in einer Ostdeutschen Kleinstadt wiederspiegelt. Wie es ist sich abzukapseln, erwachsen zu werden und doch das ein oder andere Mal zurück zu kommen

Kosakenberg
Kosakenbergby Sabine RennefanzAufbau
15. Okt.
Rating:5

Starke Geschichte

Vom Weggehen aus der Provinz und dem sporadischen Heimkommen, das kein Zu Hause mehr ist. Man selbst verändert sich, aber an der alten Heimat ändert sich nichts. Die Sprachlosigkeit zwischen derjenigen, die weggezogen ist und den Dagebliebenen. Hat mich sehr berührt und ich habe diverse Parallelen gespürt.

Kosakenberg
Kosakenbergby Sabine RennefanzAufbau
25. Juli
Rating:5

Ein Buch über die Heimat, Mutter-Tochter-Verhältnis, Ost-West-Probleme und über dass Weggehen und Zurückkommen.

Ich finde die Sprache sehr schön und intelligent. Großartiges Buch. „Wir verließen nicht nur unsere Familien, unsere Häuser, unsere Dörfer, sondern auch unsere Vergangenheit….Wir gingen weg, um zu suchen, was wir gleichzeitig verloren. Eine Heimat.“ Sabine Rennefanz hat mit „Kosakenberg“ einen beeindruckenden und großartigen Roman geschrieben. Werde mir jetzt weitere Bücher von ihr anschauen.

Kosakenberg
Kosakenbergby Sabine RennefanzAufbau
19. März
Rating:3.5

»Der russisch-französische Schriftsteller Vladimir Nabokov hat einmal gesagt, dass jeder, der seine Heimat verlassen hat, zwei Leben besitzt. Das eine, das man lebt, und das andere, das an dem Ort weitergeht, von dem man weggegangen ist« (S. 11). Kathleen kehrt ihrem Geburtsort, dem Provinzdorf »Kosakenberg« in Brandenburg den Rücken und zieht nach London, dort lebt sie als erfolgreiche Grafikdesignerin. Während Kathleen ihr Leben in London glorifiziert und durch das Glücksgefühl, endlich aus Kosakenberg weg zu sein, so einiges aushält, wie beispielsweise eine Liebesbeziehung, in der sie sich total verbiegen soll, ist doch was faul an der Geschichte. Physisch ist Kathleen zwar in London, doch ihre Gedanken driften immer wieder ab, nach Kosakenberg. Als ihre Mutter das Haus verkauft, rüttelt dies auch an Kathleens Emotionen und doch würde sich eine Rückkehr nach Brandenburg wie ein Scheitern anfühlen. »Der Verkauf des Hauses brachte mich aus dem Gleichgewicht. Für mich war es immer nur in eine Richtung gegangen. Weg. […] Und ich hatte angenommen, dass es sich nicht verändert. Als stünde die Zeit in Kosakenberg still, […] [i]ch hatte das Gefühl, Kosakenberg löste sich auf. Nicht ich hätte die Verbindung gekappt, sondern das Dorf sich von mir losgesagt. Ich hatte mir nie die Frage gestellt, was es hieß, wegzugehen und nicht zurückkommen zu können (S. 84/85). Geschickt fängt Sabine Rennefanz die Emotionen von Protagonistin Kathleen ein. Ihre Handlungen und ihre innere Gefühlswelt wirken authentisch. Am Ende will der Roman für meine Geschmack etwas zu viel und ich merke wie meine Begeisterung für das Buch nachlässt. Die Grundstimmung ist melancholisch, das Buch regt zum nachdenken an. Ich-Erzählerin Kathleen wirkt nahbar, ich lese gerne die Stellen, in der ich einen Einblick in ihre Gedankenwelt erhalte.

Kosakenberg
Kosakenbergby Sabine RennefanzAufbau
17. März
Rating:3

Eine Frau hat es geschafft - aus dem Dorf ihrer Kindheit nach London, wo sie nun lebt und arbeitet. Die Besuche in der mecklenburgischen Provinz zeugen vom harten Kontrast zwischen Landleben und Weltstadt. Unaufgeregt berichtet die Ich-Erzählerin, wie viele weggingen - die einzig logische Konsequenz, wenn man etwas werden wollte. Die Zurückgebliebenen arbeiten an der Tankstelle oder verkaufen Eier. Letzteren wird ein ganzes Kapitel gewidmet, in dem, mal bezeichnend, mal leicht übertrieben, die Bedeutung dieses Naturprodukts hervorgehoben wird. „Zehn Eier steckten in der Packung. Sie hatten die weite Reise von Kosakenberg nach London, tausend Kilometer, überstanden.“ Ich kann gut verstehen, dass sich die Protagonistin für ihre Entscheidung, den Ort zu verlassen, nicht verurteilen lassen will. Doch ihre Art, wie sie Selbiges mit ihren Freunden von damals tut, weil sie noch dort sind, hat etwas Herablassendes, was sie nicht sympathisch erscheinen lässt. Gut gefallen haben mir die Rückblicke in die DDR-Vergangenheit und in das Familienleben, die sehr gut die Wehmut widerspiegeln, die mit einer Heimkehr verbunden ist. Denn auch wenn wir uns abgewandt haben, können wir unsere Herkunft nicht verleugnen.

Kosakenberg
Kosakenbergby Sabine RennefanzAufbau
2. März
Rating:5

Toller melancholischer Roman

Ein wunderbarer melancholischer und atmosphärischer Roman übers Weggehen aus der Heimat. Kathleen ist in einem kleinen Ort in Brandenburg aufgewachsen und hat als Erwachsene ihren Lebensmittelpunkt in London gefunden. Sie kann mit den Menschen aus ihrem Heimatort nicht mehr viel anfangen und sie auch nicht mit ihr. Trotzdem ist da das Gefühl von Heimat, es gibt unheimlich viele Erinnerungen, die immer wieder zurück kommen, wenn Kathleen zu Besuch in Kosakenberg ist. So richtig loslassen kann und will sie nicht, auch wenn sie so ganz anders ist als die Menschen, die noch dort leben. Wunderbar dargestellt ist die Diskrepanz zwischen Stadt und Land und auch Ost und West. Der Erfolg von Kathleen in London wird auf ihrem Dorf gar nicht zur Kenntnis genommen. Da sind andere Dinge wichtig und immer wieder dieses „Du bist ja weggegangen“. Auch die Entwicklung nach der Wendezeit wurde hier wunderbar eingefangen. Sabine Rennefanz erzählt mit Ironie und einer ordentlichen Portion Nostalgie und ich fühlte mich selber ständig zurückgesetzt in meine Kindheit. Vielleicht ist hier auch der Vergleich zwischen Kathleen und ihrer Freundin aus der Kindheit Nadine der offensichtliche Punkt wie unterschiedlich 2 Leben, die mal sehr ähnlich waren, verlaufen können.

Kosakenberg
Kosakenbergby Sabine RennefanzAufbau