9. Mai
Rating:4

Ein beklemmender Abstieg in die menschliche Psyche​★★★★☆​Tove Ditlevsens Gesichter ist eine unglaublich intensive und klaustrophobische Lektüre. Das Buch bietet einen schonungslosen, ungeschönten Blick auf einen Nervenzusammenbruch und lässt die Grenzen zwischen Realität und Halluzination auf eine Weise verschwimmen, die zutiefst verstörend wirkt.​Die Stärke dieses Buches liegt in seiner Prosa – sie ist scharf, minimalistisch und vermittelt ein schweres Gefühl des Grauens. Ditlevsen fängt das Gefühl, „beobachtet“ zu werden, und die Fragmentierung des Ichs mit erschreckender Präzision ein. Im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten über psychische Erkrankungen fühlt sich diese hier echt und miterlebt an, was wohl daran liegt, dass sie so stark auf ihren eigenen Erfahrungen basiert. Daher ist es​ kein einfaches Buch für Zwischendurch. ich hatte eine Pause eingelegt, da es sehr bedrückend ist. Ein kurzes, aber gewaltiges Meisterwerk psychologischer Literatur, das einem noch lange nach dem Lesen im Kopf bleibt.

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
23. Jan.
Rating:4

Ein beklemmender Abstieg in die menschliche Psyche ​★★★★☆ ​Tove Ditlevsens Gesichter ist eine unglaublich intensive und klaustrophobische Lektüre. Das Buch bietet einen schonungslosen, ungeschönten Blick auf einen Nervenzusammenbruch und lässt die Grenzen zwischen Realität und Halluzination auf eine Weise verschwimmen, die zutiefst verstörend wirkt. ​Die Stärke dieses Buches liegt in seiner Prosa – sie ist scharf, minimalistisch und vermittelt ein schweres Gefühl des Grauens. Ditlevsen fängt das Gefühl, „beobachtet“ zu werden, und die Fragmentierung des Ichs mit erschreckender Präzision ein. Im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten über psychische Erkrankungen fühlt sich diese hier echt und miterlebt an, was wohl daran liegt, dass sie so stark auf ihren eigenen Erfahrungen basiert. Daher ist es​ kein einfaches Buch für Zwischendurch. ich hatte eine Pause eingelegt, da es sehr bedrückend ist. Ein kurzes, aber gewaltiges Meisterwerk psychologischer Literatur, das einem noch lange nach dem Lesen im Kopf bleibt.

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
2. Jan.
Rating:2.5

Wenn man ,,Gesichter" autobiografisch betrachtet oder in den Kontext der sogenannten ,,Kopenhagen"-Trilogie einordnen kann, mögen sich tatsächlich noch weitere Ebenen entblättern, ohne Vertrautheit mit dem sonstigen Werk Tove Ditlevsens bleibt allerdings nur ein schier endloser, sich im Kreis drehender Text, dem es zwar gelingen mag die Psychose seiner Protagonistin nachfühlbar zu machen, der sich allerdings in der bloßen Darstellung gefällt, ohne daraus mehr zu erzählen.

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
15. Nov.
Rating:3

Kein Buch für nebenbei

…vielleicht fühlen sich Menschen mit Schizophrenen wirklich so. Ein beklemmendes Gefühl überkam mich während des Lesens oft. Allerdings hat mir mehr Hintergrund gefehlt.

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
29. Juni
Rating:3.5

Gelungenes Beispiel wie sich jemand mit einer Psychose handelt und fühlt!

Ich habe echt gebraucht um in dieses Buch hineinzufinden aber es hat sich gelohnt. Wir erleben während des Lesens wie die Protagonistin Lise ihre Psychose erlebt. Das Buch ist kurz aber durch den Schreibstil schafft die Autorin es, dass ich mir das alles sehr präzise vorstellen konnte. Es ist eine intensive, bedrückende Geschichte aber auch sehr interessant.

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
19. Mai
Rating:4

Metaphorisch ein Highlight

Was mir sehr gefallen hat, waren vor allem die einzigartige und dennoch klare Sprache sowie die Bilder, die Ditlevsen geschaffen hat. Inhaltlich habe ich es leider nicht konsequent geschafft aufmerksam zu sein, da es mir an einigen Stellen zu surreal war, was wiederum den Wahn der Protagonistin aber authentischer gemacht hat.

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
19. Jan.
Rating:4.5

Eine packende Geschichte, wahnsinnig gut die psychische Erkrankung der Hauptfigur erfasst und darstellt. Es beginnt etwas durcheinander und erst im Laufe der Stories bekommt man einen genauen Überblick, was genau geschehen ist und geschieht und was wahr oder Fiktion ist. Man erahnt bis kurz vor dem Schluss nicht, wie das Buch enden wird. Es ist spannend und bildet ein Krankheitsbild so bildlich und packend und ab und zu auch mit einem Schmunzeln dar. Man kann es an zwei Tagen durchlesen und man möchte es auch erst wieder aus der Hand legen, wenn man damit fertig geworden ist.

Ein tolles Buch! Die Schriftstellerin schreibe gekonnt kurze prägnante Sätze und kommt mit meinem Wort zu viel oder zu wenig auf dem Punkt. Sie ist eine Künstlerin mit nur dem nötigsten bildlich zu beschreiben, dass man sich direkt vor Ort wiederfindet. Ein relativ kurzes Buch mit einer absolute Leseempfehlung. Einen halben Stern Abzug gibt es, da die Trilogie der Schriftstellerin mir noch ein bisschen besser gefallen hat.

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
16. Jan.
Rating:4

Am Anfang etwas verwirrend, aber wenn man erstmal drin ist, will man es kaum noch weglegen. faszinierende und begabte erzählweise, die alles miteinander verschwimmen lässt. die Handlung ist einfach nur packend und empörend!

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
7. Dez.
Rating:4

Eine intensive Reise in Gedanken und Räume die mir in der Form bisher verborgen blieben. Die Perspektive einer Schriftstellerin in einer Psychiatrie ist literarisch für mich etwas komplett neues. Die Verwirrung der Protagonisten hat an manchen Stellen meinen Lesefluss etwas zerknirscht, deswegen 4 Sternis!

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
13. März
Rating:3.5

Mal was anderes

Das Buch hab ich durch Zufall in der Buchhandlung entdeckt und die Inhaltsangabe hat mich neugierig gemacht. Der Schreibstil ist sehr angenehm und obwohl das Buch sehr kurz ist mit nur 160 Seiten, hat sich die Zeit mit Lise länger angefühlt.

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
13. Jan.
Rating:5

Wahnsinn

Das Buch habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Tove Ditlevsen greift anhand ihrer Protagonistin Lise Mundus das Thema Wahn in Form einer psychotischen Störung auf. Lise Mundus (wer die Kopenhagen-Trilogie gelesen hat, wird bei dem Namen aufhorchen) ist Autorin und Mutter und hört Stimmen. Der Leser taucht auf knapp 154 Seiten in ihre Gedankenwelt ein. Teilweise wird es immer schwieriger Realität und Wahrnehmung zu trennen, aber genau hier liegt ja auch das tückische am Krankheitsbild. Aufgrund ihrer Erkrankung wird sie in eine Klinik eingeliefert, um sich behandeln zu lassen. Ist überhaupt der Wahnsinn vorhanden oder ist sie nur Teil eines großen Komplott?! Ich persönlich fand es faszinierend, wie Tove Ditlevsen ihre Protagonistin ausgearbeitet und das Setting gestaltet hat. Der Bezug zu "Gesichtern" hat mir ebenfalls sehr gefallen. Die Autorin konnte mich erneut überzeugen und ich freue mich auf weitere Bücher.

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
2. Jan.
Rating:5

“Nur wenn sie schrieb, drückte sie sich selbst aus, und ein anderes Talent besaß sie nicht.“ (S. 9) Lise Mundus, Mutter von Soren, Hanne und Mogens, gefeierte Autorin von Kinderbüchern, schafft es seit 2 Jahren nicht nur eine Zeile zu schreiben. In der Familie geht etwas vor sich. Lise ist überzeugt, dass ihre Haushälterin Gitte ihren Mann Gert verführt. Es muss ihm gefallen, er hatte ja schon Affären – denn er kann ja nicht mit einem Stück Literatur ins Bett gehen, sagt der erfolgs-eifersüchtige Ehemann. Lise steigert sich immer tiefer in ihre Sorgen und kann schließlich die Realität von ihrer Gedankenwelt nicht mehr unterscheiden. Ihre psychische Verfassung wird immer schlimmer. Sie hat Angst, nie mehr ein Buch schreiben zu können. Sie hört Stimmen. Sie sieht Gesichter. Sie ortet eine Verschwörung. Als sich die erste Affäre ihres Mannes suizidiert, denkt auch Lise, dass sie nur mit einer Überdosis aus ihrem ganz persönlichen Horror entfliehen kann. Als sie aufwacht, ist sie im Krankenhaus. Die Stimmen und Gesichter, ihre stetigen Begleiter, sind auch hier. Sie haben sie nicht verlassen. Sie sieht und hört sie überall. Sie hört die Stimmen in ihrem Kopfpolster. Sieht die verräterischen Gesichter auch in den Menschen, die dort arbeiten. Sie misstraut allem und jedem. Schließlich wird sie auf die geschlossene Abteilung für psychiatrisch Kranke verlegt. Wird Lise’s inneres heilen? Dieser Roman ist kurz, dennoch tiefgründig. Er ist real, dennoch auch täuschend und voller Einbildung. Er geht ins Herz, und macht dennoch argwöhnisch. Er zeigt tiefe Abgründe und büßt dennoch thematisch nichts ein. Er ist schonungslos, offen und trifft direkt ins Herz. Genie und Wahnsinn liegen wirklich sehr nah beieinander. Der Umgang Lise’s mit der Einnahme einer Überdosis aus dem eigenen Alltag zu entfliehen, steht für mich für eine Art Befreiung. Befreiung vom Druck der Mutter, der Ehefrau, der Autorin. Und nur mit dieser persönlichen Extraktion aus ihrer Situation, konnte sie gesund werden. Das Buch hat mich eingesogen. Beim Lesen kam mir vieles surreal vor und doch weiß ich, dass es diese Gedanken, Menschen und Situationen gibt. Gefühlt war ich Monate mit Lise im Krankenhaus. Doch waren es nur 3 Wochen. Sprachlich sehr besonders, stellenweise poetisch, tiefgründig, begeisternd. Keine einzige Stelle fand ich konstruiert oder zu sehr gewollt. Bin total begeistert! Große Leseempfehlung!

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
1. Jan.
Rating:4

Wir erleben die fiktive Autorin Lise Mundus während einer starken Psychose, in der Wahn und Wirklichkeit immer mehr verschwimmen. Wunderbar übersetzt und eingeordnet von Ursel Allenstein.

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
23. Sept.
Rating:4

Letztes Jahr war die Kopenhagen-Trilogie von Tove Ditlevsen eins meiner Highlights. Nun erscheint im Aufbau-Verlag ein weiteres Werk der Autorin. Gesichter ist ebenfalls autobiographisch geprägt, hier ist ein Großteil aber Fiktion. Lise Mundus ist Autorin, ihr letzter großer Erfolg liegt jedoch bereits einige Zeit zurück. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Kopenhagen. Eines Tages beginnt sie Stimmen zu hören: Diese erzählen ihr, dass ihr Mann sie betrügt und gemeinsam mit der Haushaltshilfe versucht, sie aus dem Weg zu räumen. Lise nimmt daraufhin eine Überdosis Schlaftabletten und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Auch dort schweigen die Stimmen nicht und sie landet in der Psychiatrie. Gesichter ist sehr eindringlich geschrieben. Die psychische Erkrankung Lises ist hervorragend herausgearbeitet und gibt einen Einblick, wie es in den Köpfen mancher Patienten in der Psychiatrie aussehen könnte. Dennoch hat es mir nicht so gut gefallen wie die Kopenhagentrilogie. Ich fand hier die Personen (mit Ausnahme von Lise) nicht so ausgereift und musste immer wieder nachdenken, wer denn nun eigentlich wer war. Dies hat mich während dem Lesen oft ein wenig gestört. Dennoch gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
11. Sept.
Rating:4

Lise Mundus ist es gelungen: Sie ist eine anerkannte Kinderbuchautorin. Das Problem ist allerdings, dass sie seit zwei Jahren keine neue Zeile geschrieben hat. Und sie steckt in einer handfesten Ehekrise mit ihrem Mann, der völlig offen eine Affäre mit der Haushälterin hat. Auch hat sie das Gefühl, dass ihr ihre Kinder entgleiten. Der psychische Druck wird immer schlimmer, bis sie schließlich beginnt, Stimmen zu hören, die sie dazu bringen, eine gehörige Portion Schlaftabletten zu nehmen. Sie landet zunächst im Krankenhaus, anschließend in der psychiatrischen Abteilung und zu guter Letzt in der Geschlossenen. Die Stimmen verfolgen sie wohin sie auch geht, Das Gesicht der Haushälterin quält sie, der Pfleger hat sich das Gesicht ihres Mannes genommen und scheint sie zu verhöhnen. Selbst der leitende Oberarzt, eigentlich ein langjähriger Freund Lises, verschwört sich offenbar gegen sie. Wie verrückt kann man werden? Muss man eine Grenze der Verrücktheit überschreiten, um zu Genesen? Kann eine Genesung gelingen, wenn sich alle Gesichter gegen sie zusammenrotten und sie verfolgen? Was ist real, was spielt sich nur in Lises Kopf ab? Ditlevsen ist einmal mehr ein eindrücklicher Roman gelungen, der im übrigen ein Jahr nach "Jugend" entstand und in großen Stücken aus Autofiktion gesehen werden kann. Ein verstörendes Stück Literatur, welches dennoch ein enormes Lesevergnügen bereitet.

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
25. Aug.
Rating:4

Sprachlich wuchtig, hundertbödig, bildreich, auch der Plot war interessant. Habe mir das Buch gekauft, weil die Trilogie mir auf einmal ein zu großes commitment war, aber es mir auch zu riskant schien, nur einen Teil zu kaufen (keine deutsche Buchhandlung in der Nähe). Werde sie mir jetzt hiernach aber eher nicht kaufen. Es ist alles sehr beeindruckend usw aber auch irgendwie zu... gekünstelt?

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau
29. März
Rating:4

Als ich im vergangenen Monat entdeckte, dass von Tove Ditlevsen ein neues Buch in deutsch übersetzt von Ursel Allenstein erscheinen würde, stand für mich gleich fest, dass ich es lesen werde. Ich war von der Kopenhagen-Trilogie im letzten Jahr so begeistert, dass ich nicht einmal wissen musste, worum es in ihrem neuen Buch eigentlich geht. Vermutlich hätte ich dennoch dazu gegriffen, auch wenn ich gewusst hätte, welches Thema mich erwartet. Denn inzwischen halte ich mich für psychisch so weit gefestigt, dass mich Dämonen aus meiner Vergangenheit nicht gefühlsmäßig überrollen, wenn sie mir in Büchern begegnen. Tatsächlich hatte ich jedoch an diesem Buch ziemlich zu knabbern, weil ich mich an eigene psychotische Erlebnisse erinnert fühlte. Das liegt nicht so sehr an der Geschichte, die Tove Ditlevsen über ihre Protagonistin Lise Mundus autofiktional erzählt, sondern vielmehr an der Intensität, mit der sie dies tut. Auch wenn mir die inflationär verwendeten Vergleiche und die Bildhaftigkeit ihrer Sprache unangenehm auffielen, so führten diese jedoch genau dazu, dass ich mir lebhaft vorstellen konnte, was in Lise Mundus vorgeht und in welche Verwirrung sie ihre Wahrnehmungen stürzen. Man erlebt beim Lesen hautnah die Psychose der Protagonistin mit, die sie so sehr mitreißt, dass sie nicht mehr Wahn und Wirklichkeit zu unterscheiden weiß und in ihrer ganz eigenen Realität lebt. Um sich aus ihrem vermeintlich bedrohlichem Zuhause, in dem Mann und Haushälterin sie betrügen und ihr nach dem Leben trachten, zu befreien, täuscht sie ihren Suizid vor und nimmt eine beachtliche Menge Schlaftabletten zu sich, an denen sie fast stirbt. Schließlich landet sie im Jahr 1968 in der Psychiatrie. Als aggressive Patientin, die Essen und trinken verweigert, weil sie fürchtet vergiftet zu werden, wird Lise Mundus fixiert, sie halluziniert und hört Stimmen in Wasserrohren, Heizkörpern und sogar in ihrem Kopfkissen. Ein Zustand, den man beim Lesen nachfühlt und kaum ertragen kann. Aber man erfährt auch, wie sich ihre Lage allmählich bessert und sie zu unterscheiden lernt, was ihr der Wahn beschert und was vielleicht doch real ist. Man muss nicht die Kopenhagen-Trilogie gelesen haben, um mit diesem Buch etwas anfangen zu können. Wenn man die Bücher jedoch kennt, nimmt man „Gesichter“ als ein Buch wahr, das sich mit den stark autofiktionalen Anteilen in die Geschichte von Tove Ditlevsen einfügt und dem Gesamtbild eine Komponente hinzufügt. Keine leichte Kost und in seiner Wahnhaftigkeit doch erschreckend realitätsnah in der Darstellung einer Psychose.

Gesichter
Gesichterby Tove DitlevsenAufbau