8. Sept.
Rating:5

Es gibt etwas, das mich immer wieder zur DDR-Literatur hinzieht, und so konnte ich mich diesem Briefwechsel nicht entziehen. Enthalten sind Briefe der Autorinnen Christa Wolf und Brigitte Reimann von 1964 bis zu Brigittes Tod im Jahr 1973. Beim Lesen wird man Zeuge von alltäglichen Begebenheiten, atmosphärischen Erzählungen aus dem Leben der beiden, bis hin zu tiefen Gedanken und Gefühlen. Dabei spürt man die besondere Intimität ihrer Freundschaft. Zudem erfährt man viel über den Schreibprozess ihrer Werke und den Austausch, der sie dabei begleitete. Ich konnte kaum aufhören, für mich bedeutende Sätze zu markieren (auch wenn mir ab der Hälfte die Klebezettel ausgingen). Die Briefe haben mich tief berührt – sowohl durch die Schönheit der Worte als auch durch die enge Freundschaft der beiden Autorinnen. Obwohl ich wusste, dass Brigitte an ihrer Krankheit sterben würde, musste ich beim letzten Brief weinen. Diesen Herbst werde ich definitiv weitere Werke der beiden lesen (ganz oben auf meiner Liste: ‘Franziska Linkerhand’, ‘Medea’ und ‘Nachdenken über Christa T.’). Danach werde ich bestimmt auf diesen Briefwechsel zurückkommen und ‘Sei gegrüßt und lebe: Eine Freundschaft in Briefen’ erneut lesen.

Sei gegrüßt und lebe
Sei gegrüßt und lebeby Brigitte ReimannAufbau