18. März
Rating:4

"Das Erste, was man bei der Ankunft in Casablanca tun sollte, ist, Casablanca zu verlassen." Unsere namenlose Protagonistin mit den vielen Identitäten (dazu kommen wir gleich) reist alleine nach Marokko. Das erste was natürlich bei ihrer Ankunft passiert: ihr Rucksack wird gestohlen. Darin: Reisepass, Kreditkarten. Als sie eine Anzeige bei der Polizei macht, bekommt sie einen vermeintlich gleichen Rucksack ausgehändigt. Jedoch gehört der beiliegende Pass einer gewissen Sabine Alyse. Um Ärger zu vermeiden - allein in einem fremden Land, fremde Sprache - nimmt sie vorerst die Identität dieser Sabine Alyse an. Was darauf folgt, ist schlichtweg eine außergewöhnliche Geschichte. Was mich an dem Buch überrascht hat, war, dass ich mich so in die namenlose Figur hineinversetzen konnte. Im Prinzip will sie ihrem Leben entfliehen. Später finden wir heraus, wovor sie flieht (und das ist ziemlich traurig und bestürzend), aber bis dahin ist sie eine Touristin in einem fremden Land, die von einem Extrem ins nächste fällt. Und eigentlich auch ganz unbewusst bzw ohne eigenes Verschulden. Ihren wahren Namen erfahren wir nicht, auch nicht, wie ihre Geschichte tatsächlich endet. Zurück bleiben "Des Tauchers leere Kleider", in Anlehnung an ein Gedicht. Für mich interpretiert es sich so, dass sie mit jeder neuen Identität altes von sich selbst abstreift, um neu zu werden. Anfangs etwas schwierig beim Lesen, da es in zweiter Person Singular geschrieben ist, aber doch konnte mich die Story packen und positiv überraschen.

Des Tauchers leere Kleider
Des Tauchers leere Kleiderby Vendela VidaAufbau