1. Dez.
Rating:5

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich bei Büchern stets auf die Entwicklung der Charaktere schaue und welche psychologischen Grundgedanken sich daraus ableiten. Also irgendwie keine Überraschung, dass das Buch "Nach dem Schauspiel" der beiden Psychologinnen unter den Pseudonym @authorelmira mir zusagt. Sofie macht eine starke Entwicklung mit und ich war immer wieder schockiert, wie Familie und Freunde und sogar ihr Mann auf sie einredeten, Dinge zu tun, die sie gar nicht will. Ihr innerer Kampf tut weh beim Lesen und lässt mich Seite für Seite auch an mein eigenes Leben denken. Eltern haben immer eine Vorstellung, was mit ihren Kindern werden soll und was sie erwarten. Aber man muss eben lernen, dass man nicht dafür da ist, Erwartungen zu erfüllen, sondern sein eigenes Leben zu leben. Das ist oft sehr schwer, gerade wenn man keine Zustimmung erhält oder nur genervtes Kopfschütteln. Das kenne ich sehr gut und habe mit Sofie von Anfang an mitgefühlt, da ich diesen Inneren Kampf bereits geführt habe. Das Buch lässt einen selbst reflektieren und das finde ich äußerst gelungen. Der Schreibstil ist locker und flüssig und ist damit sehr angenehm zu lesen. Sofies Mann finde ich absolut furchtbar und hat mich mehr als ein Mal auf die Palme gebracht. Furchtbar fand ich auch Sofies Freundin, die nicht zu ihr gestanden hat, sondern fast noch schlimmer war als ihr Mann. Aber solche Personen passen gut in das Leben, in das sich Sofie drängen ließ. Besonders gut fand ich das Ende. Denn der Fokus lag auf ein Happy End für Sofie & nicht auf eine klassische Liebesgeschichte.

Nach dem Schauspiel
Nach dem Schauspielby Elmira Rosetredition