Persönlich und emotional
Reserve von Prinz Harry ist eine sehr persönliche und emotionale Autobiografie. Besonders eindrücklich ist, wie früh Harry vermittelt wurde, immer nur die „Reserve“ hinter seinem Bruder Prinz William zu sein. Dadurch zieht sich ein Gefühl von Einsamkeit, Druck und fehlender Zugehörigkeit durch das gesamte Buch. Vor allem Harrys Umgang mit dem Tod seiner Mutter Prinzessin Diana sowie sein schwieriges Verhältnis zur Presse machen viele Passagen sehr bewegend. Gleichzeitig zeigt das Buch immer wieder spannende Gegensätze: Einerseits erlebt man erstaunlich normale Familienmomente mit den Royals, andererseits die strengen und teils befremdlichen Regeln des britischen Königshauses. Der Schreibstil wirkt anfangs etwas sprunghaft und episodenhaft, fast so, als würde Harry Erinnerungsfetzen erzählen. Je näher die Geschichte jedoch an die Gegenwart kommt, desto ausführlicher und emotionaler werden die Schilderungen. Besonders interessant ist Harrys Offenheit. Er spricht ungewöhnlich ehrlich über Trauer, Krieg, Ängste, Liebe und auch über sehr intime oder unangenehme Themen. Seine Frau Meghan Markle beschreibt er dabei sehr liebevoll und deutlich anders, als sie oft in den Medien dargestellt wird. Natürlich bleibt das Buch eine sehr einseitige Darstellung der Ereignisse. Trotzdem schafft Harry es, dass man seinen Frust, seine Verletzungen und seine Verzweiflung nachvollziehen kann. Am Ende bleibt vor allem Mitgefühl zurück — und gleichzeitig die Neugier darauf, wie andere Beteiligte dieselben Ereignisse schildern würden. Es ist interessant und auf jeden Fall lesenswert.





















































